Am Sonntag (3.11.2019) fand in Frankfurt am Main auf Einladung von Sacha Stawski und Maya Zehden, Direktoren des gemeinnützigen Vereins ILI – I Like Israel e.V., der 1. Europäische Israelkongress statt.

Zur Eröffnung der Konferenz betonte US-Botschafter Richard Grenell: „Die hier angebotenen Networking- und Schulungsmöglichkeiten für proisraelische Führungskräfte in Europa sind von entscheidender Bedeutung. Besonders in einer Zeit, in der die Sicherheit Israels und Europas von vielen Seiten bedroht ist, müssen wir sicherstellen, dass unsere Wahrnehmung dieser Bedrohung hoch bleibt. Deshalb möchte ich mich im Namen aller Amerikaner bedanken, für die Europäer und Israelis nicht nur Verbündete, sondern auch unsere engsten Freunde sind.“

Rund 150 Vertreter/innen von Organisationen aus 17 Nationen, die gegen Antisemitismus und für ein besseres Bild von Israel arbeiten, nahmen teil. Unterstützt von Experten wurden Probleme zu diesen Themen in Diskussionen und Workshops behandelt: Best-practice-Lösungsansätze, wie man festgefahrene, einseitige Kritik an Israel am besten entgegentritt, wie man die Öffentlichkeit und Politiker informiert und mit Gegnern umgeht.

Der Europäische Israelkongress fand zum ersten Mal statt, nachdem ILI – I Like Israel e.V. seit 2010 bereits fünfmal den Deutschen Israelkongress veranstaltet hat. Aufbauend auf diesem Modell können in anderen europäischen Ländern ähnliche Kongresse stattfinden sowie die europäische Vernetzung israelsolidarischer Organisationen weiter ausgebaut werden.

Dr. Josef Schuster, Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, stellte fest, dass es Ende des 19. Jahrhunderts hieß: „Nieder mit den Juden“, heute stattdessen „Nieder mit Israel“. Er hob hervor: „Heute brauche es keinen Mut, Israel zu kritisieren.“ Es brauche vielmehr Mut, Israel zu verteidigen, besonders von Nichtjuden. „Wir haben Freunde…die mit uns den Kampf gegen den Hass führen…Wir sollten nicht defensiv, sondern stolz sein, Israel-Lobby genannt zu werden.“

Uwe Becker, Stadtkämmerer und Bürgermeister von Frankfurt bekam ‚standing ovations‘ für seine frei vorgetragene Rede. Er hob hervor: „Wenn bei den Vereinten Nationen eine falsche, sehr schlechte Resolution gegen Israel in eine schlechte Resolution umgewandelt wird und deshalb Deutschland meint, sich neutral verhalten zu müssen, ist das traurig. Richtig wäre, wenn Deutschland bei einer sehrschlechten Resolution gegen Israel mit einem klaren Nein stimmen würde! Und wenn alle europäischen Staaten in diesem Fall mit Nein stimmen würden! Dann würden solche Resolutionen die Bedeutungslosigkeit bekommen, die sie ohnehin haben!“