Die Mietpreise in den deutschen Ballungszentren sind hoch und steigen weiter an. Das gilt auch für das Rhein-Main-Gebiet und hat bereits jetzt Auswirkungen auf Berufstätige und den Arbeitsmarkt, wie eine Umfrage der Prüfungs- und Beratungsgesellschaft PwC unter 400 berufstätigen Bürgerinnen und Bürgern zwischen 18 und 65 Jahren in der Region zeigt.

Gedämpft wird die Stimmung allerdings, wenn es um den Wohnungsmarkt geht: Sechs von zehn Befragten sind mit den Immobilien- und Miet-Preisen sowie dem Angebot an freien Wohnungen unzufrieden. Das gilt vor allem für die mittleren Jahrgänge, die zwischen 35 und 49 Jahre alt sind.

Mit einer Entspannung rechnen die Befragten nicht, insbesondere in den Städten: 88 Prozent befürchten, dass sich nur noch Gutverdiener bei einem weiteren Anstieg der Mieten ein Leben dort leisten können. Ebenso viele erwarten, dass die Mietpreise in den nächsten Jahren weiter steigen. Zugleich gibt das Gros der Befragten an, dass die Mieten in den letzten Jahren deutlicher gestiegen seien als die Gehälter. Und die sind bei einigen Berufsgruppen, die dringend gesucht werden, ohnehin nicht allzu hoch.

Großstädte für Geringverdiener kaum noch finanzierbar

Wie dramatisch die Lage eingeschätzt wird, zeigt sich daran, dass es neun von zehn Einwohnern für reine Glückssache halten, eine bezahlbare Wohnung in einer der Großstädte der Region zu finden.

„Das sollte der öffentlichen Hand nicht nur zu denken geben, sondern sie zum Handeln motivieren. ‘Mehr Bauen‘ lautet die Devise, vor allem bei bezahlbarem Wohnraum. Aber ad hoc funktioniert das nicht, Genehmigungs- und Bauphasen sind dafür noch zu lang. Städte müssen aktiver eingreifen, wenn es um Zukunftsthemen wie Wohnen oder Mobilität in den Ballungszentren geht.“ Susanne Eickermann-Riepe, Bereichsleiterin Real Estate bei PwC Deutschland

Die Auswirkungen hoher Mietpreise in den Großstädten zeigen sich heute schon an den Pendelbewegungen: 16 Prozent nutzen das Mietpreisgefälle zwischen Stadt und Land und pendeln zum Arbeiten in die Großstadt, was aber mit Zeitaufwand und Kosten, auch für die Umwelt, verbunden ist.

 

(Sender: PwC)