Anlässlich des 100.ten Jahrestages der Debatte zwischen Heber Curtis und Harlow Shapley im Smithsonian Museum of Natural History (Washington) führte die NASA und die Michigan Technological University eine Onlinekonferenz zum Thema Astrobiologie oder mit anderen Worten die 100 Millionen Dollar Frage: Gibt es außer auf der Erde intelligentes Leben oder Leben überhaupt noch im Universum.

Die spektakulärste Spekulation gab Seth Shostak, Senior Astronome des SETI, zum besten: Er meint, am ehsten werde man fündig, wenn man nach technischen Strukturen im Universum Ausschau halte. Macht man dies, so werde man in den nächsten 20 Jahren gigantische technische Strukturen im All entdecken. Ihm erscheint dies aufgrund des angenommen Alters des Universums mit rund 15 Milliarden Jahre am wahrscheinlichsten.

Jessie Christiansen vom NASA Expolante Science Institut hält die Ausschau nach Biomarker am erfolgversprechendsten, um exterrestisches Leben zu entdecken. Auch sie meint, halten wir nach geeigneten Biomarker in Habitatzonen nach Exoplaneten Ausschau, kann es sein, dass man in den nächsten 10 Jahren exterrestisches Leben entdecke. Aktuell habe man rund 4.000 Exoplaneten entdeckt, die geeignet sind, Leben entwickelt zu haben.

Auch Nobelpreisträger (Physik) Jon C. Mather hält die Ausschau nach Biosignaturen am aussichtsreichsten. Seine These ist, dass Leben ein thermodynamischer Imperativ sei. Ozeane seien für ihn jene Habitate, die am ehsten Leben entwickelt haben können. Daher sei es sinnvoll, nach Ozeanen Ausschau zu halten.

Diese Debatte markiert den biologischen “Turn” in der Astronomie, wie die Veranstalter hervorheben: “We feel this topic, as with the 1920 debate, is momentous, dividing the astronomical community, and carries a good possibility of being resolved within the next decade — or two. The resolution of the 1920 debate helped define humanity’s place in the universe physically. It seems to us that the resolution of the 2020 debate will help define humanity’s place in the universe biologically.”

Und egal wie diese Debatte ausgehen wird, ob wir nun alleine sind oder nicht, die Menschheit wird den Weltraum erobern müssen.