/, Kommentar/Betrachtungen zu Paradoxien der Trägheitsmomente in Europa im Vergleich zu Israel

Betrachtungen zu Paradoxien der Trägheitsmomente in Europa im Vergleich zu Israel

2018-10-22T19:24:56+00:0022 Oktober 2018|Allgemein, Kommentar|

GLOCALIST ist ein junges Medium und erst seit dem 4. Oktober am Start und es mag vieleicht etwas verfrüht erscheinen, erste – und zugegebener Weise subjektive – Erfahrungen gleich auf Europa und Israel zu übertragen, was aber aber vor meinem jahrzehntelangen Hintergrund in Wirtschaft, Politik und Innovation wie Nachhaltigkeit doch zulässig erscheint.

GLOCALIST berichtet täglich über Innovationen aus Europa mit den beiden zusätzlichen Channels Israel und Silicon Valley (als Chiffree für USA) als Fernrohre über den europäischen Tellerrand hinaus und auch, weil Innovation eben in diesen beiden Staaten besonders markant stattfinden.

Wie branchenüblich informiert man die jeweilige Pressestelle über einen Bericht oder hat eben Nachfragen, die man meist schriftlich ausführt. Es gehört auch zum Mediengeschäft zu Gastbeiträgen und Kommentare einzuladen.

Hier kommt es nun zu Paradoxien der Trägheit, wenn man Trägheit als “Beharrungsvermögen, ist das Bestreben von physikalischen Körpern, in ihrem Bewegungszustand zu verharren, solange keine äußeren Kräfte oder Drehmomente auf sie einwirken..” versteht. Fakt ist, dass auf europäische Unternehmen, Organisationen, Parteien sehr massive Kräfte von außen einwirken, so wie auf Israel auch, wenn nicht mehr. Man könnte nun erwarten, dass der Bewegungszustand Änderung erfahre, denn die Kräfte sind gewaltig. Im Falle Europas scheint dieses “Gesetz” außer Kraft zu sein. Man kann allerorten nicht nur nicht Trägheit sondern seine metaphysische Transzendenz und entropischen Endzustand ausmachen: Stillstand.

Der Befund lässt sich durch Erfahrungen im ganz kleinen Bereich unterlegen: Bisher wurden alle Unternehmen, über die GLOCALIST berichtet hat, darob informiert. Die Reaktionen aus Europa und Israel konnten nicht unterschiedlicher sein: Aus Europa haben lediglich zwei Unternehmen reagiert und verstanden, dass ein Teilen des Links zum Bericht ihnen Vorteile bringe. PR-Agenturen scheinen sich überhaupt durch Inakrtivität auszuzeichnen und einige halten ihre Zusagen nicht ein und stellen sich dann tot. Israelische Unternehmen, und nicht wenige noch bevor ich sie informiert habe, haben die Berichtslinks geteilt, haben reagiert und grundsätzlich verstanden, jeder Bericht bringt ihnen was. Ähnlich die Lage, wenn man Nachfragen setzt. Aus Europa haben nur zwei Pressestelle Antwort gegeben, aus Israel 100%. Beide Pressestellen waren aus dem staatlichen Bereich und sind gesetzlich gezwungen zu antworten.

Schließlich Ministerien und Politik, die oft Kandidaten für Gastbeiträge sind und auch entsprechend Einladungen erhielten. Hier kamen ebenfalls kaum Reaktionen und wenn, dann erklärten sie, warum es nicht gehe bzw. erst sehr spät gehe, sprich irgendwann im Frühjahr, und überhaupt. Der Grund war und ist stets, Überlastung. Egal welche Partei oder politiknahe Organisation. Man möchte es glauben wollen. Dies kann ich schwer in Vergleich zu Israel setzen, da ich bis dato keinen Ansatz oder Grund sah, israelische Parteien oder Ministerien zu europäischer Innovation und damit verschränkten Themen zu befragen. Da gibt es schlicht keine Anküpfungspunkte für ein Medium, das über Innovation in Europa schwerpunktmäßig berichtet. Meine Vermutung aus den bisherigen Erfahrungen geht aber dahin, dass man sehr wohl reagieren würde. Man hat den Eindruck, dass sich alle Parteien Deutschlands durch das Thema Innovation pflichschuldigst schleppen. Wird ihre Karte aufgerufen, passiert genau nix.

Resumée: Im schlechten Falle kann man diese paradoxe Trägheit in kommunikativen Fragen als Ausdruck wie Mitursache für den Innovations- und Reformstau in Europa erachten, im besseren Falle als Ausdruck brässiger Ignoranz, wenn auch höflich und freundlich vorgetragen, gegenüber Start-ups, was aber auch nicht gut ist. Egal wie es nun sein mag, eines ist sicher, weder der eine noch der andere Fall geben Anlaß für Optimismus und Aufbruchstimmung. Und das ist auf keinen Fall gut für Innovation und Start-ups.

 

 

Über den Autor:

Naftali Neugebauer
Herausgeber Glocalist und als Innovationsmanager tätig.

2 Comments

  1. Avatar
    Eva Payer 22. Oktober 2018 um 15:19 Uhr - Antworten

    Das ist wirklich wahr.
    Israeli sind da völlig anders: aufgeschlossen, interessiert und zuversichtlich dass vieles geht, wenn man nur will.

  2. Avatar
    Gabriel Adler 22. Oktober 2018 um 17:21 Uhr - Antworten

    Trägheit?! Sehr nett gesagt! Es ist die national spezifische Haltung. Ich habe mit beiden zu tun gehabt. Ohne darüber zu urteilen, kann man die Haltung folgendermaßen beschreiben.:
    In Isreel ein Bewerber, ein Angebot weckt Interesse. Wer ist er? Was macht er? Komm, lass und es sehen! Man trifft sich man spricht miteinander. Und man vertraut sich gegenseitig, man ist offen füreinander. Und für einen möglichen Geschäfft, eine mögliche Chance.. Auch die Bereitschaft ein Risiko einzugehen. Man kann es abgeleitet so ausdrücken: Im Zweifel für den Bewerber. Und auch nicht zuletzt die Bereitschaft zu helfen.
    In Deutschlad ist es ist kurz: “Wer ist denn der?! hast du schon mal von ihm gehört?” “Ne, komm, schmeiß das weg! Wir haben schon immer mit X und Y gearbetet. Wozu brauchen wir denn den?” Es folgt ein freundlicher Brief (von der Sekretärin zusammengesetzt) und kein Treffen

Hinterlassen Sie einen Kommentar

 
Um unsere Webseite für Sie optimal gestalten zu können, verwenden wir Cookies. Durch die weitere Nutzung der Webseite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Diese Seite bietet Nachrichten via Twitter und verwendet Social Media Dienste. Ich bin damit einverstanden. Weitere Informationen zu Cookies erhalten Sie in unserer Datenschutzerklärung. Ich stimme zu