Innovation, Nachhaltigkeit und Investment werden profitieren und boomen. Man braucht wahrlich kein Prophet sein, um zu ahnen, dass ein ökonomischer Boom nach der finalen Unterzeichnung des Abraham Vertrages zwischen Israel, den VAE und Bahrain um die Ecke kommt.

Bahrain sehen Experten vor Ort als Hub und Hebel nach Saudi-Arabien. Meint, die Geschichte ist noch nicht zu Ende geschrieben. Optimistische Stimmen sehen in naher Zukunft sieben bis neun weitere arabische Staaten, die dieses historische Fenster nutzen wollen. Zu ihrem politischen und ökonomischen Vorteil.

Und viele hoffen, Saudi-Arabien wird dabei sein. Hier wird ein Abkommen noch ein dickeres Brett darstellen, aber die Bohrer drehen sich bereits und arbeiten.

Die Wirtschaft zieht an

Wie auf GLOCALIST berichtet wird ein Memorandum of Understanding nach dem anderen unterfertigt. Eine Wirtschaftsdelegationen nach der anderen unter der Führung der großen Banken Israels (Leumi und Hapoalim) geben sich die sprichwörtlichen Türklinken in Abu Dhabi in die Hand.

Heute erfährt man, dass ein Konsortium von Unternehmen aus Israel und VAE den Hafen von Haifa kaufen wollen und der Sheikel zieht heute gegenüber dem US-Dollar und Euro an; gewinnt an Wert.

Tatsächliche Experten und politische Entscheidungsträger in Israel, wie Minister Katz, sehen ein jährliches Volumen alleine mit VAE von zusätzlichen fünf Milliarden USD. In Folge der Big Deals werden sehr sehr viele Small und Medium Deals folgen. Es geht hier nicht nur um Innovation, sondern um (neue) Märkte.

US-amerikanische Unternehmen gehen auch bereits, wenig überraschend, in Position, hier vor allem im Bereich der Waffenproduktion.

Europa im Nachsehen

Wirtschaftliches und auch politischesNachsehen hat einmal mehr EU-Europa unter Führung Deutschlands, die das neue Paradigma im Nahen Osten nicht und nicht begreifen wollen. Und vielleicht auch nicht können, mag man spekulieren.

Arye Sharuz Shalicar, vormalig Pressesprecher der IDF für Europa in Berlin, schreibt auf seinem facebook-Profil zutreffend: “Seit Jahrzehnten werden Deutsche in Bezug auf Israel und die arabische-, und muslimische Welt falsch informiert. Das liegt auch an voreingenommener Berichterstattung, aber auch an “Nahostexperten” wie Michael Lüders, die als Sprachrohr einer radikalen palästinensischen Narrative unterwegs sind. Das alles und vieles mehr hat natürlich auch mit dem Holocaust und der nicht-Verarbeitung der Vergangenheit, zu tun. Ich habe nach wie vor grosse Hoffnung, dass Deutschland in Bezug auf Israel und den Nahen Osten auf den richtigen Pfad gelangen wird und Antisemitismus, oftmals getarnt als “Israelkritik”, abnehmen wird. ( …) Ich wünschte die Aussenpolitik der Bundesrepublik wäre anders und Berlin hätte Anteil gehabt an diesem Friedensprozess (…)”

Wo ist die deutsche Wirtschaft?

Deutsche Wirtschaft ist in Israel, abgesehen von einigen Großkozernen wie BMW oder Mercedes , wo aber nicht wirklich klar ist, wer ist Reiter, wer ist Pferd, wie auf GLOCALIST berichtet, inexistent im Vergleich zu US-amerikanischen oder britischen Unternehmen.

Es wäre vielleicht die Stunde des deutschen Mittelstandes, der pragmatischer ist und weniger Politik im Schlepptau hat. Aber es steht zu befürchten, dass der Mittelstand die Gunst der Stunde nicht wahrnimmt. Stattdessen Monate mit Nachdenken verbringt und zögert und zaudert und die Fenster sich wieder schließen. Jetzt ist ohne Zweifel Geschwindigkeit und Risikobereitschaft gefragt.

Denn eines ist auch sicher, der Nahe Osten wird bald ein neuer mächtiger Wirtschaftsraum werden, ein neuer Binnenmarkt mit offenen Grenzen und freiem Handel kann sogar entstehen, wo sich großes Kapital, große Innovationskraft und Chuzpe die Hand geben. Denkbar ist dies.

Krise des deutschen Nahostexpertentums

Vor vielleicht einem Jahr, wäre eine Rede, die von einem Friedensvertrag zwischen Israel und VAE gesprochen hätte, als verrückt und abwegig in Deutschland und EU-Europa erachtet worden. Kaum ein “Nahostexperte” aus dem staatsnahen Umfeld hätte nur einen Cent darauf gewettet.

Mittlerweile sprechen Kommentatoren in Israel berechtigt vom “europäischen Lock-Down“. Ähnliches gilt auch für die europäischen hier deutschen Wirtschaftsexperten für den Nahen Osten. Auch sie haben ihren bias, der kaum von dem des politischen “Nahostexperten” abweicht.

ABER: Fakt ist, dass de-facto fast alle namhaften deutschen Nahostexperten aus den staatsnahen resp. staatlichen Bereichen diese Entwicklung nicht vorhergesehen haben. Im Gegenteil, sie sahen Flamme, Feuer, Schwert mit der Verlegung der US-Botschaft nach Jerusalem kommen.

Und was ist passiert? Nichts. Ganz im Gegenteil. Es kam Frieden mit Aussicht auf mehr. Und auch die Wirtschaftsexperten für den Nahen Osten haben dies nicht kommen gesehen, wo sich dies doch deutlich schon bereits vor mehr als zwei Jahren begann abzuzeichnen.

Islamistische Propaganda

Nun, die “Experten” für Israel, für den Nahen Osten haben geirrt, wie so oft und fast immer. Ihre Einschätzungen und Prognosen sind falsch. Sie, die “Experten”, bieten meist eindimensionale Horrorbilder ohne Faktensubstanz. Es sind alternative Wahrheiten, die einem Faktencheck kaum stand halten. Warum aber weiter auf diese “Experten” hören und einladen?

Derweil versuchen eben genau diese “Experten” über den Öffentlich-Rechtlichen Rundfunk, islamistische Terror-Propaganda zu verbreiten, indem sie das Narrativ aus Teheran, Hamas, Hiszbollah, Ramallah und Ankara bedienen und fleißig kolportieren: Der Friedensvertrag sei ein Verrat.

So spricht Thomas von der Osten-Sacken ironisierend-pointiert von der “Deutsch-islamistischen Achse des Friedens“. Ein islamistisches Narrativ, das von den üblichen Verdächtigen sekundiert wird, wie beispielsweise von Frau Marx, die an der den Grünen nahestehende Heinrich-Böll-Stiftung in Ramallah wirkt.

Und mit klaren Worten schreibt Björn Stritzel in der DIE BILD: “Die Friedensschlüsse auf dem Balkon des Weißen Hauses zeigten deutlich: Frieden im Nahen Osten ist momentan nur gegen die EU und vor allem Deutschland zu haben. Den entscheidenden Durchbruch auf einer Nahostkonferenz in Warschau verpasste die Bundesregierung komplett. Das passt ins Bild: Berlin steht an der Seite der Kriegstreiber.“ Und hier liegt auch die Chance für die Vernunft der Wirtschaft; vielleicht.

Chancen nutzen, Wunder glauben, “Experten” verabschieden

Auf ökonomischer und politischer Ebene werden gerade sehr positive Rahmenbedingungen in Richtung mehr Freiheit und Wohlstand zwischen Israel und der arabischen Staatenwelt gezimmert und Claims abgesteckt. Die deutsche Wirtschaft setzt da auf die toten Pferde Ankara und Teheran. Sie sind ökonomisch erledigt.

Jetzt gilt es, neue Kapitel aufzuschlagen. Die politische und wirtschaftliche Zukunft im Nahen Osten liegt in Jerusalem und Abu Dhabi. Furcht und Zögerlichkeit und ein ideologischer bis hin antisemitischer Blick sind schlechte Berater.

Deutsche Medienberichte aus dem Stall SPIEGEL&Co, deutsche Politik und ihre staatsnahen “Friedens”-NGOs und “Nahostexperten” sind da cum grano salis wenig hilfreich. Ganz im Gegenteil: sie haben diese Misere mit zu verantworten und mit herbeigeführt. Sie führen mehr in die Irre. Der Abraham Vertrag zertrümmert das Narrativ des bisherigen Nahost-Paradigmas in Deutschland wie EU-Europa.

Jetzt gilt es, Chancen dieses Friedensprozesses zu nutzen, die richtigen Scouts und Experten an Bord zu holen und informierte Medien zu lesen, um eine wirtschaftliche, unternehmerische Brücke zu schaffen.

Wer in Israel nicht an Wunder glaubt, ist kein Realist, wie diese Worte oft David Ben-Gurion, dem ersten Staatspräsidenten Israels, zugeschrieben werden. Und er hat recht.