Der Niedergang der Autoindustrie ist in seinem Fundament hausgemacht, auch wenn es vielleicht aktuell anders scheint, weil dieser Niedergang durch politische Kräfte, mit durchaus verschiedenen Interessenslagen und Zielen ausgenutzt wird.

Die Autoindustrie – wie die Industrie allgemein – hat es cum grano salis verabsäumt, Innovationen zu setzen und ihre Geschäftsmodelle neu zu erfinden. Google und Co ließen und lassen sich nicht lange bitten, nun auch die Autobranche aufzurollen.

Noch kommt es als Kooperationen daher, wo aber die Autoindustrie der Juniorpartner ist, den man schon bereits freundlich in den Mantel hilft, um ihn zu verabschieden. Die Party geht ohne ihn weiter.

Schließlich ergehen einige Keyplayer der Autoindustrie sich augenscheinlich im fortgesetzten gewerbsmäßigen Betrug, was der Branche als solches schweren Schaden zufügt. Damit kommt man auf eine schiefe Bahn.

Die Autoindustrie steht vor einer Übernahme durch Big Data und digitale Ökonomie, wie sie der Handel und Finanzsektor schon länger erfahren und das Match perspektivisch verloren haben. Die nächsten Kandidaten sind schon ausgemacht mit Landwirtschaft, Gesundheit, Schwerindustrie und Biologie.

Nachdem man bereits die Grundlage hat, in den Code der Materie einzugreifen, wie auf GLOCALIST berichtet, ist es nur mehr eine Frage der Zeit bis auch hier eine Transformation vonstatten geht. Man wird in den Code eingreifen, weil man es kann. Und hier haben die bisherigen Player von Big Data & Co wie Facebook, Google etc. noch keine Vorhand. Möglicherweise noch nicht einmal auf dem Radar. Warum, erklärt sich gleich.

Die Reaktionen der alten Industrie kommen aus einer Zeit der Verzweiflung und man blickt noch immer zuviel in den Rückspiegel. So sucht man die Rettung in der E-Mobilität auf Batteriebasis, was nicht nur Arbeitsplätze um rund 75% reduzieren, sondern der Massenmobilität ein Ende setzen und den Kampf um Ressourcen verschärfen wird.

Hier wird einfach ein Produkt durch ein anderes ersetzt und denkt, man können nun einfach so weitermachen. Das ist ein Irrtum, da sich die Wertschöpfungsketten und die Rationalität der Ökonomie durch die Digitalisierung fundamental verändert haben.

Schon klopft die digitalisierte Erzeugung von Wasserstoff durch artifizielle Photosynthese an die Türe und wird die individuelle Mobilität ebenso transformieren wie einst der Ottomotor die Droschke und das Pferd ablöste.

Von großer Perspektive betrachtet ist die Digitalisierung vergleichbar mit der Industrialisierung, der Einführung der Landwirtschaft und dem Handel. Sie haben epochale Umbrüche bedingt und die ihnen archtetypischen Berufe: Den Händler, den Ingenieur, den Bauer. Die Beharrungskräfte und der Stolz sind enorm, da auch die konkrete Existenz und kulturelle Gewohnheiten daran hängen. Das ist verständlich, dennoch haben sich die vorangegangen Berufe unter dem Druck der neuen transformiert. Nun ist eben die Reihe an der Industrie.

Die Frage ist, welchen Beruf, archtetypisch und idealiter betrachtet, man braucht? Hier ist es nützlich, sich einige Dinge über das Wesen der Digitalisierung, wenn auch nicht erschöpfend, klar zu machen: Ihre Grundlage ist der Code, die Diversität, die Sprache und die Sichtweise, sprich Konzeptionierung der Welt(-en) als Wirklichkeit(-en). Es geht um die Transformation der Grundlagen der Grundlagenforschung.

Nicht umsonst erkennen mehr und mehr sogenannte Datascientists intuitiv, dass sie mehr mit dem Renaissancekünstler als mit dem Ingenieur gemein haben und sie haben recht. Der Datascientist ist gleich dem Renaissancekünstler mehr Teil eines globalen, holistischen Schöpfungsaktes denn Optimierer einer Stellschraube, was stets wichtig bleibt.

Es geht, wie immer, um eine neue Sicht auf die Dinge – und ob sie überhaupt Dinge sind – mit dem Unterschied, dass diese neue Epoche als Geschäftsgrundlage neue Sichten auf die Welt hat. Diese neuen Sichten zu erfassen und in Folge zu optimieren, steht erst am Anfang.

Sehr augenfällig, wenn auch noch oberflächlich, ist dies bei den Anstrengungen zur Schaffung von Artificial Intelligence auszumachen: Noch nie hat der Mensch versucht, ja die Idee gehabt, ein Instrument zu schaffen, das ihm gleichen, seinem Ebenbild entsprechen soll. Das ist eine neue, grundsätzliche Qualität.

Damit betritt eigentlich der Philosoph, heute noch versteckt und dem CFO als “Innovationsmanager” untergejubelt, als Agent die Bühne der Transformation, der den Code der Materie, den Code als solchen in den Blick nimmt und daraus die neuen Produkte, Verfahrensweisen für uralte wie auch neue Bedürfnisse entwickelt und neue Welten und ihre Grundlagen, ihre Baupläne im Blick hat; und vor allem ein Sensorium, eine Wahrscheinlichkeit, eine Rationalität, Sprache für das Nicht-lineare, das Chaotische hat. Schon lugt das neue Paradigma von Raum-Zeit-Leben Kontinuum hervor. Auch da steht man erst am Anfang. Gewinnen wird der, der mit den notwendigen Ressourcen startet.

Der Philosoph ist idealiter ein Meister des grundlegenden Gedankens, des Gehirns, der Vorstellung, der Fassung des Neuen wie Nicht-linearen. Heute weiß man, dass das Gehirn ein Quantenfeld und das Gehirn das einzige für den Menschen zugängliche Instrument zur Manipulation der Quantenfelder ist, das der Mensch erst beginnt zu verstehen. Hier steht man noch am Anfang.Sicher sit, Grundlagenforschung, Innovation ist ohne Philosophie per se zum Scheitern verurteilt. Hierin könnte auch der neue Wettbewerbsvorteil für Europa liegen.

Kombiniert mit den Eingriffen in den Code der Materie zeichnet sich bereits eine völlig neue Transformation und Produktionsweise am Horizont ab, die schnell kommen werden. Denn eines ist auch sicher, nach Bit und Byte, sprich der Digitalisierung, kommt das Quantum und die Nicht-linearität.

So sollte der erste pragmatische Schritt von Unternehmen sein, “philosophicals desks” einzurichten, denn was ein Jobs, Gates oder Bezos auf Grundlage der Digitalisierung noch urtümlich, ungestüm, pionierhaft gleich einem Siemens oder Ford schufen, war im Kern ein philosophical turn, eine neue Sicht auf die Welt durch das Prisma der Digitalisierung.

Dies gilt es heute zu optimieren und zu professionalisieren. Und einer der Schritte zum Start kann eben der “philosophical desk” sein, der nicht weniger als drei Philosophen umfassen sollte, denn ohne das Gespräch geht es nicht, völlig neue Funktionsweisen und Grundlagen zu entdecken. Den diesmal liegen sie in unserem Kopf.