Die gemeinützige Unternehmerorganisation Tech Aviv stellt auf Basis ihrer eigener Datengrundlage und Schätzungen einen aggregierten Überblick über den aktuellen status quo der sogenannten Unicorns in und aus Israel auf ihrer Website vor. Mit Unicorns sind private Unternehmen mit einer Unternehmensbewertung größer als eine Milliarde USD gemeint.

10% aller Unicorns weltweit stammen aus Israel.

Tech Aviv greift hier u.a. auf das Crowdwissen seiner rund 3.000 Mitglieder zurück, worunter sich viele Unicorns sowie Top-Startups und Investoren befinden. Gesamt weiß Tech Aviv, 45 Unicorns in und aus Israel zu zählen. Letzteres meint, Unicorns gegründet in Israel oder durch israelischen Unternehmer, die ihr Headquarter gleich in Silicon Valley aufgeschlagen oder verlegt haben.

Der Unternehmer Uri Levin sieht in einem Gespräch mit Calcalist 50 israelische Unicorns. Dies meint, dass rund 10% der Unicorns weltweit israelische Unicorns seien, so Levin.

Wie auch immer, die Dimensionen sind ähnlich und die Bilanz für 2020 ist nach Tech Aviv einfach atemberaubend. Die Tech Aviv 45 bekannten Unicorns vereinen nach Schätzungen von Tech Aviv ca. 92.630.000.000 USD Unternehmenswert auf sich.

Das sind Dimensionen – 10% aller Unicorns sind aus Israel und fast 100 Milliarden Unternehmenswert – die EU-Europa vor der eigenen Haustüre de facto ignoriert und auch von diesem sehr erfolgreichen Weg Israels augenscheinlich nichts lernen will und lieber ostentativ wegschaut bzw obstruiert.

Davon haben 35,6% ihren Sitz in Israel. 26,7% der Unicorns haben ihren Sitz in Silicon Valley (USA), 24,4 in New York (USA) und in Boston (USA) sind es immerhin 4,4%. EU-Europa und Europa, das quasi vor der Haustüre liegt, scheinen wenig attraktiv zu sein. Es kann lediglich London mit 4,4 % Unicorns aus Israel punkten, die ihren Stammsitz in London aufgeschlagen haben. EU-Europa spielt mit 0% keine Rolle.

Da können irgendwelche staatsnahen NGOs noch soviel von der Attraktivität Deutschlands, seines Mittelstandes und der EU allgemein für israelische Unternehmen und Startups tönen. Allein, es ist bestenfalls Wunschdenken ohne Faktenlage. Eine Basis muss erst aufgebaut werden.

Und es wird Wunschdenken weiter bleiben, denn die ökonomischen Rahmenbedingungen in EU-Europa sind grottenschlecht und das allgemeine gesellschaftliche und politische Klima antiisraelisch aka antisemitisch geprägt, wie jüngst das Simon Wiesenthal Center einmal mehr belegt und hier auf Glocalist kommentiert wurde, wonach eine “deutsche Elite” in Kultur- udn Wissenschaftseinrichtungen antisemitisch sei.

Passend dazu, dass Israel seine Wettbewerbsbedingungen – wie auch die USA und China und GB – durch sein effizientes Impfregime maßgeblich verbessert. Es wird Israel voraussichtlich erlauben, ab März keine Lockdowns mehr fahren zu müssen.

Derweil erlebt die Impfkampagne in Deutschland ein Debakel ohne Ende. Es werden wahrscheinlich bis Ende des Jahres 60% der Bevölkerung in Deutschland nicht geimpft sein. Dies meint, die wirtschaftsvernichtenden Lockdowns gehen weiter. Schuld daran hat augenscheinlich eine hochinkompetente, ineffizieente Politbürokratie in Brüssel und Berlin.

Für das Jahr 2021 planen viele der Unicorns Israel ihren Börsengang (IPO) und Experten sehen ein Volumen von mindestens 20 Milliarden USD in den ersten beiden Quartalen vom Jahr 2021. Die IPOs werden voraussichtlich an der Börse New York bzw Börse Tel Aviv stattfinden. EU-europäische Börsen werden leider, wie zu erwarten ist, keine Rolle spielen. Vor diesem Hintergrund wird der Schekel gegenüber den US-Dollar immer stärker.

Und, was nicht unterschätzt werden darf, hinter der Herde der Unicorns baut sich gerade ein ansehlicher Ponyhof mit 29 Startups auf, die jetzt schon bereits einen Unternehmenswert größer als 500 Millionen USD aufweisen. Man darf annehmen, dass 10 Ponies den Sprung in die Königsklasse schaffen werden.

Null ist eine starke Botschaft

EU-Europa kann so nicht mehr weiter machen und fällt in fast jedem erdenklichen Segment und Benchmark weiter und weiter zurück. Es sind nicht die fehlenden Köpfe, Innovationen und Kompetenzen das Problem sondern die wirtschaftsfeindlichen Rahmenbedingungen einer nicht mehr zu bändigenden Politbürokratie in den Hauptstädten EU-Europas und in der EU selber, die sich bleiern über EU-Europa gelegt haben.

Aber nicht nur diese bleiernen Rahmenbedingungen sind Problem, sondern auch der zunehmende Antisemitismus in EU-Europa und EU-Europas Kampf gegen Israel. EU-Europa hat mit Israel ein Silicon Valley vor der Haustüre. Dies wäre ein großer Wettbewerbsvorteil. Jedoch, es ist leider anders.

EU-Europa unter Deutschlands Führung sollte seinen Kampf gegen Israel aufgeben, den Friedensprozess fördern, die Finanzierung islamistischer Terrororganisationen einstellen, die Lebensbedingungen der Diaspora verbessern und Jerusalem endlich als Hauptstadt Israels anerkennen, um einige wenige Punkte beispielhaft anzuführen, damit EU-Europa für Gründer aus Israel attraktiver wird.

Denn Null Headquarters von israelischen Unicorns in EU-Europa ist eine Zahl, die eine sehr starke Botschaft darstellt. Das kommt nicht von ungefähr und passiert nicht einfach so. Es liegt sicher nicht an einem Mangel an Information.

In den vom Staat finanzierten Kultur- und Wissenschaftseinrichtungen müssen einige Entscheidungsträger abgelöst werden, denn eine “deutsche Elite”, die der antisemitische BDS Bühne und mehr bieten möchte, ist wirtschafts- und innovationsfeindlich und beschädigt die Ziele der Nachhaltigkeit wie das Ansehen Deutschland. Eine solche “Elite” darf und kann sich Deutschland nicht leisten.

Solche “Eliten” schaffen ein antisemitisches Klima und ein Klima der Angst. Es darf keine durch Mittel der Öffentlichen Hände finanzierte Einrichtungen in Deutschland geben, die der antisemitischen BDS Bühne bieten. So hat das deutsche Volk beschlossen. Entscheidungsträgerinnen, die das nicht anerkennen, müssen verabschiedet werden.

Perspektive: Vielleicht Abraham Verträge light mit EU-Europa?

Vielleicht braucht es auch eine Friedensinitiative zwischen EU-Europa und Israel quasi als Prävention, denn von einer Kooperation können nicht nur Europa und Israel profitieren und ist vollständig wünschenswert, sondern auch die Welt. Verhältnisse können in Europa leicht aus dem Ruder laufen.

EU-Europa ist instabil geworden und die Diaspora ist in Europa nicht mehr sicher. Eine Art Abraham Verträge light könnten eine hilfreiche Vision sein. Wie Rabbiner Nachama richtig gesagt hat: “Wir brauchen Sicherheit, nicht Betroffenheit.

Der Arbeitsauftrag, der berühmte Ball liegt klar bei EU-Europa als Aggressor und Täter. EU-Europa ist aktuell ein stiller Aggressor. Sie finanziert und hält politisch die schützende Hand über islamistische Terroristen und Terrorstaaten solange sie nur gegen Israel wüten. Diese Hand wurde in den vergangenen Jahrzehnten mehr und mehr von sozialdemokratischen, linken und grünen Kräften geführt.

Viele EU-Staaten bieten diesen destruktiven, antidemokratischen Kräften einen sicheren Hafen. In EU-Europa wütet eine antisemitische Obsession in den politbürokratischen Korridoren. Die Kollateralschäden dieser Obsession in EU-Europa sind bereits beachtlich und es ist ein gefährliches Spiel.

Es wird Zeit, dass Europa Israel – mit Judea, Samaria, Golan und mit Israels ewigen Hauptstadt Jersualem – anerkennt, Antisemitismus mit harter Hand auf europäischen Boden bekämpft, die Menora zurückgibt und endlich ein stabiles Kapitel von Handel und Kooperation aufschlägt.

Man sieht was gerade im Nahen Osten zwischen den VAE, Bahrain und Israel sich positiv bewegt; zum Vorteil aller. Ist es schon perfekt? Nein. Wird es Rückschläge geben? Sicher. Gibt es noch Irritation? Klar. Aber es ist der richtige Weg.

Nachtrag: Der Historiker Der Historiker Michael Wolffsohn bringt es in seinem Kommentar “1700 Jahre Juden in Deutschland – Existenz auf Widerruf“, wo er schreibt: “Wieder droht daher den Juden Gefahr von unten (er meint das heutige Deutschland; Anm). Anders als seit 321 n. Chr. sind wir Juden nicht mehr auf Gnade angewiesen. Wir haben Israel. Ein „judenreines“ Deutschland verlöre aber dringend benötigtes israelisches sowie allgemein jüdisches Know-how. Deutschland hat die Wahl.” Und über diese Tatsache muss auch Israel und israelische Unternehmer stärker informiert werden.