Die EZB hat den Einlagezins für Banken, also jener Zins, den Banken bezahlen, wenn sie ihr Geld bei den Notenbanken parken, von Minus 0,4% auf Minus 0,5% erhöht.

Erstmalig wurde dieser Negativzins 2014 eingeführt. Die Grundidee ist, dass sich das “Parken” von Geld, sprich Kapital, nicht mehr für die Banken lohnen soll (und auch ihr Risiko senkt, wenn sie Geld bei den Notenbanken parken) und die Banken daher das Geld als Kapital in Form von beispielsweise Kredit an Unternehmen und Konsumenten weiterreichen.

Dies machen aber Banken cum grano salis seit 5 Jahren nicht. Was ist die Reaktion der EZB? Sie erhöht den Strafzins, sprich Negativzins. Sprich, sie setzt ihre bisher erfolglose Politik fort. Den Negativzins reichen die Banken zunehmend an ihre Kunden wie eine Steuer mehr oder weniger 1:1 zu weiter, was kaum eine Überraschung darstellt.

Tatsächlich ist sehr viel Kapital im Markt und auch ein entsprechender Investitionsstau in Europa auszumachen, doch das Kapital fließt nicht, weil die Rahmenbedingungen des europäischen Kapitalmarkts zu restriktiv und bürokratisch sind, woran die EZB und Notenbanken ursächlich mitschuld sind. So setzen die Banken auf Nummer sicher und reichen diesen Negativzins weiter, statt für Investitionen freizugeben. Der Investitionsstau bleibt. Einzig dem Staat gereicht dies zum Vorteil, denn seine Anleihen wie Neuverschuldungen werden billiger.