Aktuell wurde die Kurzarbeiterregelung – auch für Leiharbeiter – beschlossen, was grundsätzlich richtig ist und für die Betroffenen eine große Erleichertung darstellt. Für EPUs jedoch sinnfrei, denn das EPU hat in der Regel keine Angestellten und ist auch selber nicht bei sich angestellt. Bei sogenannten Freiberufler, Freelancer, EPUs greift dies eben nicht. Sie haben halt Pech, könnte man sagen und interessieren die Politik leider genau nicht.

Die weiteren Maßnahmen sind noch im Fluß, werden aber dieselbe strategische Handschrift tragen: Alles für Konzerne und große Mittelbetriebe und ihren Angestellten. Für kleine Mittelbetriebe und Kleinbetriebe wird es schon schwieriger, aber vollend finster ist die Lage für Ein-Personen-Unternehmen, Freelancer oder Freiberufler die geschätzter Weise rund 2 Millionen der gesamt 3,5 Millionen Unternehmen in Deutschland darstellen. Alle bisher vorgeschlagenen Maßnahmen greifen einfach nicht.

Sie haben in der Regel keine sehr kooperationswillige Hausbank, keine Interessenvertretung, keine politische Stimme, keine nenneswerten Rücklagen oder gar Kapitaldecke, die Bonität ist überschaubar und hat keine monatlich durchgetaktete Regelmäßigkeit der Einnahmen. In den aktuellen Reden im Budestag wird kaum von EPUs gesprochen.

Aktuell werden ihnen indirekt Kredite angeboten und vage Stundungen beim Finanzamt in Aussicht gestellt. Beides hilft nicht, im Gegenteil, es ist eine Schuldenfalle, die da anempfohlen wird und aus der viele der Ein-Personen-Unternehmen (EPU) wahrscheinlich mit einer Privatinsolvenz aussteigen werden. Und was nutzen Stundungen und Kredite, wenn die Auftragslage nahe bei Null Euro liegt ohne Perspektive auf Aufträge, weil eben einfach weggebrochen? Kreditzusagen nützen den meisten EPUs nichts, da sie diese erst gar nicht erhalten, denn sie gelten für viele Förderbanken und Banken als eben nicht kreditwürdig oder als sogenannte “gesunde” Unternehmen, obwohl sie schon vielleicht seit Jahrzehnten existieren.

Das Gros der EPU findet sich in den Großstädten. Ihr Lebenselixier sind Veranstaltungen und Vernetzung und oft weisen EPU ein zyklisches Geschäft auf, sprich die Monate Februar bis Mai und September bis November sind die umsatzstärksten Monate cum grano salis.

Die Monate Februar bis Juni sind auch Monate der Akquisition bzw. angebahnte Projekte finden in diesen Monaten oft ihre Auftragserteilung. Das fällt alles flach, ersatzlos. Die Zahlungsverpflichtungen von Auto, Handy bis Krankenkassa- und Sozialversicherung bleiben bestehen.

Pünktlich, genauestens, ohne Nachsicht. Auftragslagen sind nicht in Sicht und brechen im großem Stil weg. Was soll ein Fotograf fotografieren, wenn alle Veranstaltungen abgesagt werden, um nur ein besonders unmittelbar einleuchtendes Beispiel zu wählen? Diese Lage ist mutatis mutandis für fast alle EPUs so gegeben.

Lösungen, die hohen bürokratischen Aufwand, hohen Prüfungsaufwand abverlangen und in Schuldenfallen führen (Kredite und Co) sind für EPUs keine Lösungen.

Stattdessen sollte man ein Art Helikoptergeld an EPUs verteilen, das sich an der Steuererklärung 2019 orientiert und beispielsweise mit 40.000 Euro exkl. 19% MwSt. gedeckelt wird, sprich alle Umsätze bis 40.000 Euro werden zu 100% bedient. Aber eben nicht leistungsfrei.

Der Staat erhält eine Honorarnote zzgl. 19% MwSt., zahlt aus zu 100% und erwirbt damit nach den jeweils gültigen Stundensatz der einschlägigen Kammern und Verbände einen Leistungsanspruch vom EPU. Also, der Staat wird temporär zum Auftraggeber.

Deal ist es, dass das EPU auf Grundlage dieses Einkommens alle Steuern und Verpflichtungen bedient. Man könnte dies auch als leistungsorientiertes Grundeinkommen bezeichnen, wenn es denn hilft es durchzusetzen.

Es ließen sich auch andere Mechaniken, andere Zahlen vorstellen, aber der Ansatz des Helikoptergeldes erscheint mir als der raschest umsetzbare Weg für die Rettung der EPUs zu sein, denn schon wanken viele EPUs und wissen nicht, wie sie ihren finanziellen Verpflichtungen im nächsten Monat nachkommen sollen.

Ein Binnenkonjunkturprogramm, welches kaum seine Wirkung verfehlen wird, zudem rund 40% der Ausgaben wieder in der Staatskassa landen und Leistungen eingekauft wurden, die er gut und gerne gebrauchen kann, gerade in Zeiten der Krise.