Die im Screenshot erkennbare Karikatur wurde der Tage von einem jungen Mann gepostet, der sich gegen Nazis und Rassisten, also deutschen Nazis und Rassisten einsetzen möchte.

Die Annahme, dass türkische Dönerverkäufer zur Not auf Geld verzichten, dass aber deutsche Backwarenverkäuferinnen bis auf zwei Cent nichts zu verschenken haben, müsste eigentlich Menschen mit Zuwanderungsgeschichte auf den Plan rufen, die laut werden und die Ressentiments der Karikatur hinterfragen können.

Leider empfinden viele Menschen mit Zuwanderungsgeschichte dieses Narrativ als wahr.

Es wird dann auch schon traurig. Wenn Menschen mit Zuwanderungsgeschichte sich nicht mit der deutschen Gesellschaft identifizieren können, sondern sich zur Not auf etwas besinnen, das man früher “ausländisch” genannt hat, und wenn Menschen mit Zuwanderungsgeschichte stets sehr sensibel sein können, wenn sie scheinbar Opfer von einer Anfeindung gegen Menschengruppen geworden sind oder sich betroffen fühlen, aber solche Karikaturen feiern, dann ist es ein Problem, über das gesprochen werden sollte. Mal wieder, muss man sagen. Es zieht sich nämlich wie Kaugummi.

Hengameh Yaghoobifarah und Fatma Aydemir möchten nicht dazu gehören, Max Czollek ruft zur Desintegration auf, Ferda Ataman etabliert die Neuen Deutschen Medienmacher, die Leute von Rebell Comedy bekennen sich qua Programm gegen die Möglichkeit einer deutschen Identität, die palästinensische Gemeinde demonstriert in Berlin nicht für Frieden, sondern gegen Israel, die türkischen Gemeinden haben auch für Krieg demonstriert, die kurdischen Gemeinden für Selbstverteidigung (Krieg), die russischen und polnischen Gemeinden bilden eine wichtige Wählergruppe für die AfD, und und und.

Es hört nicht auf. Da kann ich noch so sehr über die Selbstverständlichkeit jubeln, dass ein junges Mädchen aus Nürnberg das Christkind spielt, und mit mir zusammen viele andere Menschen mit Zuwanderungsgeschichte.

#wirsindmehr und #unteilbar haben ihren Kritikern recht gelassen. Und damit bleibe ich bei meiner Kritik an den Veranstaltern, die “ihren” Ausländern erklären, dass diese nicht deutsch zu sein brauchen.

Es braucht eine identitätspolitische Wende in diesem Land. Und es braucht mehr Kritik an Nationalisten mit Zuwanderungsgeschichte. Denn ansonsten werden wir keine Gemeinschaft werden können.