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Industrie 4.0 und Bürokratie

2018-10-04T11:57:22+00:004 Oktober 2018|Allgemein, Kommentar|
Industrie 4.0 wird ohne Staatsreform nicht möglich sein. Industrie 4.0. ist eine Notwendigkeit, die sich nicht verhandeln lässt. Sie findet global statt und jene Regionen wie Unternehmen, die diese Transformation nicht schaffen, wird es nicht mehr geben bzw. marginalisiert werden. Europa läuft in Gefahr, den Anschluss zu verpassen.

 

Pars pro toto sei an den Tenor auf den größten Industriemessen der Welt erinnert: „Mit der diesjährigen HANNOVER MESSE hat Industrie 4.0 endgültig den Durchbruch in der Welt geschafft“, so Herr Dr. Friedhelm Loh, Vorsitzender des Austellerbeirats der HANNOVER MESSE. „Die Aussteller haben mehr als 400 echte Industrie 4.0 Show-Cases auf der Messe präsentiert.“. So liest man seit 2016 solche und ähnliche Formulierungen. Wo aber bleibt die Substanz?

 

Es scheitert nicht an der Technik, nicht am Kapital und auch nicht am Willen und Wollen des Managements, welches cum grano salis die Chance wie Herausforderung erkannt hat. Man hört aber hinter vorgehaltener Hand in vielen Vorstandsetagen von zwei Bremsergruppen:

 

Die Bürokratie, sprich teures Staatsversagen, und das eigene mittlere Management. Letzteres wird man perspektivisch wohl in Griff bekommen und liegt im Realisierungs- und Handlungshorizont von Unternehmen.

 

Hingegen stellt die Bürokratie eine ernsthafte Herausforderung dar, die sich in einer realitätsfernen Komfortzone befindet. Aktuell muss man bei sehr hoher Steuerbelastung ein flächendeckendes Staatsversagen in faktisch allen Bereichen, die der Staat an sich gerissen hat, konstatieren.

 

Der Staat liefert nicht nur nicht, er blockiert. Von Bildung über Sicherheit bis Gesundheit etc.: Es reduziert sich die Performance bei gleichzeitig steigender Steuerlast, überdimensionalen Verwaltungsapparat/ebenen wie ausuferneden Verbotskulturen.

 

Industrie 4.0. wie Arbeit 4.0. wird ohne einen entsprechenden Staat und einer entsprechenden Staatsverwaltung nicht möglich sein. Die vernetzende Flexibilisierung, die der Industrie 4.0. wesenseigen ist, ist nicht kompatibel mit der aktuellen Staatsstruktur und mit dem Selbstverständnis der Bürokratie.

 

Industrie 4.0. verlangt Freiheit, Selbstbestimmung, Eigenverantwortung und Flexibilität. Die Besachwaltung des einst mündigen Bürgers durch den Staat, die ausufernde Verbotskultur, die massenhafte Pauperisierung der Bevölkerung durch hohe Steuern und Staatskosten sind ernsthafte Hindernisse für eine erfolgreiche Industrie 4.0.-Strategie.

 

Das staatliche Bildungs- und Sozialsystem produziert immer mehr bildungsferne Armut, die der Staat als Rechtfertigung für die Schaffung neuer Strukturen und Steuererhöhungen sieht. Eine teure, konterproduktive Negativspirale.

 

Der Staat wird sich reduzieren müssen auf die existentielle Daseinsvorsorge durch ein Grundeinkommen, welches vom Bürger die Pflicht nach Bildung und Fortbildung abverlangen soll, und die Zurverfügungstellung der wesentlichen Dienste entsprechend der Gewaltentrennung: Justiz, Sicherheit, Parlament.

 

Entsprechend sind daher die Steuern zu reduzieren bzw. die Einnahmequellen völlig neu zu strukturieren. Alles andere ist nicht mehr Aufgabe des Staates. Sie können durch den Bürger gemeinsam mit Unternehmen, wo eine Notwendigkeit dafür gesehen wird, beispielsweise genossenschaftlich oder durch gemeinnützige Vereine oder Stiftungen betrieben werden, wo natürlich nicht dann als finales Auffangnetz die Kommune, das Land oder der Bund qua Eigentümerrolle zur Verfügung stehen darf.

Über den Autor:

Naftali Neugebauer
Herausgeber Glocalist

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