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Innovationsindex 2018 des BDI: Deutschland verliert den Anschluss an die Spitze

2018-12-27T18:12:43+00:0027 Dezember 2018|Allgemein, Innovation|
Deutschland gehört zu den innovationsstärksten Ländern der Welt und behauptet im internationalen Vergleich den vierten Platz aus dem Vorjahr. Zugleich wächst der Abstand Deutschlands zur Spitzengruppe. Zu diesem Ergebnis kommt der Innovationsindikator 2018, der im Auftrag des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI) die Innovationsstärke von 35 Volkswirtschaften untersucht.
 
Die Bundesrepublik liegt deutlich hinter Spitzenreiter Singapur sowie der Schweiz und Belgien. Sie steht an der Spitze eines hart umkämpften Mittelfeldes. Schweden, die USA und das Vereinigte Königreich folgen mit geringem Abstand. Singapur hat die Führung von der Schweiz übernommen, die seit 13 Jahren an der Spitze des Innovationsindikators gestanden hatte. Die USA sind Sechster, China steht auf Platz 25. Derzeit steigt Chinas Innovationsleistung etwa dreimal schneller als die der EU.
 
Grund für den größeren Abstand Deutschlands zur Spitze ist die fehlende Dynamik in einigen Subindikatoren. Im Teilbereich Wirtschaft rutscht Deutschland von Platz sieben im Vorjahr auf Rang neun ab. Dieses Kriterium misst die Innovationskraft der Unternehmen, ihre Umsetzungskompetenz und den Innovationsoutput – gemessen an der Landesgröße. 2012 reichte es noch für einen Platz unter den Top-Drei-Standorten.
 
„Das kontinuierlich schlechtere Abschneiden im Innovationswettbewerb ist Anlass zur Sorge. Diesen Trend gilt es zu stoppen“, sagte BDI-Präsident Dieter Kempf. „Die Politik darf jetzt keine Zeit mehr verlieren und muss die Weichen für künftige Innovationen stellen.“ Laut der Untersuchung sind es gerade mittelständische Unternehmen, die derzeit im Innovationswettbewerb zurückfallen und damit die Dynamik der Wirtschaft bremsen. Kempf: „Eine ausreichend ausgestattete steuerliche Förderung von Forschung und Entwicklung würde im Zusammenwirken mit einer effektiven Projektförderung die nötigen Impulse setzen.“
 
Auch müsse die Bundesregierung endlich die digitale Infrastruktur ausbauen, erklärte Kempf. Der Schlüssel zum Erfolg der Digitalisierung sei die Kombination von industrieller Stärke mit den Möglichkeiten künstlicher Intelligenz (KI). Nur mit deutlich mehr Investitionen in KI-Anwendungen lasse sich die Durchschlagkraft von KI für die Industrie erhöhen. „Zusätzlich sollte die Bundesregierung die Förderung von Hightech-Gründungen anschieben und den Technologietransfer in den Mittelstand beschleunigen“, unterstrich der BDI-Präsident.
 
Besonders Kooperation und Austausch fördern Innovation, das zeigen vor allen anderen die Schweiz, Irland, die Niederlande und Österreich im neuen Offenheits-Indikator. Hier liegt Deutschland deutlich hinter anderen Industrienationen auf Rang 21 der 35 untersuchten Staaten. Positiv sind eine hohe Integration in den Weltmarkt und eine hohe Offenheit der Wissenschaft. „Unser Land ist im Vergleich zu anderen weniger in der Lage, Talente aus dem Ausland anzuziehen und ausländische Arbeitskräfte in Arbeitsmarkt und Gesellschaft zu integrieren“, kritisierte Kempf. „Eine klare Strategie sowie eine wissens- und innovationsorientierte Migrations- und Arbeitsmarktpolitik sind überfällig.“
In der Studie wird u.a. gefordert, die Einrichtung von offenen Plattformen für Wissenschaft und Innovation: “Der offene Zugang zu Veröffentlichungen von Forschungsergebnissen (open access) und auch der Zugang zu Forschungsdaten (open data) zur Steigerung der Reproduzierbarkeit, der Überprüfbarkeit und der Effizienz im Wissenschaftssystem, aber auch die Bürgerbeteiligung an wissenschaftlichen Prozessen (citizen science) sind Bausteine auf dem Weg zu einer offenen Innovationskultur in Deutschland. Viel wichtiger ist es aber, einen Kulturwandel bei allen Akteuren im Innovationsprozess herbeizuführen und so das Geben und Nehmen von Wissen und technologischen Lösungen über Institutionengrenzen hinweg schneller und leichter zu machen.  Ein Kulturwandel hin zu offenen Innovationsprozessen kann nur durch Vertrauen und somit durch aufklärende und vertrauensbildende Maßnahmen erreicht werden. Die Vorbehalte gerade bei KMU müssen am besten durch positive Erfahrungen in konkreten Kooperationen und Austauschprozessen ausgeräumt werden. Hier können einerseits Plattformen und co-creation labs, die sowohl staatlich organisiert als auch privatwirtschaftlich realisiert werden können, wesentliche Beiträge leisten.”
(Quelle/Aussender: BDI)

 

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