die Position der „Antisemitismus-Beauftragten“ gestaltete sich von Beginn an schwierig.

Welche Qualifikation ist denn überhaupt vonnöten, was macht jemanden zu einem Spezialisten in der Bekämpfung von Judenhass? Und vor allem, soll der Beauftragte eine kosmetische Funktion quasi einen „Alibi-Status“ einnehmen, in einem Land, das über mehr Erfahrung in der Judenvernichtung verfügt als im Judenschutzprogramm oder soll er tatsächlich ein leidenschaftlicher Kämpfer gegen Antisemitismus sein und sich klar und deutlich positionieren?

Wenn man sich das politische Umfeld anschaut, möchte man einem AS-Beauftragten, der seinen Job behalten möchte raten, lieber nicht zu laut zu sein, um Anfeindungen der Politik zu entgehen.


So mancher AS-Beauftragte hält sich auch beispielhaft daran, man nimmt seine Existenz in der Öffentlichkeit kaum wahr, sollte es überhaupt eine Bekämpfung gegen Judenhass geben, muss man von Undercover-Aktionen ausgehen.
Wieder andere mögen Publicity, ergießen sich aber lieber in wissenschaftlichen Studien als Protagonisten in der Realität zu sein, so ist man zwar präsent, wird aber nicht unbequem.

Ausgerechnet der Antisemitismus-Beauftragte von höchster Stelle, nämlich der Bundesregierung, Dr. Felix Klein, wollte schon von Anfang an etwas bewegen und hat seine Funktion durchaus ernstgenommen.
Möglicherweise hat man ihm, der eher zurückhaltend als forsch auftritt, zunächst nicht zugetraut, klar Stellung zu beziehen.

In einem Umfeld wie dem Auswärtigen Amt, dass, so scheint es, aufgrund dringenden Bedarfs, einen eigenen Antisemitismus-Beauftragten zugewiesen bekommen müsste, hat man es sicherlich nicht leicht, wenn man sich wie Klein, offenkundig gegen die Doppelstandards die Israel in deutschen Medien, deutscher Politik und deutscher Kulturszene ausgesetzt ist, einsetzt.

So mag er aus Aktivistensicht manchmal noch zu zurückhaltend scheinen, für Politiker, die der Boykottbewegung gegen den jüdischen Staat zugetan sind, muss er dennoch ein Dorn im Auge sein.
Denn so zurückhaltend er auch wirken mag, er setzt sich pro-jüdisch, pro-Israel ein und das so deutlich, wie es für sein Amt eigentlich selbstverständlich sein sollte, ihn aber doch zum unliebsamen Gegner „kritischer Israelfreunde“ macht.

Die üblichen Verdächtigen aus dem linken Medienspektrum wittern sofort eine Möglichkeit ihre Gesinnungsgenossen innerhalb der politischen Strukturen zu unterstützen und beginnen eine mediale Hetzjagd auf einen Menschen, der nur das tut, was sein Amt erfordert, zumindest dann, wenn man es mit diesem Amt ernstgemeint hat.

Da werden ein paar jüdische Kronzeugen zur Stimme tausender Juden verfälscht und bewusst außer Acht gelassen, dass Klein eine breite Unterstützung in jüdischen Kreisen genießt und sich während seiner Amtszeit Respekt und Anerkennung erworben hat.

Wie gut, dass sich der israelische Botschafter in Deutschland und auch jüdische Organisationen solidarisch mit Felix Klein gezeigt haben.

Sollte es nötig sein, treffen wir uns eben zu einer Demo-Party vor dem Innenministerium, denn klare Kante zu zeigen, ist für uns doch Ehrensache!