Gleichgesinnte, keine Wahl, anschließen und mitmarschieren….“, so lese ich die Schlagworte in einem der jüngsten Aufrufe in der FAZ. Diese Tonalität und Begrifflichkeit und die zugrunde liegende Idee lässt mich erschauern und zeichnen Konturen einer Öko-Diktatur argumentiert mit sektiererhaften Endzeitphantasien und Drohkulissen, die das Humanum entsorgen … zum Wohl aller freilich, oder Gemeinwohl wie man es heute gerne nennt, aber gerichtet gegen Freiheit und Hoffnung.

Wer die rechte Gesinnung hat, ein Gleichgesinnter ist, darf leben, schwingt unausgesprochen in diesem manichäischen bis hin apokalyptischen Endezeitbild mit kräftigem schwarz-weiß Kontrast mit. Da liest man dann: “Es gibt keine Grauzone, wenn es ums Überleben geht.” Meint, es gibt nur Schwarz – Weiß, Gut – Böse, Wir – Die.

Ich bin für Klimaschutz und Nachhaltigkeit, aber ich gehe nicht mit autoritären, linken Ideologen mit, wo implizit jedes Mittel als gerechtfertigt erscheint. Das ist der falsche Weg: Es gibt keine Grauzone, erklären die Protagonistinnen. Gerade Überleben kennt eine reiche Schattierung an Grauzonen und Buntheit, ja macht es erst möglich. Leben findet immer einen Weg. Vielfalt ist die Antwort.

Ich denke, wir retten die Welt durch Innovationen, Freiheit und neue Ideen und nicht durch autoritäre Verzichtsaufrufe, Sozialismus und Mitmarsch-Parolen, die von den Akteuren selber nicht eingehalten, aber bei anderen eingefordert werden. Fliegen dürfen nur die anderen nicht, Handies nur den anderen verboten, Plastikverpackung für das Essen nur den anderen verboten … Nennt man double standards und Bigotterie.

Dem “no hope” halte ich entgegen: Dum spiro, spero. Was diese Kinder wohl kaum verstehen und die gesamte Misere in einen Satz fasst. Was wäre es für eine Forderung, wenn diese Kinder für einen zusätzlichen Schultag (am Samstag) demonstrieren würden, um Kompetenzen für ein nachhaltiges Leben zu erwerben.

Mehr und bessere Schule, statt weniger und Wissenschaftsfeindlichkeit. Denn nur mit Wissen hat man die Chance, die Welt zu einem besseren Platz zu machen. Statt “Fridays for Future”, “Saturdays for Hope&Sustainability”.

Lehrer und Wissenschafter und andere, die diese Proteste befeuern und gutheißen, werden sicher gerne unentgeltlich am Samstag unterrichten und die Kinder gerne die Schule besuchen, denn es gehe ja ums Überleben, das kenne ja keine Grauzone. Was ist da schon kostenfreier, freiwilliger Unterricht? Nebbich.