Salopp könnte man sagen, dass die Ben-Gurion University in der Negev ein Abkommen mit der UN Raumfahrtbehörde vorbereitet. Im Zentrum dieser UN-Behörde (UNOOSA) steht nach Eigenangaben die friedliche, kooperative Nutzung des Weltraums durch die Völker dieser Welt. Schwerpunktprogramme sind beispielsweise medizinische Forschung im All oder bessere Nutzung von Wasser.

So liest man im Selbstverständnis dieser Behörde: “Das Büro der Vereinten Nationen für Weltraumfragen (UNOOSA) ist das Büro der Vereinten Nationen, das für die Förderung der internationalen Zusammenarbeit bei der friedlichen Nutzung des Weltraums zuständig ist. UNOOSA dient als Sekretariat für den einzigen Ausschuss der Generalversammlung, der sich ausschließlich mit der internationalen Zusammenarbeit bei der friedlichen Nutzung des Weltraums befasst.”

UNOOSA’s Dr. Shirish Ravan, links, mit BGU’s EPIF’s Dr. Shimrit Maman, mitte, and Prof. Dan Blumberg, rechts, während eines Prä-Corona Treffen.

Ziel des MoU sei es, dass ein Regional Support Office (RSO) für das UNOOSA-Programm eingerichtet werde. Die Ben-Gurion University kann schon auf eine Expertise verweisen, ist sie doch der Regionalpartner der NASA.

Prof. Dan G. Blumberg, Vizepräsident der Ben-Gurion-Universität für regionale und industrielle Entwicklung: “Dies ist ein aufregender Moment, in dem wir unsere langfristigen wissenschaftlichen Erkenntnisse zur Verfügung stellen werden, um bei Bedarf Hilfsbemühungen zu unterstützen. Unsere Fähigkeit, die Erde vom Weltraum aus zu beobachten und komplexe Bilder schnell zu analysieren, wird weltweit genutzt, um Katastrophen wie Tsunamis, Erdbeben, Dürren und andere zu mildern. Wir wünschen unserer Universität und UNOOSA eine fruchtbare Zusammenarbeit beim Aufbau von Kapazitäten und bei der Ausbildung in diesem sehr wichtigen Bereich“.

Das RSO wird in der Earth and Planetary Image Facility (EPIF) der BGU untergebracht sein. EPIF ist verantwortlich für multidisziplinäre satelliten- und luftgestützte wissenschaftliche Fernerkundungsforschung für Anwendungen im Umweltbereich, einschließlich der Förderung und Entwicklung von Fernerkundungsmethoden. Mit der Aufnahme von EPIF erhöht sich die Zahl der UN-SPIDER RSOs auf 25 und erweitert das Netzwerk um wertvolles Fachwissen über Satellitentechnologie.

Der Vertreter der Israelischen Raumfahrtbehörde Dir.-General. Avi Blasberger führt aus: “Die israelische Raumfahrtbehörde hat beträchtliche Mittel bereitgestellt, um die israelische Beteiligung an dieser Aktivität zu verstärken. Wir freuen uns, dass die Keime unserer Bemühungen Wurzeln schlagen, und wir wünschen der Ben-Gurion-Universität viel Erfolg

Im Rahmen der Absichtserklärung werden UNOOSA und EPIF in mehreren Bereichen zusammenarbeiten, darunter Notfallmanagement, Kapazitätsaufbau bei weltraumgestützten Technologien für das Katastrophenmanagement und die Verbreitung von Methoden und Ergebnissen der Erdbeobachtung.

UNOOSA-Direktorin Simonetta Di Pippo: “Ich freue mich, dass das UN-SPIDER-Netzwerk von RSOs kontinuierlich wächst, seine Ressourcen um vielfältiges, hochkarätiges Fachwissen erweitert und den Wissensaustausch auf globaler Ebene ermöglicht. Durch die RSOs wird unsere Arbeit zur Unterstützung von Ländern bei der Nutzung von Weltrauminstrumenten zur Katastrophenbekämpfung ausgeweitet, um das Leben von mehr Menschen weltweit zu verbessern“.