Mehr als 400.000 Menschen in Deutschland sind von den chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa betroffen, die in Schüben verlaufen und das Darmgewebe zerstören. Die chronische Entzündung kann nach wie vor bei einer Vielzahl von Patienten nicht ausreichend in den Griff bekommen werden.

Zudem war bisher weitgehend unklar, wie Entzündungsschübe ausgelöst werden. Forscher der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) haben nun zusammen mit niederländischen Kollegen zeigen können, dass bestimmten Zellen im Darm eine Schlüsselrolle bei der Auslösung von Erkrankungsschüben zukommt. Hierdurch ergeben sich innovative Ansätze für zukünftige Therapien.

Der Entstehung chronisch-entzündlicher Darmerkrankungen liegt ein komplexes Zusammenspiel zahlreicher Faktoren zugrunde. Dieses führt letztendlich zu einer übersteigerten Aktivierung des darmeigenen Immunsystems und im Zuge der so hervorgerufenen Entzündung zu oft schwerwiegenden Krankheitssymptomen.

Zum Immunsystem des Darms gehören auch sogenannte gewebsansässige Gedächtnis-T-Zellen, kurz TRM (Tissue Resident Memory)-Zellen. Deren Rolle bei der Entstehung chronischer Entzündung im Darm war bislang unklar.

Die Daten legen zudem nahe, dass TRM-Zellen die Einwanderung und Differenzierung anderer Immunzellen regulieren und damit zentral sind, um die Immunantwort zu steuern. Dementsprechend haben Patienten mit hohem Anteil an TRM-Zellen in der Darmschleimhaut ein höheres Risiko, im Verlauf der Erkrankung Schübe zu entwickeln als solche mit niedrigem Anteil.

 

Originalpublikation: Die Ergebnisse der Untersuchungen haben sie nun in der renommierten Zeitschrift „Nature Immunology“ veröffentlicht: http://dx.doi.org/10.1038/s41590-018-0298-5

 

 

 

(Quelle: FAU)