Der durchschnittliche Strompreis für Verbraucher wird 2020 voraussichtlich weiter auf Rekordniveau bleiben. Die EEG-Umlage steigt von 6,405 ct/kWh auf 6,756 ct/kWh um fünf Prozent an, bei den Netznutzungsentgelten zeigt die Tendenz um neun Prozent deutlich nach oben, nur die Einkaufspreise an der Strombörse sind um 15 Prozent im Vergleich zum Vorjahr gesunken.

Die EEG-Umlage, die rund ein Fünftel des Strompreises ausmacht, wird 2020 laut der aktuellsten Veröffentlichung steigen. Ein Musterhaushalt mit einem Jahresverbrauch von 5.000 kWh Strom muss demnach 18 Euro mehr zahlen – pro Jahr.

“Durch die Abschaffung der Ökostromumlage könnte die Bundesregierung deutsche Haushalte um über 8,5 Milliarden Euro entlasten”, sagt Lasse Schmid, Geschäftsführer Energie bei CHECK24. “Soll die Energiewende gelingen, muss Strom nicht nur sauberer werden, sondern auch bezahlbar bleiben.”

Netznutzungsentgelte steigen 2020 für die meisten Verbraucher

Die Netznutzungsentgelte machen rund ein Viertel des Strompreises aus. Bereits Anfang Oktober haben die vier großen Übertragungsnetzbetreiber Preiserhöhungen für 2020 angekündigt.

Bei den für Endverbraucher relevanten Verteilnetzentgelten deutet sich ein ähnlicher Trend an. Aktuell stehen sie für 68 Prozent der Stromversorgungsgebiete fest – und fallen rund neun Prozent höher aus als 2019. Ein Musterhaushalt mit einem Verbrauch von 5.000 kWh würde dadurch voraussichtlich 35 Euro mehr pro Jahr zahlen. Der Osten Deutschlands (+12 Prozent) wird stärker belastet als der Westen (+8 Prozent).

“Ein reduzierter Mehrwertsteuersatz von sieben Prozent auf Strom, so wie bei Nahrungsmitteln, würde einen solchen Haushalt um rund 150 Euro jährlich entlasten”, sagt Lasse Schmid.

Die bereits veröffentlichten Netznutzungsentgelte sind Vorboten für neue Rekordstrompreise im kommenden Jahr”, sagt Lasse Schmid, Geschäftsführer Energie bei CHECK24.

Großhandelspreise für Strom 2019 gesunken – Verbraucher zahlen trotzdem Rekordpreise

Zwar kaufen Versorger an der Strombörse im Vergleich zum Vorjahr um 15 Prozent günstiger ein, die gesunkenen Preise werden bislang aber nicht an die Verbraucher weitergegeben.

Sie zahlen aktuell so viel wie noch nie für Strom. Seit August haben 22 Stromgrundversorger Preiserhöhungen durchgeführt. Die Erhöhungen betragen im Schnitt 4,2 Prozent und betreffen rund 440.000 Haushalte.

Quelle: Check24