Der österreichische Forschungsrat fordert 30 Milliarden für „Zukunftsfonds Wissenschaft, Forschung und Innovation“. Ohne Zweifel, die richtige Zielsumme und die richtige Forderung angesichts des Rückstandes Europas in Sachen Innovation einerseits, andererseits aufgrund der einbrechenden Konjunktur.

Eine solche Summe wäre nicht nur ein unmittelbarer Stimulus für die Konjunktur, sondern ist auch nachhaltig und zukunftsorientiert.

Legt man dies auf Deutschland um, dann hätte die institutionalisierte Wissensgesellschaft für Innovation rund 300 Milliarden zu fordern. Doch dazu fehlt leider der Mut. Aktuell wurde sie gerade mal mit 10 Milliarden auf 10 Jahre abgespeist, wie GLOCALIST berichtet.

Der österreichische Forschungsrat macht folgende Defizite aus, die auch cum grano salis für Deutschland so gelten: Veraltete Strukturen im Bildungssystem und geringe Veränderungsdynamik als Ursachen für mangelnden Fortschritt.

Forschung, Wissenschaft und Innovation definieren, wie zukunftsfit Österreich ist. Um die Republik nachhaltig in der Gruppe der Innovationsleader zu etablieren muss auch die Investitionsquote im öffentlichen Bereich nachhaltig gehoben werden. Damit diese Lücke geschlossen werden kann brauchen wir einen entsprechenden Zukunftsfonds“, begründet Dr. Hannes Androsch, Vorsitzender des Rates für Forschung und Technologieentwicklung, die vom Forschungsrat verabschiedete „Ratsempfehlung zur Etablierung eines Zukunftsfonds für Wissenschaft, Forschung und Innovation“, der für zehn Jahre ein Gesamtvolumen von 30 Milliarden Euro bereitstellt.

Österreich liege bei der Innovationsdynamik weit hinter vergleichbaren Ländern wie der Schweiz, den Niederlanden und Schweden. Im Global Innovation Index ist Österreich im Vergleich zum Vorjahr um einen Platz zurückgefallen und liegt nur mehr auf Platz 21, so der Forschungsrat korrekt.

Und das, obwohl konkrete Konzepte und Strategien zur Steigerung der Innovationsdynamik seit vielen Jahren vorliegen – es mangelt allerdings an einer entsprechenden Implementierung.

Werden die von uns formulierten Zukunftschancen ergriffen, wird es möglich sein, dass Österreich den Weg zur Innovationsspitze erfolgreich beschreiten kann“, so der stellvertretende Ratsvorsitzende, Univ.-Prof. Dr. Markus Hengstschläger.

Es reiche nicht, Forschung nur zu stimulieren, vielmehr bedarf es einer nachhaltigen, breiteren Innovationsbasis sowie flexibleren Zugängen. Hohe wissenschaftliche Qualität ist möglich – solange dafür die richtigen Rahmenbedingungen geschaffen werden, so der Forschungsrat.

Ein mögliches Instrument könnte so sein, ein Social Media für die Wissensgesellschaft zu schaffen., wie es aktuell sciencebook als gemeinnütziges Vorhaben versucht.

Die nachlassende internationale Konjunktur bremst das Wirtschaftswachstum in Österreich. Um die Dynamik wieder zu aktivieren, sind Zukunftsinvestitionen gegenüber Konsumausgaben politisch zu priorisieren. Das bedeutet, dass die zu geringe Investitionsquote – sowohl im privaten als auch im öffentlichen Bereich – angehoben werden muss, um das Innovationswachstum in Österreich zu stärken.

Nur mit gezielten Investitionen in Bildung, Wissenschaft und Forschung wird es gelingen, die Herausforderungen der Zukunft zu bewältigen. Um Österreich nachhaltig in der europäischen Spitzenliga der Forschung und Innovation zu verankern, muss ein ausreichend dotierter Fonds als Impulsgeber für Zukunftsprojekte ins Leben gerufen werden, so der Forschungfsrat abschließend.

Quelle/Sender: Rat für Forschung und Technologieentwicklung