Startup Genome und Global Entrepreneur Netwerk (GEN) erstellen jährlich Ranking der Städte mit den besten Ecosystems für Start-ups: Den Global Startup Ecosystem Report (GSER).

Das Investment in Start-ups wuchs nur in einem Jahr global um 20% und hält aktuell bei rund 3 Billionen US-Dollar. Rund 75% davon gehen in die 10 größten Ecosysteme der Welt.

Für den Report wurden Daten von rund einer Million Unternehmen ausgewertet mit rund 300 Partnerorganisationen für 150 Städte. Der Bericht wird seit 2012 erstellt.

Zur Methodik und Nomenklatur allgemein: Es finden neun Erfolgsfaktoren Bewertung: Performance, Funding, Marktanteil, Talentsuche, Erfahrung, Vernbetzung/Plattformökonomie, Wissen/Kompetenz, Infrastruktur, und politische Rahmenbedingungen.

Nach dieser Evaluierung anhand oben angeführter Faktoren werden die Ecosystem in vier “Cluster” ausgewertet resp. eingeteilt: Leaders, Major Hubs, Momentum und Challengers.

Wenig überraschend die führenden Städte bzw. Regionen (in Reihenfolge): Silicon Valley, New York City, London und Peking ex aequo, Boston und schließlich – auch ex aequo – Los Angeles und Tel Aviv.

Berlin hat hingegen drei Plätze verloren und wurde von Paris in der Platzierung überholt.

Die Challengers: Asien dominiert

Ein Blick auf die Chart der Challenger zeigt, dass Europa deutliche Probleme hat; lediglich durch Finnland findet Europa Eingang in die Top Challengers, wie nachfolgende Chart zeigt. Die Musik spielt im Asia-Pazifischen Raum.

Trau Dich

Interessant auch die Erfolgsfaktoren für Start-ups, hier sei eine Erkenntnis besonders hervorgehoben: Je mehr Codes in der Vorstartphase geschrieben worden sind, umso wahrscheinlicher der Mißerfolg.

Dies steht diametral zu Anforderungen vieler Venture Capitalist in Deutschland, die am liebsten das fertige Produkt und dann das auch noch noch vor Start profitable wirtschaften sehen wollen, bevor sie, die Venture Capitalist, in das sogeannte “Risiko” gehen.

Eine Strategie, die das Pferd von hinten aufzäumt und die grundsätzlichen basics der Plattformökonomie und IT-Welt nicht mehr verstehen. Den Code, also das Produkt, zuerst entwicklen und dann rund ein Jahr nach Venture Capital zu “bootstrampen”, lässt bei Erfolg den Code aber bereits alt und überholt sein, da der Fortschritt in der Webökonomie einfach zu rasant ist. Idealiter ist es daher, in die Vision und in das Team zu investieren, das dann das Produkt, den Code agil entwickelt. Das wäre der richtige Weg in der Webökonomie.

Diese falsche Investmentstratgeie bestraft der Markt einfach und erklärt mit ein Stück weit, warum Berlin nachlässt: Es ist die Angst vor Innovation und der Komfortzonen-Habitus, die auch schon in einer aktuellen Umfragestudie sich bestätigt, wie aktuell auf GLOCALIST berichtet.

Polemisch formuliert könnte man dem deutschen und auch europäischen Investor (London und Paris mal ausgenommen) zurufen: Trau Dich, je größer die Unwägbarkeit, je größer deine Angst vor Verlust, umso eher wirst Du Erfolg haben.

Keine neue Erkenntis, schon 2017 mache man im Rahmen der CEBIT 2017 Australia als einen der fünf Erfolgsfaktoren für Süd-Korea aus, das regelmäßig unter den Top 3 der innovativsten Staaten der Welt zu finden ist: “Take a risk: There’s a high tolerance for risk in business, even in the big conglomerates.

Der Report spricht schließlich vier Empfehlungen aus:

Efforts to expand funding for startups are the number
one most common policy action taken by governments.
• In the aggregate, policy actions to increase access
to capital are correlated with greater levels of early-
stage funding in ecosystems.
• After access to finance, the next most common policy
action are SSOP Support and Immigration.
• While policy actions have been taken by governments
across a wide array of categories, the areas with the
least action taken are Bankruptcy, Diversity & Inclusion,
and Procurement.