Anlass dieses 2018 publizierte Werk vorzustellen ist, dass es einen der wichtigsten jüdischen Buchpreise, den Schnitzer Award, in der Kategorie “Biblical Studies, Rabbinics, and Jewish History and Culture in Antiquity” erhalten hat.

In diesem Buch untersucht Lynn Kaye, wie die Rabbiner der Spätantike durch ihre juristische Argumentation und ihr Geschichtenerzählen über die Zeit dachten und was diese Erkenntnisse für das Denken über die Zeit heute bedeuten.

Indem sie rechtliche und erzählerische Texte im babylonischen Talmud aus nächster Nähe liest, vergleicht sie zeitliche Vorstellungen mit verwandten Konzepten in alten und modernen philosophischen Texten und in religiösen Traditionen aus dem spätantiken Mesopotamien.

Kaye zeigt, dass die zeitliche Flexibilität im babylonischen Talmud ein Mittel zur Erforschung und Lösung von Rechtsunsicherheiten sowie ein Instrument zur Erzählung von Geschichten ist, die Ideen effektiv und dramatisch vermitteln.

Ihr Buch, das erste über die Zeit im Talmud, macht komplexe juristische Texte und philosophische Ideen zugänglich. Es verbindet auch die Literatur des spätantiken Judentums mit breiteren theologischen und philosophischen Debatten über die Zeit.

Ben Rothke schrieb damals in der Times of israel: “In this fascinating monograph, Kaye shows how many of the Bavli texts can contribute to contemporary theoretical examinations of time, and suggests future directions of research, particularly the application of similar methods of analysis to case law and narrative texts in the Mishna … This is a captivating book on a number of topics that are essential to the crux of Jewish life and philosophy.