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: Interview (Video) mit Dr. Christoph Boschan (CEO Wiener Börse)

VIENNA BULLISH MARKET

: Interview (Video) mit Dr. Christoph Boschan (CEO Wiener Börse)

2018-10-09T08:07:02+00:008 Oktober 2018|Allgemein, Investment|

Börsegänge sind oftmals aufwendig und kostenintensiv. Die Börse in Wien bietet nun mit zwei neuen Produkten, den „direct market” und „direct market plus“ einen einfachen Zugang zum Kapitalmarkt inmitten Europas.

Bestrebungen in diese Richtung gab es schon länger, doch endlich klappte das Zusammenspiel zwischen Börse, FMA und Politik, wie selten zuvor in der langen und erfolgreichen Wirtschaftsgeschichte Österreichs.

Die einen sprachen von einem sinnlosen Unterfangen, als mit Beginn diesen Jahres die „Initiative neuer Markt Wiener Börse“ die Öffnung eines funktionierenden Dritten Marktes an der Wiener Börse einforderte, andere liefen hoffnungsvoll bei den Bestrebungen mit und eine handvoll wirkten pro-aktiv. Ergebnis: mission accomplished. Wien hat einen Dritten Markt.

Doch worum geht es?

Bei einem IPO (Initial Public Offering) geht es darum, sich als Unternehmung ein größeres Volumen an Kapital über die Börse zu holen. Verbunden ist das stets mit einem öffentlichen Angebot. Notwendig hierzu: ein regulierter Börsemarkt. Für gewöhnlich ist es auch notwendig, selbst bei Nicht- Kapitalaufnahme, einen Prospekt schreiben zu lassen. Das ist zumeist mit sehr hohen Kosten verbunden. Zudem sind die Zugangsvoraussetzungen für einen EU geregelten Markt höher, als jene für einem durch die Börse regulierten Markt, wie eben beim neuen Produkt der Wiener Börse „direct market“.

Übergeordnet folgende Tatsache: in Europa ist viel zu wenig echtes Venture-Kapital, das für Technologieentwicklungen rasch zur Verfügung gestellt zu werden kann, vorhanden. Die paar wenig Kapitalisierten, zumeist im allseits bekannten deutschen Stiftungswesen zu finden, sind behebig, rückwärtsgewandt, erblich massiv vorbelastet, nicht am Puls der Zeit, zu wenig flexibel, engstirnig und oftmals viel zu wenig risikobereit.

Dazu eine scheinbar unaufhaltsame, schädigende europäische Lobbyarbeit im Europaparlament, die die europäischen Unternehmungen langfristig mehr schädigt, als jene, denen man auf den Zahn fühlen will. All das addiert, könnte Europa zu einem architektonischen Steinehaufen mit historischen Tourismusfaktor, aber ohne Innovationskraft und intellecutal property werden lassen.

Für junge, vor allem Tech-Unternehmungen, ist das Umfeld eines gesunden Kapitalmarktes Grundvoraussetzung, um starke Finanzinvestoren aus aller Herren Länder anlocken zu können oder wirklich innovative, intelligente, neue Produkte auf den Markt zu bringen. Diese neuen Technologien und Unternehmungen stärken den Wirtschaftsraum nachhaltig, machen Innovation möglich und ermöglich den zahlreichen europäischen Seed-Investoren, das eingesetzte Kapital nicht durch Firmenverkäufe an Konzerne, sondern über den Kapitalmarkt zurück zu erhalten.

Zudem entlässt man den Staat aus der Verantwortung mit einem mehr- oder weniger gedeckelten Förderwesen durch den Steuerzahler frisches Kapital am freien Markt für Internationalisierungsprozesse zu lukrieren. Zu guter Letzt freut es die Finanzminster, weil durch die Kapitalertragssteuer zusätzliche Einnahmen in die Staatskassen gespült werden.

Was genau die beiden neuen Produkte DIRECT MARKET und DIRECT MARKET PLUS sind und die Haltung zu weiteren Themen wie: Bewusstsein für Aktien, Kapitalmarkt ist Bildungssache _Künstliche Intelligenz _ Blockchain _ Cryptocurrencies _ Brexit erklärt Dr. Christoph Boschan, CEO der Wiener Börse ausführlich im Interview

 

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Zusammengefasst kann gesagt werden: das große Novum für Wien ist, dass für österreichische Unternehmungen der Zugang für den Börse regulierten Markt (heißt in Österreich gesetzlich Dritter Markt) in den letzten Jahren österreichischen Unternehmungen verwehrt war. Das kommt von einer Gesetzesänderung, die besagt, das österreichische AGs Namensaktien ausgeben mussten und Inhaberaktien durften nur jene Unternehmen vergeben, die im EU-regulierten Markt notiert waren. Solche Kriterien sind natürlich alles andere als zeitgemäß, abgesehen davon, dass es nicht internationalen Standards entspricht.

WAS IST ZU TUN, DAMIT IM DIRECT MARKET DIE BÖRSE GLOCKEN LÄUTEN

Voraussetzung ist, das Unternehmen ist eine AG. 
Für den „direct market plus“ wird eine Bestandsdauer der Unternehmung von einem Jahr verlangt. Jahresabschluss sollte veröffentlich und Unternehmenskalender sollte vorhanden sein; ein Capital Market Coach ist ebenso gern gesehen. Kosten: Erstzulassung mit Einmalgebühr von 5.000 Euro. Folgekosten/Jahr 1.000 Euro, Kosten für den Capital Market Coach exklusive.

 

 

 

Oftmals werden die Kosten der Wiener Börse ins Treffen geführt und die neuerliche Gebührenanhebung trägt wenig zur allgemeinen positiven Stimmung bei. Christoph Boschan, CEO der Wiener Börse argumentiert: „Wir sind die Günstigsten. Deswegen habe wir die Mehrheit der Umsätze. Ja, die Gebührenstruktur wurde minimal angeglichen. Im Wesentlichen wird das Transaktionsgebührenaufkommen dadurch anders verteilt. Für die größte Anzahl der Handelsteilnehmer wurde es billiger, für eine mittlere Gruppe änderte sich nichts und wenige sehr große Handelsteilnehmer zahlen schließlich ebenfalls wieder auf dem Niveau des Vorjahres (sie hatten durch bestimmte Marktentwicklungen sehr hohe Rabatte in Anspruch nehmen können, die jetzt ein Stück weit zurückgefahren wurden). Es ist somit nicht zutreffend, dass die Kosten erst neulich deutlich angehoben wurden.

DER ONE_STOP BÖRSEGANG LEICHT ERKLÄRT

Kontakt mit der Wiener Börse aufnehmen – Börse stimmt dann die weiteren Schritte ab – materielle Prüfung des Unternehmens (Verwendungszweck, Finanzzahlen, Risikoabwägung) – Informationsmemorando wird von Wiener Börse erstellt – Gremium tagt, entscheidet für oder gegen Zulassung – innerhalb von zwei Tagen gibt es Entscheidung – Glocke kann läuten.

 

Linktipps

INTIATIVE NEUER MARKT WIENER BÖRSE: http://updatedigital.at/news/marketing/plattform-initiative-neuer-markt-wiener-boerse-geht-an-den-start/9.280.854

ANLEIHE GOES BLOCKCHAIN: Es handelt sich hierbei um eine Aufstockung von bestehenden Bundesanleihen. Diese notieren bereits an der Wiener Börse. Es kommt durch die Aufstockung zusätzliches Emissionsvolumen dazu: https://diepresse.com/home/wirtschaft/boerse/5506335/Erste-Bundesanleihe-mit-BlockchainUnterstuetzung-ein-Erfolg

Über den Autor:

Petra Augustyn
Sie ist im Beirat GLOCALIST und Serial Entrepreneurin. Nach erfolgreichen Jahren in der New Economy war sie als E-Commerce Managerin für Konzerne tätig (erste online kaufbare Versicherung Österreichs). Im Jahr 2002 gründete die UNDER PAR Ltd. – ein international agierendes Immobilien-Development Unternehmen. Daraus gingen die UNDER PAR Publishing Ltd. mit den Projekten UNDER PAR E_Paper und MUSEUM TV hervor. Beide Projekte wurden erfolgreich an einen Medienkonzern verkauft. Petra Augustyn war Vizepräsidentin des IAB (Internet Advertising Bureau) Austria in der Gründungsphase 2002 – 2004. Heute betreibt Petra eine Consultingfirma, hält Key Notes zum Thema Künstliche Intelligenz und Ethik und ist Gründerin von ktschng.com und feelgood.tips (AI Projekt).

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