Das “Zentrum für Politische Schönheit” (ZPS) betreibt politische Agitation unter dem Deckmantel der Kunst. Die jüngste Aktion des ZPS zielte in erster Linie auf die CDU und CSU im Bundestag. Die Fraktion sollte von der angeblich kurz bevorstehenden Koaliton mit der AfD abgehalten werden.

Hierzu hatten die Verantwortlichen des ZPS Asche und Knochenreste von Opfern des Holocaust aus 23 Massengräbern in Deutschland, Polen und der Ukraine ausgegraben, diese in Plexiglas eingegossen und an mehreren Orten in Deutschland, unter anderem vor dem Reichstag, öffentlich ausgestellt.

Neben der Blechsäule mit dem Plexiglaswürfel vor dem Reichstag stellten die Aktivisten in Berlin eine Tafel mit den Namen aller Bundestagsabgeordneten der CDU und CSU; diese wurden aufgefordert vor der Säule zu erscheinen und im Angesicht der sterblichen Überreste der Opfer des Holocaust “ihre demokratischen Absichten zu bekräftigen”.

Das ZPS drohte, das Erscheinen oder Fernbleiben der einzelnen Abgeordneten der CDU und CSU auf der Tafel zu vermerken.

Die Aktion war als “Mahnwache” angekündigt und für fünf Werktage bis zum 7. Dezember genehmigt worden. Ebenso wie die damit einhergehende temporäre Aufstellung einer “Säule”.

Das ZPS erließ am Tag der Aufstellung einen Spendenaufruf; angeblich würde das Geld gebraucht, um das Fundament der Blechsäule mit “der Asche der Ermordeten Hitlerdeutschlands” mit Beton auszugiessen und das “Kunstwerk” dadurch dauerhaft zu verankern.

Ich halte diese Aktion für einen absoluten Tiefpunkt in der politischen Auseinandersetzung seit 1949. Das ZPS diffamiert demokratisch gewählte Politiker von CDU und CSU und verdächtigt sie indirekt, einem neuen Massenmord die Hand zu reichen.

Vollends unerträglich wird es, weil diese Aktion die Gefühle der Angehörigen von Opfern des Holocaust zutiefst verletzt hat. Auch, weil die Totenruhe in der jüdischen Religion weitaus strenger ausgelegt wird, als etwa in der christlichen, und deren Störung oder gar die Entfernung der sterblichen Überreste als schweres Sakrileg gilt.

Erst nach massiven Protesten entfernte das ZPS die deutschlandweit aufgestellten Blechsäulen widerwillig. Die vor dem Reichstag wurde allerdings trotz Ablauf der Genehmigungsfrist stehen gelassen und lediglich der Plexiglaswürfel entfernt.

Stattdessen wurde auf der schwarzen Blechsäule eine Todesdrohung an die Abgeordneten von CDU und CSU angebracht: “Ich schwör Tod durch Wort und Tat, Wahl und eigene Hand – wenn ich kann – jedem, der die Demokratie zerstört.”

Ausserdem wurde am gleichen Tag der Grabstein von Franz von Papen vor der CDU-Zentrale in Berlin abgestellt, den das ZPS kurz zuvor von dessen Grab auf dem Friedhof der saarländischen Gemeinde Wallerfangen gestohlen hatte. Franz von Papen war der entscheidende Strippenzieher für die Koalition der DNVP mit der NSDAP, die Hitler 1933 an die Macht gebracht hatte.

Schließlich wurde das Fundament der Blechsäule vor dem Reichstag in der Nacht zum 8. Dezember von Aktivisten des ZPS mit ca. vier Tonnen Beton ausgegossen. Bis dahin hatte die Spendenaktion rund 93.000,- Euro eingebracht. Das Einbetonieren, für das die Spenden eingeworben worden waren, kostet maximal Euro 1.500,- Euro.

Vieles spricht dafür, dass das Beibehalten der Säule vor dem Reichstag und das Ausgiessen des Fundaments, laut Aussage des ZPS übrigens “unter den Augen der Polizei”, nur noch dem Zweck diene, die erwirtschafteten Spenden legitimieren und einbehalten zu können.

Spender und Anhänger wurden mit markigen Worten über die “Aktion” informiert. Im Auftrag das ZPS, das sich als “Sturmtrupp” der moralischen Schönheit definiert, habe ein “Spezialbetonkommando” die Mahnsäule für die Ewigkeit befestigt, die numehr zu einer “Schwurstätte” gegen den Verrat an der Demokratie umgewidmet worden sei.

Das Bezirsamt Berlin Mitte setzte den Aktivisten des ZPS daraufhin eine Frist, die Blechsäule bis zum 20. Dezember zu entfernen. Dem ist das ZPS nicht nachgekommen und hat Widerspruch eingelegt. Wenn der Widerspruch abgewiesen wird, kann das ZPS klagen. Mithin wird die Blechsäule dort noch lange stehen.

Dass weder von CDU noch von CSU auch nur eine nennenswerte Stellungnahme zu den unfassbaren Angriffen gegen ihre demokratisch gewählten Bundestagsabgeordneten erfolgte, spricht für sich selbst.

Ein Israeli mit deutschen Wurzeln, der Autor Eliyah Havemann, Sohn von Wolf Biermann und Sybille Havemann, wollte der Instrumentalisierung des Holocaust jetzt allerdings nicht länger zusehen. Havemann, dessen Großvater Dagobert Biermann 1943 in Auschwitz ermordet wurde, war fassungslos, “dass mit den Überresten von Auschwitzopfern Politik und/oder Kunst gemacht wird”.

Am Sonntag den 5,. Januar, rückte er mit 20 Facebook-Freunden an, um die Blechsäule umzulegen. Bevor die Säule allerdings mit der Flex vollständig durchgesägt werden konnte, erschien die Polizei, um die Aktion abzustoppen. Die Personalien von Havemann und seinen Unterstützern wurden aufgenommen, das Werkzeug beschlagnahmt und ein Platzverweis ausgesprochen.

Das “Zentrum für Politische Schönheit” soll Anzeige wegen Sachbeschädigung gegen Havemann erstattet haben; per Twitter wurde Havemann, der am Montag nach Israel zurückflog, ausserdem vom ZPS auch noch verhöhnt, indem ihm für den nächsten Anlauf “kostenlose Nachhilfe” angeboten wurde.

Ich verhöhne Eliyah Havemann nicht; ich danke ihm für seinen Mut! Und ich bitte ihn und alle anderen Angehörigen von Opfern des Holocaust, deren Gefühle durch das Handeln des ZPS verletzt wurden, aufrichtig um Entschuldigung. Ich bitte darum, den Glauben an dieses Land nicht zu verlieren. Nicht alle Deutsche sind so wie die Akivisten des ZPS und ihre fanatisierten Anhänger.