Eine Methode zur Vorhersage der Coronavirus-Ausbreitung, die von Wissenschaftlern des Weizmann-Instituts erfunden und entwickelt wurde, könnte es den Behörden ermöglichen, ihre Anstrengungen auf Bereiche zu konzentrieren, in denen ein Ausbruch erwartet wird – und die Maßnahmen in anderen Bereichen zu erleichtern.

Eine Methode zur Überwachung, Identifizierung und Vorhersage der Ausbreitungsgebiete des Coronavirus, die von Wissenschaftlern des Weizmann Instituts für Wissenschaft in Zusammenarbeit mit Forschern der Hebräischen Universität Jerusalem und des Clalit Health Services sowie in Abstimmung mit dem Gesundheitsministerium initiiert und entwickelt wurde, hat großes internationales Interesse geweckt.

Inzwischen haben weitere Regierungen mit der Umsetzung der Methode begonnen, die auf Fragebögen für die breite Öffentlichkeit und auf der Analyse der daraus gewonnenen Daten beruht. Die Fragebögen verfolgen die Entwicklung der vireninduzierten Symptome, und die Analyse stützt sich auf Algorithmen von Big Data und künstliche Intelligenz.

Die Virusausbreitung erfolgt in Clustern von Infektionen; daher kann eine frühe Identifizierung von Clustern verschiedene Aktionen erleichtern, die darauf abzielen, die Ausbreitung des Virus zu verlangsamen.

Ein Pilotprojekt, das vor etwa einer Woche in Israel von den Profs des Instituts gestartet wurde. Eran Segal und Benjamin Geiger und Prof. Yuval Dor von der Hebräischen Universität haben eine bemerkenswerte öffentliche Resonanz erhalten, wobei bisher etwa 60.000 Israelis die Fragebögen ausgefüllt haben.

Eine vorläufige Datenanalyse führte die Wissenschaftler dazu, dass sie eine signifikante Zunahme der von der Öffentlichkeit berichteten Symptome in Gebieten feststellen konnten, in denen verifizierte Patienten bekanntermaßen bestanden haben.

Diese genaue Kartierung auf Nachbarschaftsebene könnte es den Gesundheitsbehörden ermöglichen, sich auf Gebiete zu konzentrieren, in denen ein Ausbruch und eine Ausbreitung des Virus vorhergesagt wird – während sie gleichzeitig die Maßnahmen in Gebieten erleichtern können, in denen ein Ausbruch nicht erwartet wird.

“Diese Fragebögen sind das einzige Instrument, das ein allgemeines Bild des Virusausbruchs im ganzen Land vermitteln kann. Es ist wichtig zu beachten, dass sie nicht die Bemühungen ersetzen sollen, die Anzahl der Tests zur Identifizierung von Patienten und Trägern zu erhöhen”, sagt Prof. Segal.

“Allerdings können die Tests nie die gesamte Bevölkerung abdecken – sowohl aus logistischen als auch aus wirtschaftlichen Gründen. Wir glauben, dass unsere Methode dem Gesundheitsministerium ein strategisches Instrument zur Bewältigung der Krise zur Verfügung stellen kann”.

Zusammen mit Prof. Ran Balicer vom Clalit Research Institute und weiteren Forschern haben die Wissenschaftler die Entwicklung fortgesetzt und vor kurzem auf der MedrXiv-Website einen Artikel über die Methode veröffentlicht, in dem sie andere Länder auffordern, die Methode umzusetzen.

Zahlreiche Länder, darunter die USA, Indien, Luxemburg, Malaysia, Spanien, Deutschland, Italien und Großbritannien, haben ebenfalls begonnen, die Fragebogenmethode zu übernehmen.

Die Wissenschaftler arbeiten derzeit an der Einrichtung eines globalen Forums unter der Leitung von Prof. Segal und anderen Forschern aus den Vereinigten Staaten mit dem Ziel, Daten und Erkenntnisse auszutauschen und gemeinsam Vorhersagen und Vergleichsinstrumente zu entwickeln.

Link zu Umfrage > http://predict-corona.org

Es ist zu beachten, dass der Fragebogen keine Diagnose der Coronavirusinfektion stellt. Darüber hinaus ist der Fragebogen anonym und alle Daten werden nur zum Zweck der Überwachung der Verbreitung des Virus verwendet. Die Wissenschaftler setzen alle möglichen Mittel ein, um die Privatsphäre und die Informationssicherheit der Befragten zu gewährleisten.

Sender/Quelle (gekürzt): Weizmann Wonder Wander