Das britische Fintech 10x Banking sichert sich 40 Millionen Pfund in einer neuen Finanzierungsrunde. Welche Ziele das Unternehmen verfolgt und welche Unsicherheiten bleiben, erfahren Sie im Artikel
Das britische Technologieunternehmen 10x Banking hat eine neue Finanzierungsrunde in Höhe von 40 Millionen Pfund abgeschlossen. Die Mittel stammen aus einer Kombination von Eigenkapital und Fremdkapital und wurden von AshGrove Capital bereitgestellt, einem auf B2B-Software spezialisierten Investor mit europäischem Fokus. 10x Banking entwickelt cloudbasierte Kernbankensoftware, die von Banken wie Chase UK, Westpac und Old Mutual eingesetzt wird. Das Unternehmen wurde 2015 von Antony Jenkins, dem ehemaligen CEO von Barclays, gegründet.
Finanzierungsdetails und Investoren
Die aktuelle Finanzierungsrunde umfasst sowohl Eigen- als auch Fremdkapital. 10x Banking hat keine Angaben zur Bewertung des Unternehmens im Rahmen dieser Runde gemacht. Nach Unternehmensangaben soll das Kapital vor allem für die Weiterentwicklung und Vermarktung der eigenen Plattform verwendet werden. Bereits 2024 hatte das Unternehmen rund 34 Millionen Pfund eingeworben, damals unter Führung von BlackRock und JP Morgan. Mit der aktuellen Runde erhöht sich das insgesamt öffentlich bekannte Finanzierungsvolumen auf über 70 Millionen Pfund.
Technologie und Marktposition
10x Banking bietet eine cloudbasierte Kernbankensoftware, die es Finanzinstituten ermöglicht, digitale Bankdienstleistungen schneller und flexibler bereitzustellen. Die Plattform adressiert insbesondere die Herausforderungen traditioneller IT-Infrastrukturen, die häufig nicht für Echtzeit- und Digitalprozesse ausgelegt sind. Nach Angaben des Unternehmens wurden in den vergangenen zwölf Monaten mehr als zehn neue Finanzinstitute als Kunden gewonnen. Konkrete Namen oder Details zu diesen Neukunden wurden jedoch nicht veröffentlicht.
Relevanz für den europäischen Markt
Die Entwicklung von 10x Banking steht beispielhaft für den Trend zur Modernisierung von Bankeninfrastrukturen in Europa. Cloudbasierte Kernbankensysteme gelten als Schlüsseltechnologie für die digitale Transformation im Finanzsektor. Auch andere britische Unternehmen wie Qureight konnten zuletzt signifikante Finanzierungsrunden abschließen, wie etwa im Bereich KI-gestützter Bildanalyse für klinische Studien (weitere Details zu aktuellen britischen Technologiefinanzierungen). Die Investitionen in 10x Banking unterstreichen das anhaltende Interesse von Investoren an europäischen Fintech-Plattformen, auch wenn die Bewertung und die tatsächliche Marktdurchdringung im Einzelfall schwer zu verifizieren bleiben.
Cloudbasierte Kernbankensoftware bezeichnet IT-Systeme, die zentrale Bankfunktionen wie Kontoführung, Zahlungsabwicklung und Produktmanagement vollständig in der Cloud abbilden. Im Unterschied zu klassischen On-Premises-Lösungen ermöglichen solche Plattformen eine schnellere Einführung neuer Produkte, eine bessere Skalierbarkeit und geringere Betriebskosten. Für Banken bedeutet dies die Möglichkeit, auf veränderte Marktanforderungen und regulatorische Vorgaben flexibler zu reagieren. Die Umstellung auf cloudbasierte Systeme ist jedoch mit technischen, regulatorischen und sicherheitsrelevanten Herausforderungen verbunden, die je nach Markt und Anbieter unterschiedlich ausgeprägt sind.