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Deutsche Bank entwickelt digitale Verwahrungslösung für Krypto-Assets

Nil Bed Autor für Kapitalmärkte und Banking Glocalist Press

Verfasst von Nil Bed

Deutsche Bank entwickelt digitale Verwahrungslösung für Krypto-Assets Glocalist Press © glocalist.press
Deutsche Bank entwickelt digitale Verwahrungslösung für Krypto-Assets © glocalist.press

Die Deutsche Bank steigt mit einer eigenen digitalen Verwahrungslösung in den Markt für Krypto-Assets ein und reagiert damit auf neue regulatorische Vorgaben und die Nachfrage institutioneller Kunden.

Die Deutsche Bank will künftig eine eigene Plattform zur Verwahrung von Krypto-Assets anbieten und positioniert sich damit erstmals sichtbar im Markt für digitale Vermögenswerte. Hintergrund ist die steigende Nachfrage institutioneller Kunden nach sicheren und regulierten Möglichkeiten, digitale Werte zu verwahren. Damit folgt die Bank dem Wandel im Finanzsektor und reagiert auf neue Anforderungen.

Fokus auf institutionelle Kunden und regulatorische Vorgaben

Mit dem geplanten Angebot richtet sich die Deutsche Bank an institutionelle und Unternehmenskunden wie Asset Manager, Hedgefonds, Broker und öffentliche Einrichtungen. Privatkunden sind zum Start nicht vorgesehen. Im Mittelpunkt steht die Einhaltung regulatorischer Vorgaben, vor allem bei Geldwäscheprävention und Identitätsprüfung. Die Bank hebt die Bedeutung von KYC-Prozessen (Know Your Customer) und Identitätsmanagement für Vertrauen und Risikomanagement hervor.

Die Plattform soll zunächst Bitcoin, Ether sowie ausgewählte Stablecoins wie USDC und EURC unterstützen. In einzelnen Berichten wird auch EURAU genannt. Technisch setzt die Bank auf eine Kooperation mit dem Schweizer Infrastrukturanbieter Taurus und gezielte Investitionen in digitale Asset-Infrastruktur.

Die Markteinführung ist für Europa bis spätestens Ende 2026 geplant, vorbehaltlich der regulatorischen Freigabe. Die Deutsche Bank erwartet die notwendige Lizenz für Krypto-Verwahrgeschäfte im Oktober. Die Umsetzung orientiert sich an der EU-Verordnung MiCA (Markets in Crypto-Assets). In Deutschland ist seit 2020 eine separate Erlaubnis der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) für Kryptoverwahrdienste vorgeschrieben. Die BaFin veröffentlicht regelmäßig technische Mindestanforderungen und Sicherheitsstandards, die für alle Anbieter verbindlich sind. Weitere Informationen zu den regulatorischen Rahmenbedingungen finden sich auf der offiziellen BaFin-Webseite.

Die Verwahrung von Krypto-Assets unterliegt in Deutschland strengen regulatorischen Anforderungen. Seit Inkrafttreten des Gesetzes zur Umsetzung der Änderungsrichtlinie zur Vierten EU-Geldwäscherichtlinie im Jahr 2020 ist für Kryptoverwahrgeschäfte eine ausdrückliche Erlaubnis der BaFin erforderlich.Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin)Bundesbehörde für Finanzaufsicht

Die Einführung einer digitalen Verwahrungslösung bringt für Banken erhebliche technische und regulatorische Herausforderungen mit sich. Neben der sicheren Speicherung privater Schlüssel und dem Schutz vor Cyberangriffen müssen Anbieter strenge Vorgaben zur Geldwäscheprävention und zur Identifizierung von Kunden erfüllen. Die Deutsche Bank betont, dass ihr Angebot auf die Einhaltung dieser Standards ausgerichtet ist und institutionellen Kunden eine rechtskonforme Lösung bieten soll. Die technische Infrastruktur orientiert sich an aktuellen DIN- und ISO-Standards für Informationssicherheit (z.B. DIN EN ISO/IEC 27001) und wird laufend an die Empfehlungen des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) angepasst.

Die Bank plant, die Plattform schrittweise auszubauen und künftig auch tokenisierte Finanzinstrumente zu integrieren. Damit folgt sie dem Trend zur Digitalisierung von Wertpapieren und der Entwicklung von Industrie-4.0-Lösungen im Finanzsektor. Die tatsächliche Marktdurchdringung wird davon abhängen, wie schnell und zuverlässig das Angebot umgesetzt wird und ob es regulatorischen und technischen Anforderungen dauerhaft genügt.

Digitale Verwahrungslösungen, auch Custody-Lösungen genannt, ermöglichen es institutionellen und professionellen Marktteilnehmern, digitale Vermögenswerte wie Kryptowährungen oder Token sicher zu speichern und zu verwalten. Im Unterschied zu klassischen Bankkonten erfordert die Verwahrung digitaler Assets spezielle technische Infrastruktur, insbesondere für die sichere Verwaltung kryptografischer Schlüssel. Regulatorische Anforderungen wie KYC und Geldwäscheprävention sind zentrale Voraussetzungen für den Marktzugang etablierter Finanzinstitute.

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