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Deutsche Börse AG plant Wandelanleihe im Wert von 600 Millionen Euro bis 2031

Helga Nowotny Autorin für Wissenschaftspolitik und KI Glocalist Press

Verfasst von Helga Nowotny

Deutsche Börse AG plant Wandelanleihe im Wert von 600 Millionen Euro bis 2031 Glocalist Press © glocalist.press
Deutsche Börse AG plant Wandelanleihe im Wert von 600 Millionen Euro bis 2031 © glocalist.press

Die Deutsche Börse AG kündigt eine Wandelanleihe über 600 Millionen Euro an und setzt damit auf neue Finanzierungswege für Unternehmenszwecke und Refinanzierung bestehender Schulden

Mit einer Ankündigung, die den deutschen Kapitalmarkt direkt betrifft, hat die Deutsche Börse AG am 9. September 2026 die Emission einer Wandelanleihe im Gesamtvolumen von 600 Millionen Euro bestätigt. Die Schuldverschreibungen sind bis 2031 befristet und richten sich ausschließlich an institutionelle Investoren außerhalb der USA und weiterer ausgewählter Länder. Das Unternehmen nutzt damit eine Ermächtigung der Hauptversammlung aus dem Jahr 2024 und schließt das Bezugsrecht für bestehende Aktionäre explizit aus.

Konditionen und Struktur der Emission

Die Wandelanleihe wird mit einem jährlichen Zinssatz von 0,50 Prozent ausgegeben und zu 100 Prozent des Nennbetrags platziert. Jede einzelne Schuldverschreibung hat einen Nennwert von 100.000 Euro. Bei Fälligkeit am 16. September 2031 erfolgt die Rückzahlung zu einem aufgezinsten Betrag, der zwischen 105,84 Prozent und 108,53 Prozent des Nennwerts liegen soll. Daraus ergibt sich eine erwartete Rendite bis zur Endfälligkeit zwischen 1,625 Prozent und 2,125 Prozent. Die genaue Ausgestaltung des Wandlungspreises wird mit einer Prämie von 30 bis 35 Prozent über dem volumengewichteten Durchschnittskurs der Aktie im Xetra-Handel festgelegt.

Die Schuldverschreibungen können entweder in neue oder bestehende Namensaktien der Deutsche Börse AG gewandelt oder in bar zurückgezahlt werden. Die Gesellschaft behält sich das Recht vor, die Anleihen vorzeitig zurückzuzahlen, sofern bestimmte Bedingungen erfüllt sind - etwa wenn der Wert der zugrunde liegenden Aktien 130 Prozent des Rückzahlungsbetrags übersteigt oder wenn weniger als 20 Prozent des ursprünglichen Emissionsvolumens noch ausstehen.

Platzierung und Verwendung der Mittel

Die Emission erfolgt im Rahmen eines beschleunigten Bookbuilding-Verfahrens und ist auf institutionelle Investoren in bestimmten Jurisdiktionen beschränkt. Die Platzierung findet außerhalb der Vereinigten Staaten, Australiens, Kanadas, Japans, Südafrikas und weiterer Länder statt, in denen ein Angebot rechtlich nicht zulässig wäre. Die Deutsche Börse AG plant, den Nettoerlös für allgemeine Unternehmenszwecke sowie zur Refinanzierung bestehender Verbindlichkeiten einzusetzen. Die endgültigen Bedingungen der Anleihe sollen noch am Tag der Ankündigung in einer separaten Mitteilung veröffentlicht werden.

Die Gesellschaft hat sich verpflichtet, für einen Zeitraum von 90 Tagen nach Abschluss der Platzierung keine weiteren Aktien oder aktienähnlichen Wertpapiere auszugeben, sofern keine Ausnahme durch die federführenden Banken gewährt wird. Die Einbeziehung der Wandelanleihe in den Freiverkehr der Frankfurter Wertpapierbörse ist vorgesehen, was die Handelbarkeit für institutionelle Investoren sicherstellen soll.

Relevanz für den deutschen Kapitalmarkt

Mit der Emission dieser Wandelanleihe setzt die Deutsche Börse AG auf ein Finanzierungsinstrument, das in Deutschland und Europa bislang vor allem von großen Industrie- und Technologiekonzernen genutzt wurde. Die Entscheidung, das Bezugsrecht der Aktionäre auszuschließen, ist im deutschen Marktumfeld nicht ungewöhnlich, kann aber zu Diskussionen über die Verwässerung bestehender Beteiligungen führen. Die niedrige Verzinsung und die geplante Wandlungsprämie spiegeln das aktuelle Zinsumfeld und die Bewertungserwartungen für börsennotierte Unternehmen wider.

Die Platzierung ausschließlich bei institutionellen Investoren und die Beschränkung auf bestimmte Jurisdiktionen zeigen, dass regulatorische Vorgaben und internationale Kapitalmarktbedingungen weiterhin maßgeblich für die Strukturierung solcher Emissionen sind. Die Deutsche Börse AG positioniert sich damit als Akteur, der flexibel auf Marktbedingungen reagiert und klassische wie innovative Finanzierungswege kombiniert.

Wandelanleihen sind festverzinsliche Wertpapiere, die dem Inhaber das Recht einräumen, sie zu einem späteren Zeitpunkt in Aktien des Emittenten umzutauschen. Sie verbinden die Eigenschaften einer Anleihe mit der Option auf eine Beteiligung am Unternehmen. Für Emittenten bieten sie die Möglichkeit, Kapital zu günstigen Konditionen aufzunehmen, während Investoren von einer potenziellen Kurssteigerung der Aktie profitieren können. Die genaue Ausgestaltung der Wandlungsbedingungen und die regulatorischen Rahmenbedingungen bestimmen maßgeblich die Attraktivität dieses Instruments für beide Seiten. Schlagwörter: Deutsche Börse AG, Märkte & Kapital, Deutschland

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