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EU-Programm MSCA fördert Innovationstransfer zwischen Forschung und Unternehmen

Helga Nowotny Autorin für Wissenschaftspolitik und KI Glocalist Press

Verfasst von Helga Nowotny

EU-Programm MSCA fördert Innovationstransfer zwischen Forschung und Unternehmen Glocalist Press © glocalist.press
EU-Programm MSCA fördert Innovationstransfer zwischen Forschung und Unternehmen © glocalist.press

Das EU-Programm Marie Skłodowska-Curie Actions (MSCA) unterstützt seit 30 Jahren Forschungskooperationen zwischen Wissenschaft und Wirtschaft. Welche konkreten Effekte und Herausforderungen ergeben sich für Unternehmen und Innovationen

Das europäische Förderprogramm Marie Skłodowska-Curie Actions (MSCA) hat sich seit seiner Einführung 1996 zu einem zentralen Instrument für den Austausch zwischen Wissenschaft und Wirtschaft entwickelt. Nach Angaben der Europäischen Kommission wurden in den vergangenen drei Jahrzehnten mehr als 150.000 Forschende durch MSCA unterstützt, insbesondere im Rahmen von Doktorandennetzwerken, Postdoktorandenstipendien und Personalaustauschprogrammen. Ziel ist es, die Zusammenarbeit zwischen Hochschulen, Forschungseinrichtungen und Unternehmen zu stärken und so den Transfer von Wissen und Technologien in die Praxis zu erleichtern.

Unternehmensbeteiligung und Innovationsnetzwerke

Im aktuellen Förderzeitraum von Horizon Europe (2021-2027) sind laut Kommission über 4.300 Unternehmen, darunter mehr als 2.200 kleine und mittlere Unternehmen (KMU), an MSCA-Projekten beteiligt. Der Anteil nicht-akademischer Partner liegt inzwischen bei fast 50 Prozent aller teilnehmenden Organisationen. Für Unternehmen bietet das Programm Zugang zu internationalen Innovationsnetzwerken, spezialisierten Kompetenzen und fortgeschrittener Forschung. Die MSCA-Business-Hub-Plattform soll insbesondere KMU dabei unterstützen, geeignete Kooperationspartner zu finden und eigene Teams weiterzuentwickeln.

Ein zentrales Element sind die MSCA Doctoral Networks, in denen Universitäten, Forschungseinrichtungen und Unternehmen gemeinsam Doktorandinnen und Doktoranden ausbilden. Eine aktuelle Untersuchung ausgewählter industrienaher Doctoral Networks zeigt, dass einzelne Projekte im Durchschnitt fast ein Patent pro gefördertem Vorhaben hervorbringen. Dies deutet auf einen messbaren Beitrag zum Wissenstransfer und zur wirtschaftlichen Verwertung von Forschungsergebnissen hin.

Förderinstrumente und Beispiele für Kooperationen

MSCA Staff Exchanges ermöglichen es Forschenden und unterstützendem Personal, sektor- und länderübergreifend zu arbeiten. Dadurch werden langfristige Partnerschaften und der Austausch von Fachwissen gefördert. Das COFUND-Programm ergänzt diese Maßnahmen, indem es Organisationen bei der Rekrutierung und Ausbildung von Forschenden in ko-finanzierten Promotions- und Postdoc-Programmen unterstützt. Dies kann die Kosten für Unternehmen und Forschungseinrichtungen senken.

Ein Beispiel ist das MSCA-geförderte EMPOWER-COFUND-Projekt, in dem drei Universitäten sowie 14 Unternehmen und öffentliche Stellen gemeinsam Doktorandinnen und Doktoranden im Bereich nachhaltiges Wassermanagement ausbilden. Solche Kooperationen sollen die Entwicklung praxisnaher Lösungen für gesellschaftliche Herausforderungen ermöglichen. Mit dem Pilotprojekt Choose Europe for Science wird zudem erprobt, wie Postdoktorandinnen und Postdoktoranden längerfristig in akademischen und nicht-akademischen Organisationen beschäftigt werden können, um den Wissenstransfer zu verstetigen.

Internationale Mobilität und Fachkräftegewinnung

Ein wesentliches Merkmal der MSCA ist die Förderung internationaler Mobilität. Unternehmen erhalten dadurch Zugang zu einem breiteren Pool an qualifizierten Forschenden und können internationale Expertise in ihre Innovationsprozesse einbinden. Nach Angaben der Kommission verbleibt ein erheblicher Teil der Geförderten nach Abschluss ihrer Projekte in Europa, was die Verfügbarkeit von Fachkräften mit internationaler Erfahrung erhöht.

Die Bedeutung solcher Programme für die Wettbewerbsfähigkeit europäischer Unternehmen zeigt sich auch im Vergleich zu anderen Innovationsinitiativen. Während die Deutsche Telekom AG im zweiten Quartal 2026 ein Umsatzplus meldete, wie in einer aktuellen Analyse dargestellt, setzen viele Unternehmen auf Forschungskooperationen, um langfristig innovationsfähig zu bleiben.

Von der Forschung zum Unternehmertum

Die MSCA-Förderung hat in den vergangenen Jahren auch zur Gründung forschungsbasierter Unternehmen beigetragen. So wurde 2019 Michela Puddu als erste MSCA-Alumna mit dem European Prize for Women Innovators ausgezeichnet. Sie ist Mitgründerin und CEO des ETH-Zürich-Spin-offs Haelixa, das DNA-basierte Rückverfolgungslösungen für nachhaltige Lieferketten entwickelt. In den Folgejahren erhielten auch Maria Fátima Lucas (Zymvol) und Rana Sanyal (RS Research) diese Auszeichnung für ihre unternehmerischen Leistungen im Bereich Biotechnologie und Medizintechnik. Die Preisträgerinnen betonen, dass die internationale Erfahrung und das Netzwerk aus der MSCA-Förderung entscheidend für ihre unternehmerische Entwicklung waren.

Insgesamt zeigt sich, dass die MSCA-Programme den Austausch zwischen Wissenschaft und Wirtschaft fördern, den Zugang zu internationalen Talenten erleichtern und die Entwicklung innovativer Produkte und Dienstleistungen unterstützen. Die tatsächlichen wirtschaftlichen Effekte hängen jedoch von der nachhaltigen Integration der geförderten Projekte in die Unternehmenspraxis ab.

Die Marie Skłodowska-Curie Actions (MSCA) sind ein EU-Förderprogramm zur Unterstützung von Forschung und Innovation. Im Mittelpunkt stehen die internationale Mobilität von Forschenden, der sektorübergreifende Austausch und die Förderung von Karrieren in Wissenschaft und Wirtschaft. Die Programme richten sich an Einzelpersonen und Organisationen und sind Teil des europäischen Forschungsrahmenprogramms Horizon Europe. Für Unternehmen bieten die MSCA einen Zugang zu wissenschaftlicher Expertise, internationalen Netzwerken und potenziellen Innovationspartnerschaften. Die tatsächliche Wirkung hängt von der aktiven Einbindung der Unternehmen und der Umsetzung der Forschungsergebnisse in marktfähige Lösungen ab.

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