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Ewigbyte entwickelt glasbasierte Datenspeicherung für Langzeitarchivierung

Nil Bed Autor für Kapitalmärkte und Banking Glocalist Press

Verfasst von Nil Bed

Ewigbyte entwickelt glasbasierte Datenspeicherung für Langzeitarchivierung Glocalist Press © glocalist.press
Ewigbyte entwickelt glasbasierte Datenspeicherung für Langzeitarchivierung © glocalist.press

Das Münchner Startup Ewigbyte arbeitet an einer Technologie, die digitale Daten mithilfe von Laserpulsen dauerhaft in Glas speichert. Was bisher erreicht wurde, welche Herausforderungen bestehen und wie es weitergeht, bleibt offen

Das 2025 gegründete Münchner Unternehmen Ewigbyte verfolgt das Ziel, digitale Daten über sehr lange Zeiträume sicher zu speichern. Nach Angaben des Startups werden Informationen mithilfe ultrakurzer Laserpulse direkt in Glasplatten eingeschrieben. Diese Methode soll eine besonders langlebige und widerstandsfähige Form der Datenspeicherung ermöglichen, die unabhängig von Stromversorgung und klassischen Speichermedien funktioniert. Die Technologie befindet sich derzeit in der Entwicklung und ist bislang nicht als marktreifes Produkt verfügbar.

Technologischer Ansatz und Entwicklungsstand

Die von Ewigbyte entwickelte Speicherlösung basiert auf der gezielten Gravur von Daten in Glas durch Laserlicht. Nach Unternehmensangaben können so große Mengen digitaler Informationen auf sehr kompaktem Raum und mit hoher Beständigkeit archiviert werden. Die Methode unterscheidet sich von herkömmlichen magnetischen oder optischen Speichern, da sie keine regelmäßige Migration der Daten auf neue Medien erfordert. Bislang liegen keine unabhängigen Testergebnisse oder wissenschaftlichen Publikationen zur tatsächlichen Haltbarkeit oder Lesbarkeit der gespeicherten Daten über Jahrhunderte vor. Das Unternehmen berichtet von erfolgreichen internen Tests mit einem industriellen Prototyp, der als Minimum Viable Product (MVP) bezeichnet wird. Angaben zur Speicherkapazität, Fehlerquote oder zu den Kosten der Technologie wurden bislang nicht veröffentlicht.

Finanzierung und Investoren

Für die Weiterentwicklung der Technologie hat Ewigbyte im Rahmen einer Pre-Seed-Finanzierungsrunde 1,6 Millionen Euro eingeworben. Zu den Investoren zählen Vanagon Ventures, Bayern Kapital sowie mehrere Business Angels aus dem BayStartUP-Netzwerk. Die Mittel sollen nach Unternehmensangaben in die Industrialisierung des Verfahrens und den Aufbau erster Pilotanlagen fließen. Die Bewertung des Unternehmens sowie die Bedingungen der Finanzierungsrunde wurden nicht öffentlich gemacht. Die Investoren verfügen über Erfahrung im Bereich Deep Tech und unterstützen das Startup nach eigenen Angaben auch strategisch.

Marktperspektiven und offene Fragen

Ewigbyte plant, innerhalb eines Jahres erste Kundendaten mit einer eigenen Maschine in Glas zu schreiben und damit ein kommerzielles Angebot zu schaffen. Darüber hinaus arbeitet das Unternehmen an der Konzeption eines photonischen Cold Data Centers, das als langfristige Speicherinfrastruktur dienen soll. Ob und in welchem Umfang die Technologie tatsächlich in der Praxis eingesetzt werden kann, bleibt abzuwarten. Die Markteinführung hängt von der weiteren technischen Entwicklung, der Skalierbarkeit und der Akzeptanz bei potenziellen Kunden ab. Vergleichbare Ansätze zur Langzeitarchivierung werden auch international verfolgt, etwa im Bereich diamantbasierter Quantenchips, wie sie das Leipziger Startup SaxonQ angekündigt hat (weitere Informationen zu alternativen Speichertechnologien).

Die Entwicklung glasbasierter Speicherlösungen adressiert ein zentrales Problem der digitalen Gesellschaft: die dauerhafte Bewahrung großer Datenmengen bei gleichzeitigem Schutz vor Datenverlust, Cyberangriffen und Medienalterung. Ob Ewigbyte mit seinem Ansatz einen nachhaltigen Beitrag zur Lösung dieser Herausforderung leisten kann, wird sich erst mit dem erfolgreichen Übergang von der Laborphase in den industriellen Einsatz zeigen.

Der Begriff Speicherkapazität bezeichnet die maximale Menge an Daten, die ein Speichermedium aufnehmen kann. Bei neuen Technologien wie glasbasierten Speichern ist nicht nur die absolute Kapazität relevant, sondern auch die langfristige Integrität der gespeicherten Informationen. Entscheidend für die praktische Nutzung sind zudem Faktoren wie Lesegeschwindigkeit, Fehleranfälligkeit, Kosten pro gespeicherter Einheit und die Möglichkeit, Daten auch nach Jahrzehnten oder Jahrhunderten zuverlässig auszulesen. Ohne unabhängige Langzeittests bleibt die tatsächliche Leistungsfähigkeit solcher Systeme vorerst offen.

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