• 4 Minuten Lesezeit
  • Veröffentlicht

Freemarket und Axiym öffnen Echtzeit-Tür zu Tether Stablecoin

Nil Enri Autor für Kapitalmärkte und Banking Glocalist Press

Verfasst von Nil Enri

Freemarket und Axiym öffnen Echtzeit-Tür zu Tether Stablecoin Glocalist Press © glocalist.press
Freemarket und Axiym öffnen Echtzeit-Tür zu Tether Stablecoin © glocalist.press

Erstmals können institutionelle Kunden in Großbritannien und der Schweiz USD₮ von Tether in Echtzeit handeln. Das verändert Liquidität und Treasury-Management im digitalen Asset-Markt.

Freemarket und Axiym bringen Bewegung in den Markt. Institutionelle Kunden in Großbritannien und der Schweiz erhalten jetzt direkten Zugang zu USD₮, dem Stablecoin von Tether. Das Ziel: Transaktionen ohne Wartezeit. Bisher mussten Unternehmen oft mit langsamen Prozessen und Verzögerungen kämpfen. Das ändert sich.

Neue Wege für digitale Liquidität

Die Anbieter versprechen Vorteile für institutionelle Nutzer, die schnelle und sichere Transaktionen brauchen. Der neue LIQUI-DT™-Dienst verbindet regulierte Fiat-Zahlungskanäle, das Freemarket-Netzwerk, einen eigenen Liquiditätsmechanismus und On-Chain-Settlement durch Axiym. Nur verifizierte Kunden kommen rein. KYC/AML-Standards und weitere Zulassungskriterien sind Pflicht.

In der Pilotphase wurden laut Freemarket und Axiym Token im Wert von über 300 Millionen US-Dollar emittiert oder eingelöst. Wie lange der Test lief und wie sich Emission und Rücknahme verteilen, bleibt offen. Die Anbieter halten Details zurück.

Ein klarer Unterschied zum klassischen Sekundärmarkt: Unternehmen erhalten direkten Zugang zur Primäremission von USD₮. Sie können so die Herkunft der Mittel lückenlos dokumentieren. Das hilft bei internen Kontrollen und für die Regulierung. Tether bleibt dabei nur Emittent der Token. Im LIQUI-DT™-Service übernimmt Tether keine operative Rolle. Eine unabhängige Bestätigung durch Behörden oder Tether selbst gibt es bisher nicht.

Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) weist darauf hin, dass für die Ausgabe und den Vertrieb von Stablecoins in Deutschland eine Erlaubnis nach dem Kreditwesengesetz (KWG) oder dem Zahlungsdiensteaufsichtsgesetz (ZAG) erforderlich sein kann, abhängig von der konkreten Ausgestaltung des Produkts.

BaFin

International bleibt die Integration von Stablecoins in bestehende Finanzsysteme ein laufender Prozess. Andere Anbieter wie Volante Technologies und Circle haben bereits versucht, Stablecoins wie USDC in Bankensysteme einzubinden. Das zeigen frühere Berichte. Freemarket und Axiym gehen jetzt einen Schritt weiter. Sie setzen auf Echtzeit-Transaktionen und richten sich gezielt an institutionelle Kunden. Pilotprojekte oder Testphasen spielen hier keine Rolle mehr.

Die technische Umsetzung nutzt USD₮ als digitales Abbild des US-Dollars auf der Blockchain. Transaktionen laufen unabhängig von Banköffnungszeiten und nationalen Clearing-Zeiten. Wie die Anbieter regulatorische Vorgaben einbinden oder Risiken absichern, bleibt unklar. Dazu gibt es keine Angaben. Für Deutschland gelten die Regeln der Kryptoaufsicht des Bundesfinanzministeriums und die EU-Verordnung MiCA (Markets in Crypto-Assets Regulation).

Regulierung und offene Punkte

Die Ankündigung bringt die digitale Finanzinfrastruktur voran. Doch viele Fragen bleiben. Wie werden die regulatorischen Vorgaben in Großbritannien, der Schweiz und Deutschland eingehalten? Ist die Einlösung von USD₮ in Fiat-Währungen gesichert? Wie transparent sind die Abläufe wirklich? Für institutionelle Nutzer zählt auch, wie sich die Integration auf Compliance und Risikomanagement auswirkt.

Freemarket und Axiym treten gegen andere Stablecoin-Lösungen an, die ebenfalls im institutionellen Sektor Fuß fassen wollen. Ob sich die neue Infrastruktur durchsetzt, hängt von Zuverlässigkeit, Sicherheit und regulatorischer Tragfähigkeit ab. Ohne unabhängige Prüfungen oder veröffentlichte Nutzungsdaten bleibt der Markteinfluss schwer einzuschätzen. Noch gibt es keine klaren Belege.

Stablecoins wie USD₮ sind digitale Token, die an den Wert einer Fiat-Währung - meist den US-Dollar - gekoppelt sind. Sie laufen auf der Blockchain. Das Ziel: die Vorteile digitaler Assets mit der Stabilität klassischer Währungen verbinden. Für institutionelle Nutzer bieten Stablecoins schnelle, grenzüberschreitende Transaktionen ohne klassische Bankinfrastruktur. Die Regulierung ist international unterschiedlich. Sie ändert sich laufend, vor allem bei Geldwäscheprävention, Kapitalanforderungen und Verbraucherschutz.

Ähnliche Artikel