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Google Maps führt zur Entdeckung eines 390 Millionen Jahre alten Kraters in Kanada

Nils Bedke Autor für Kapitalmärkte und Banking Glocalist Press

Verfasst von Nils Bedke

Google Maps führt zur Entdeckung eines 390 Millionen Jahre alten Kraters in Kanada Glocalist Press
Google Maps führt zur Entdeckung eines 390 Millionen Jahre alten Kraters in Kanada

Ein Hobbyastronom identifizierte mithilfe von Google Maps eine bislang unbekannte, 25 Kilometer große Einschlagstruktur in Québec. Wissenschaftliche Untersuchungen bestätigen das Alter und die Herkunft des Kraters, doch viele Details bleiben offen

Die gezielte Nutzung digitaler Kartendienste kann weitreichende Folgen für die Wissenschaft haben. In Kanada wurde Ende 2023 durch die Analyse von Satellitenbildern auf Google Maps eine bislang nicht dokumentierte, nahezu kreisförmige Vertiefung in der Region Côte-Nord entdeckt. Die Struktur mit einem Durchmesser von etwa 25 Kilometern war zuvor in keiner internationalen Datenbank für Meteoritenkrater verzeichnet.

Entdeckung durch Satellitenbilder

Der kanadische Amateurastronom Joël Lapointe stieß bei der Planung einer privaten Reise auf die auffällige Formation. Nach eigenen Angaben kontaktierte er daraufhin den Planetengeologen Gordon Osinski von der Western University, der die internationale Meldeplattform Impact Earth betreibt. Osinski und sein Team prüften die Hinweise zunächst anhand öffentlich zugänglicher Satellitendaten. Da die Formation in keiner anerkannten Liste geführt wurde, entschied sich das Team für eine wissenschaftliche Expedition vor Ort.

Im Oktober 2025 reiste eine kleine Gruppe von Geologen, darunter auch der französische Wissenschaftler Jérôme Gattacceca, per Wasserflugzeug in das schwer zugängliche Gebiet. Bereits am zweiten Tag der Untersuchung fanden sie sogenannte Strahlenkegel im Gestein - charakteristische Bruchmuster, die auf extreme Schockwellen durch einen Meteoriteneinschlag hindeuten. Zusätzlich wurden am Rand der Struktur größere Mengen von Impaktschmelzgestein identifiziert, das durch die enorme Hitze und den Druck eines kosmischen Einschlags entsteht.

Wissenschaftliche Bestätigung und Datierung

Die entnommenen Gesteinsproben wurden in mehreren Laboren in Europa und Nordamerika analysiert. Radiometrische Messungen ergaben ein Alter von rund 390 Millionen Jahren für das Einschlagsereignis. Damit zählt der Krater zu den älteren bekannten Einschlagsstrukturen auf dem nordamerikanischen Kontinent. Die Ergebnisse wurden von den beteiligten Wissenschaftlern als robust eingestuft, auch wenn die genaue Entstehungsgeschichte und die Auswirkungen auf die damalige Umwelt noch nicht abschließend geklärt sind.

Weltweit sind bislang etwas mehr als 200 Meteoritenkrater wissenschaftlich bestätigt, davon ein erheblicher Anteil in Kanada. Ein neu entdeckter Krater dieser Größenordnung gilt als selten. Die Entdeckung unterstreicht das Potenzial digitaler Kartendienste für die sogenannte Bürgerwissenschaft, auch wenn die Mehrzahl der gemeldeten Strukturen sich im Nachhinein als geologisch andersartig herausstellt.

Offizielle Benennung und weitere Forschung

Nach Konsultationen mit dem Innu-Rat von Ekuanitshit, der die indigene Bevölkerung der Region Côte-Nord vertritt, erhielt die geologische Struktur den offiziellen Namen Uhackatik. Die detaillierten Untersuchungsergebnisse sollen im August 2026 auf dem Jahreskongress der Meteoritical Society in Deutschland vorgestellt werden. Die Forscher betonen, dass weitere Analysen notwendig sind, um die genaue Entstehung und die geologischen Besonderheiten des Kraters zu verstehen.

Die Entdeckung hat bislang keine direkten wirtschaftlichen oder technologischen Folgen für Unternehmen oder Märkte in Deutschland oder Europa. Sie verdeutlicht jedoch, wie digitale Werkzeuge und offene Datenbanken auch außerhalb klassischer Forschungseinrichtungen zu relevanten wissenschaftlichen Erkenntnissen führen können. Für die internationale Geologie liefert der Fund einen neuen Referenzpunkt zur Erforschung von Einschlagsereignissen und deren langfristigen Folgen für die Erdgeschichte.

Meteoritenkrater entstehen durch den Einschlag von Himmelskörpern auf der Erdoberfläche. Die dabei freigesetzte Energie führt zu charakteristischen geologischen Strukturen wie Strahlenkegeln und Impaktschmelzgestein. Die Identifikation solcher Krater erfolgt heute meist durch die Kombination von Satellitendaten, Geländebegehungen und Laboranalysen. Radiometrische Datierungsmethoden ermöglichen es, das Alter der Gesteine und damit den Zeitpunkt des Einschlags zu bestimmen. Die systematische Erfassung solcher Strukturen ist für das Verständnis der Erdgeschichte und der Häufigkeit kosmischer Einschläge von zentraler Bedeutung.

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