Hertha BSC hat die Migration seiner Microsoft Dynamics 365 Business Central-Lösung in die Cloud abgeschlossen. Was das für die digitale Infrastruktur des Vereins und künftige Innovationsprojekte bedeutet, bleibt differenziert zu bewerten.
Hertha BSC hat einen wichtigen Schritt in seiner Digitalisierungsstrategie umgesetzt: Die zentrale ERP-Landschaft des Vereins läuft nun nicht mehr lokal, sondern in der Cloud-Version von Microsoft Dynamics 365 Business Central. Die Umstellung erfolgte gemeinsam mit BearingPoint, dem offiziellen Innovation Partner. Ziel war es, die IT-Struktur flexibler zu machen und neue Möglichkeiten für Automatisierung und digitale Geschäftsmodelle zu schaffen. Nach Angaben der Beteiligten bildet die neue Plattform die technische Grundlage für künftige Projekte rund um Automatisierung, Künstliche Intelligenz und die Integration weiterer digitaler Lösungen.
Die HERTHA BSC GmbH & Co. KGaA, die für das operative Geschäft des Vereins zuständig ist, orientiert sich mit diesem Schritt an Entwicklungen im deutschen Mittelstand und bei Großunternehmen. Microsoft Dynamics 365 Business Central gilt laut unabhängigen Analysen als Cloud-ERP für zentrale Geschäftsprozesse wie Finanzen, Einkauf, Vertrieb, Lager, Projekte und operative Abläufe - Anforderungen, die auch im Sport- und Eventbereich relevant sind.
Kern der Umstellung war der Wechsel von einer On-Premise-Lösung zu einer Cloud-Infrastruktur. Das neue Lizenz- und Ressourcenmodell von Microsoft Dynamics 365 Business Central Cloud soll eine flexible Nutzung ermöglichen und die Anbindung weiterer digitaler Lösungen erleichtern. Im Zuge der technischen Migration wurden auch zentrale Geschäftsprozesse überprüft und weiterentwickelt, um effizienter zu arbeiten. BearingPoint begleitete den gesamten Prozess von der Planung bis zur Stabilisierung nach dem Go-Live. Parallel dazu fanden Schulungen für die Anwenderinnen und Anwender statt, um den Übergang abzusichern.
Die Migration zentraler ERP-Systeme in die Cloud ist ein wichtiger Baustein für die digitale Resilienz und Innovationsfähigkeit von Unternehmen. Entscheidend ist dabei die Einhaltung aktueller IT-Sicherheitsstandards nach BSI-Grundschutz und die kontinuierliche Anpassung an regulatorische Vorgaben.
Die Migration ist Teil einer längerfristigen Partnerschaft zwischen Hertha BSC und BearingPoint. Beide Seiten wollen die Zusammenarbeit in den kommenden Jahren ausbauen, vor allem bei der Weiterentwicklung der Plattform, dem Application Support und weiteren Projekten in den Bereichen Automatisierung und KI. Die letzte öffentlich dokumentierte Aktualisierung der Partnerschaft stammt vom 14. September 2026.
Potenziale für Automatisierung und KI
Mit der Cloud-Migration will Hertha BSC datenbasierte Entscheidungen stärken und neue digitale Geschäftsmodelle entwickeln. Die Plattform soll vor allem ermöglichen, administrative Prozesse zu automatisieren und Analysefähigkeiten auszubauen. Ein Schwerpunkt liegt auf KI-Funktionen, etwa durch die in Microsoft Dynamics 365 Business Central integrierten Copilot-Features. Konkrete Anwendungsfälle oder messbare Effekte wurden bisher nicht veröffentlicht.
Die technische Modernisierung soll außerdem die Integration künftiger Commerce- und Service-Lösungen erleichtern. Ob und in welchem Umfang diese Potenziale tatsächlich genutzt werden, hängt von der weiteren Entwicklung der Plattform und der Umsetzung entsprechender Projekte ab. Erfahrungen aus anderen Unternehmen zeigen, dass Effizienzgewinne und Innovationen stark von der konkreten Ausgestaltung und Nutzung abhängen.
Strategische Einordnung und offene Fragen
Die Entscheidung für eine Cloud-basierte ERP-Lösung folgt einem Trend, der sich in vielen deutschen Unternehmen und Organisationen beobachten lässt. Anbieter sehen Vorteile in der Skalierbarkeit, der einfacheren Integration neuer Funktionen und der Möglichkeit, Innovationen wie KI schneller einzubinden. Gleichzeitig bleiben Fragen zu Datenschutz, Datenresidenz und langfristigen Abhängigkeiten von einzelnen Plattformanbietern offen. Hertha BSC hat bisher keine Details zu Kosten, Datenhaltung oder geplanten KI-Anwendungen veröffentlicht.
Die Partnerschaft mit BearingPoint ist strategisch angelegt und geht über die Einführung der Cloud-Plattform hinaus. Ob die angekündigten Innovationsprojekte und der Einsatz von KI-Funktionen tatsächlich zu nachhaltigen digitalen Mehrwerten führen, lässt sich derzeit nicht unabhängig bewerten. Erfahrungen anderer Unternehmen deuten darauf hin, dass der Erfolg solcher Transformationen vor allem von der konsequenten Umsetzung und der Anpassung der Geschäftsprozesse abhängt.
Cloud-Infrastrukturen wie Microsoft Dynamics 365 Business Central Cloud ermöglichen es Unternehmen, zentrale Geschäftsprozesse und Datenhaltung aus lokalen Rechenzentren in externe, meist global betriebene Serverlandschaften zu verlagern. Das kann die Skalierbarkeit und Flexibilität erhöhen, bringt aber auch Risiken wie Abhängigkeit von einzelnen Anbietern (Vendor Lock-in) und Fragen der Datenhoheit mit sich. Die Integration von KI-Funktionen in Cloud-ERP-Systeme eröffnet neue Möglichkeiten für Automatisierung und datenbasierte Steuerung, setzt aber voraus, dass Unternehmen ihre Prozesse und Kompetenzen entsprechend weiterentwickeln. Empfehlungen zur sicheren Cloud-Nutzung und regulatorische Anforderungen werden regelmäßig vom Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik aktualisiert.