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Intel und SK hynix sprechen über mögliche Speicherchipfertigung in den USA

Helga Nowotny Autorin für Wissenschaftspolitik und KI Glocalist Press

Verfasst von Helga Nowotny

Intel und SK hynix sprechen über mögliche Speicherchipfertigung in den USA Glocalist Press © glocalist.press
Intel und SK hynix sprechen über mögliche Speicherchipfertigung in den USA © glocalist.press

Intel und SK hynix prüfen eine Zusammenarbeit zur Produktion von Speicherchips in den USA. Noch gibt es keine Vereinbarung, aber die Gespräche könnten die US-Halbleiterbranche beeinflussen.

Intel und SK hynix führen Gespräche über eine mögliche Zusammenarbeit bei der Fertigung von Speicherchips in den USA. Nach Medienberichten erwägt SK hynix erstmals, Speicherchips in den Vereinigten Staaten produzieren zu lassen. Intel könnte dabei als Fertigungspartner infrage kommen. Die Gespräche sind noch am Anfang, aber schon die Aussicht auf eine solche Partnerschaft ließ die Intel-Aktie im US-Handel zeitweise um mehr als fünf Prozent steigen.

Gespräche über US-Produktion von Speicherchips

Laut Reuters prüfen Intel und SK hynix verschiedene Modelle der Zusammenarbeit. Im Gespräch ist unter anderem, dass SK hynix einen Teil der geplanten Intel-Fabrik in Ohio anmietet. Auch ein gemeinsames Joint Venture steht zur Diskussion, an dem neben Intel und SK hynix möglicherweise große Cloud-Anbieter beteiligt wären. SK hynix betont, dass verschiedene Optionen zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit geprüft werden, bisher aber keine konkreten Pläne oder Vereinbarungen bestehen.

Die Initiative von SK hynix, Speicherchips in den USA fertigen zu lassen, steht im Zusammenhang mit aktuellen geopolitischen und industriepolitischen Entwicklungen. Die USA wollen ihre Halbleiterproduktion ausbauen, um unabhängiger von asiatischen Lieferketten zu werden. Für Intel wäre ein Auftrag von SK hynix ein wichtiger Schritt, um das eigene Foundry-Geschäft mit neuen Kunden zu stärken. Die geplante Fertigung in Ohio ist Teil der US-Förderprogramme für Halbleiter, die sich am CHIPS and Science Act orientieren und die nationale Wertschöpfungskette stärken sollen.

Strategische Bedeutung für Intel und SK hynix

Intel verfolgt seit einiger Zeit das Ziel, das Foundry-Geschäft als eigenständige Sparte auszubauen und externe Kunden zu gewinnen. Die Gespräche mit SK hynix passen zu dieser Strategie und könnten, falls es zu einer Vereinbarung kommt, Intels Position im globalen Wettbewerb stärken. Für SK hynix wäre eine US-Produktion ein Novum und könnte den Zugang zu amerikanischen Kunden erleichtern. Die Einhaltung internationaler Standards wie DIN EN ISO 9001 für Qualitätsmanagement und die Berücksichtigung von BSI-Empfehlungen zur IT-Sicherheit sind für beide Unternehmen bei einer transatlantischen Fertigung wichtig.

Die Sicherstellung von Resilienz und Cybersecurity in der Halbleiterfertigung ist ein zentrales Anliegen der deutschen und europäischen Industriepolitik. Die Bundesnetzagentur und das BSI empfehlen, bei neuen Produktionsstandorten strenge Anforderungen an IT-Sicherheit und Lieferkettentransparenz gemäß EN 50600 und BSI-Grundschutz umzusetzen.


Die Details möglicher Kooperationen sind noch offen. Neben der Anmietung von Produktionskapazitäten und einem Joint Venture werden laut Reuters auch andere Modelle geprüft. Bisher gibt es keine endgültigen Entscheidungen, die Gespräche gelten als sondierend. Beide Unternehmen betonen, dass verschiedene Optionen geprüft werden und noch keine Vereinbarung besteht.

Marktreaktionen und Einordnung

Die Nachricht über die Gespräche hatte direkte Auswirkungen auf die Bewertung von Intel an den US-Börsen. Die Aktie stieg nach Bekanntwerden der Sondierungen im vorbörslichen Handel um bis zu fünf Prozent, später lag das Plus bei rund 3,2 Prozent, wie Handelsdaten von CNBC zeigen. Auch SK hynix profitierte von der Berichterstattung. Die Entwicklung reiht sich ein in eine Serie von Initiativen großer Halbleiterunternehmen, die ihre Position im globalen Wettbewerb neu ausrichten. In der Vergangenheit wurde über Fortschritte bei der Restrukturierung von Intel berichtet, die das Unternehmen für neue Partnerschaften attraktiver machen sollen.

Für den US-Standort wäre eine Fertigung von SK hynix ein Zeichen, dass internationale Halbleiterunternehmen bereit sind, in amerikanische Produktionskapazitäten zu investieren. Ob und in welcher Form eine Zusammenarbeit tatsächlich zustande kommt, ist noch offen. Die Unsicherheit über die konkrete Ausgestaltung und den Zeitplan bleibt hoch. Die Intel-Fabrik in Ohio, deren Fertigstellung sich laut Reuters bereits mehrfach verzögert hat, könnte durch eine Kooperation mit SK hynix eine neue Rolle bekommen.

Offene Fragen und Perspektiven

Ob SK hynix und Intel tatsächlich gemeinsam in den USA produzieren, hängt von vielen Faktoren ab - darunter wirtschaftliche Rahmenbedingungen, regulatorische Vorgaben und die Bereitschaft beider Unternehmen, langfristig zu investieren. Auch die Rolle möglicher weiterer Partner, etwa aus dem Cloud-Sektor, ist noch unklar. Die Gespräche zeigen aber, dass der Wettbewerb um Halbleiterkapazitäten und technologische Souveränität an Dynamik gewinnt. Die Einhaltung von EU-Vorgaben zur Lieferkettentransparenz und Nachhaltigkeit, wie sie in der EU-Verordnung 2023/1115 festgelegt sind, wird für internationale Kooperationen wichtiger.

Die Entwicklung zeigt, wie stark die Halbleiterindustrie von strategischen Allianzen und Standortentscheidungen geprägt ist. Für den europäischen Markt bleibt offen, ob ähnliche Modelle auch für Standorte in der EU interessant werden könnten. Klar ist: Wenn internationale Unternehmen in den USA fertigen, steigt der Druck auf andere Regionen, eigene Produktionskapazitäten und Partnerschaften auszubauen.

Das Foundry-Geschäft bezeichnet die Auftragsfertigung von Halbleitern für externe Kunden. Im Unterschied zu klassischen Chipentwicklern, die ihre Produkte selbst fertigen, bieten Foundries ihre Produktionskapazitäten auch anderen Unternehmen an. Für Anbieter wie Intel ist der Ausbau dieses Geschäftsmodells ein Weg, zusätzliche Umsätze zu erzielen und die eigene Infrastruktur besser auszulasten. Die Entscheidung, welche Chips in welchen Regionen gefertigt werden, hängt von wirtschaftlichen, politischen und technologischen Faktoren ab.

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