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Kaiko erhält 110 Millionen US-Dollar für Ausbau von Marktdaten im Digitalbereich

Nil Bed Autor für Kapitalmärkte und Banking Glocalist Press

Verfasst von Nil Bed

Kaiko erhält 110 Millionen US-Dollar für Ausbau von Marktdaten im Digitalbereich Glocalist Press © glocalist.press
Kaiko erhält 110 Millionen US-Dollar für Ausbau von Marktdaten im Digitalbereich © glocalist.press

Kaiko sichert sich 110 Millionen US-Dollar unter Führung von S&P Global. Was bedeutet das für digitale Vermögenswerte und Finanzdienstleistungen?

Kaiko hat am 14. September 2026 eine neue Finanzierungsrunde über 110 Millionen US-Dollar bekannt gegeben. Angeführt wurde die Runde von S&P Global, abgewickelt über S&P Global Ventures. Die Investition ist Teil einer Partnerschaft, die darauf abzielt, Datenlösungen für den globalen Finanzsektor weiterzuentwickeln. Die Summe zeigt, wie wichtig stabile Dateninfrastrukturen für tokenisierte Finanzprodukte und digitale Märkte inzwischen geworden sind.

Zur Series-B-Erweiterung trugen neben S&P Global auch BNP Paribas, Bpifrance, Broadridge, Canton Foundation, Coinbase Ventures, DRW Venture Capital, Nasdaq Ventures, Royal Bank of Canada, Stellar und Susquehanna Private Equity Investments bei. Auch bestehende Investoren wie Anthemis, Point Nine und Revaia beteiligten sich erneut. Die breite institutionelle Beteiligung zeigt das wachsende Interesse etablierter Finanzunternehmen an der Infrastruktur für digitale Assets, wie auch Bloomberg berichtet.

Kaiko wurde 2014 in Frankreich gegründet und deckt nach eigenen Angaben inzwischen mehr als 150 Börsen und Kryptoprotokolle ab. Die Plattform liefert Echtzeit-Marktdaten, die für Banken, institutionelle Investoren und Finanzdienstleister angesichts der zunehmenden Tokenisierung von Vermögenswerten und steigender Regulierung immer wichtiger werden. Für die Integration solcher Daten in bestehende Systeme müssen internationale Standards eingehalten werden, etwa die europäische Norm EN ISO 17442 für Legal Entity Identifiers (LEI) und die Vorgaben der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin).

Die fortschreitende Digitalisierung der Finanzmärkte verlangt nach interoperablen, standardisierten Datenstrukturen, um regulatorische Transparenz und Markteffizienz zu gewährleisten.

Die Finanzierung durch S&P Global zeigt, dass traditionelle Marktteilnehmer die Entwicklung digitaler Assetmärkte nicht mehr nur beobachten, sondern aktiv mitgestalten. Reuters hebt hervor, dass der Deal vor dem Hintergrund eines steigenden Bedarfs an Daten für 24/7-Märkte und tokenisierte Finanzprodukte steht. Technisch geht es darum, Marktdaten in Echtzeit und hoher Qualität bereitzustellen, um klassische Finanzmärkte und neue digitale Handelsplätze zu verbinden.

Der Wettbewerb um die technologische Infrastruktur für digitale Finanzmärkte nimmt zu. Sowohl etablierte Anbieter als auch neue Plattformen richten ihre Systeme auf Blockchain-basierte Produkte aus. Die Integration von Marktdaten in Bank- und Handelssysteme bleibt eine regulatorische und technische Herausforderung, besonders im Hinblick auf IT-Sicherheitsstandards wie BSI TR-03153 und die Vorgaben der Bundesnetzagentur für kritische Infrastrukturen. Ähnliche Entwicklungen im Bereich digitaler Sicherheitslösungen gab es zuletzt auch bei anderen Unternehmen, etwa bei der Übernahme von Red Alert Labs durch Fime, wie berichtet wurde.

Wie Kaiko die neuen Mittel konkret einsetzen wird, ist noch offen. Auch zur Bewertung des Unternehmens oder zu geplanten Partnerschaften gibt es bisher keine Angaben. Die Entwicklung von Standards für Marktdaten im Bereich digitaler Assets bleibt in Bewegung und wird stark von regulatorischen Vorgaben und der Akzeptanz institutioneller Investoren beeinflusst. Die Bundesnetzagentur betont in ihrem Digitalisierungsportal immer wieder, dass die Harmonisierung von Datenformaten und Schnittstellen für die Wettbewerbsfähigkeit des Finanzplatzes Deutschland entscheidend ist.

Die Finanzierung durch S&P Global steht für die wachsende institutionelle Akzeptanz digitaler Vermögenswerte, ersetzt aber keine unabhängige Bewertung der technologischen und wirtschaftlichen Tragfähigkeit einzelner Anbieter. Für den europäischen Markt bleibt entscheidend, ob sich Anbieter wie Kaiko als verlässliche Infrastrukturpartner etablieren können und wie sich die regulatorischen Rahmenbedingungen weiterentwickeln.

Venture Capital meint Eigenkapitalinvestitionen in junge, wachstumsorientierte Unternehmen, die oft noch keine etablierten Geschäftsmodelle oder Gewinne vorweisen können. Im Technologiebereich dient Venture Capital dazu, Innovationen und neue Marktsegmente zu finanzieren, die klassische Banken oder Kapitalgeber als zu risikoreich einstufen. Die Bewertung eines Unternehmens im Rahmen einer Finanzierungsrunde spiegelt die Erwartungen der Investoren an künftiges Wachstum und Marktposition wider, ist aber kein Garant für wirtschaftlichen Erfolg oder nachhaltige Profitabilität.

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