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Los Angeles bezieht Solarstrom aus Utah für drei Jahrzehnte

Helga Nowotny Autorin für Wissenschaftspolitik und KI Glocalist Press

Verfasst von Helga Nowotny

Los Angeles bezieht Solarstrom aus Utah für drei Jahrzehnte Glocalist Press © glocalist.press
Los Angeles bezieht Solarstrom aus Utah für drei Jahrzehnte © glocalist.press

EDF Power Solutions baut in Utah das Photovoltaikprojekt Utah Solar 1 mit 300 MW AC-Leistung. Los Angeles sichert sich den Strom über einen 30-jährigen Liefervertrag. Das Modell bringt Chancen für die Energiewende, bleibt aber nicht ohne Haken.

Im Millard County, Utah, rollen seit dem finanziellen Abschluss die Bagger für Utah Solar 1. EDF Power Solutions North America hat das Photovoltaikprojekt in die Bauphase gebracht. Die Anlage soll 394 Megawatt Gleichstrom und 300 Megawatt Wechselstrom liefern. Damit erreicht sie die Größenordnung aktueller US-Großprojekte. Hinter der Finanzierung steht ein internationales Bankenkonsortium mit Crédit Agricole CIB, MUFG Bank, National Bank of Canada, Société Générale und Standard Chartered Bank. Diese Struktur zeigt, wie stark globale Kapitalströme inzwischen die Energiewende in den USA prägen.

Die Southern California Public Power Authority (SCPPA) hat sich den Strom für Los Angeles über einen 30 Jahre laufenden Vertrag gesichert. Nach 15 Jahren oder zum Vertragsende kann die öffentliche Hand die Anlage übernehmen. Das schafft Spielraum für künftige Strategien. Die Finanzierung kombiniert klassische Projektkredite mit steuerlichen Anreizen nach US-Recht. Produktionssteuergutschriften (PTC) werden über eine Brückenfinanzierung eingebracht. Crédit Agricole CIB übernimmt die PTC, MUFG agiert als administrativer Agent und Crédit Agricole CIB koordiniert als Lead Arranger. Diese Vertragsstruktur orientiert sich an internationalen Standards für langfristige Stromabnahmeverträge.

Der Strom fließt über das bestehende Intermountain Power Project direkt ins Netzgebiet des Los Angeles Department of Water and Power. Neue Fernleitungen sind nicht nötig. Das spart Kosten und beschleunigt die Umsetzung. Während der Bauphase arbeiten rund 400 Menschen auf der Baustelle. Nach Inbetriebnahme bleibt nur ein kleines Team für Betrieb und Wartung. Die Einhaltung von US- und internationalen Sicherheits- und Qualitätsstandards, darunter DIN EN 62446 für Photovoltaik-Anlagen, ist Pflicht.

Utah Solar 1 steht für die Chancen und Grenzen großskaliger Solarprojekte in den USA. Der Mix aus langfristigem Vertrag, internationaler Finanzierung und staatlicher Förderung macht das Projekt wirtschaftlich tragfähig. Doch einen eigenen Großspeicher gibt es nicht. Die Frage der gesicherten Abendleistung bleibt ungelöst. Der Vertrag schützt Los Angeles vor steigenden Brennstoffpreisen und sorgt für stabile Strompreise. Die Versorgungssicherheit in den Abendstunden bleibt aber ein offener Punkt. Netzanschlussbedingungen und Cybersecurity-Anforderungen, wie sie das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) für kritische Infrastrukturen in Deutschland definiert, gewinnen auch in den USA an Gewicht. Einen Überblick zu regulatorischen Vorgaben liefert die Bundesnetzagentur-Dokumentation zu kritischen Infrastrukturen.

Das Projekt Utah Solar 1 wurde im September 2026 als Teil eines wachsenden Marktes für langfristige Solar-PPAs mit internationaler Bankenbeteiligung und SCPPA-Vertrag in den Branchenüberblick aufgenommen.

Voice of Renewables

Die geplante Jahresproduktion liegt bei 766.000 Megawattstunden. Ob diese Zahl im Betrieb Bestand hat, bleibt offen. Die Einbindung internationaler Banken unterstreicht, wie sehr die Energiewende von globalen Finanzströmen abhängt. Utah Solar 1 nutzt die Vorteile des ländlichen Standorts und die Nachfrage der Metropole. Die fossile Infrastruktur der Region dient als Brücke für den Wandel.

Das Projekt zeigt, wie institutionelle Innovationen - von Flächenmanagement bis zu langfristigen Verträgen - für große Solarprojekte entscheidend sind. Die Struktur erlaubt es, staatliche Förderung und privates Kapital effizient zu verbinden. EDF Power Solutions North America entwickelt Utah Solar 1 und liefert den Strom an die SCPPA, die für das Los Angeles Department of Water and Power handelt. Die Kombination aus Produktionssteuergutschriften und internationaler Finanzierung entspricht modernen Modellen, wie sie auch in Europa diskutiert werden.

Im internationalen Vergleich fällt auf: Während in Europa ähnliche Projekte oft an regulatorischen Hürden oder fehlender Netzkapazität scheitern, nutzt Utah Solar 1 bestehende Infrastruktur und gezielte Förderinstrumente. Ob das Modell als Vorlage für weitere Projekte im Westen der USA taugt, ist offen. Andere Entwicklungen im Solarsektor, wie sie in anderen Projekten dokumentiert sind, zeigen, wie stark regionale Rahmenbedingungen den Erfolg bestimmen.

Utah Solar 1 gilt als Modellprojekt für die Energiewende im Westen der USA, doch zentrale Herausforderungen bleiben. Ohne Speicherlösung bleibt der Beitrag zur Versorgungssicherheit begrenzt, vor allem abends. Die langfristige Preisbindung schützt vor Marktschwankungen, aber die Wirtschaftlichkeit hängt von Betriebskosten und realer Stromproduktion ab. Die Kaufoption für die öffentliche Hand nach 15 oder 30 Jahren bringt Flexibilität, aber auch neue Investitionsrisiken.

Internationale Banken und steuerliche Anreize machen die Finanzierung erneuerbarer Großprojekte komplex. Utah Solar 1 steht für eine neue Phase im Solarmarkt, in der institutionelle und finanzielle Innovationen über den Erfolg entscheiden. Für Deutschland und Europa bleibt offen, wie weit sich solche Modelle übertragen lassen. Statistische Vergleiche zur Entwicklung der erneuerbaren Energien in Europa finden sich im aktuellen Destatis-Bericht.

Ein langfristiger Stromliefervertrag (Power Purchase Agreement, PPA) ist das zentrale Instrument zur Finanzierung erneuerbarer Energieprojekte. Er verpflichtet einen Abnehmer, über einen festgelegten Zeitraum Strom zu einem vereinbarten Preis abzunehmen. Für Projektentwickler schafft das Planungssicherheit und erleichtert die Einbindung von Fremdkapital. In den USA sind PPAs etabliert und gewinnen auch in Europa an Bedeutung. Die konkrete Ausgestaltung - etwa Laufzeit, Preisformel und Übernahmeoptionen - beeinflusst die wirtschaftliche Tragfähigkeit und die Risikoverteilung zwischen Betreiber und Abnehmer.

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