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Marie Skłodowska-Curie Actions: Drei Jahrzehnte Forschungskarrieren im Wandel

Helga Nowotny Autorin für Wissenschaftspolitik und KI Glocalist Press

Verfasst von Helga Nowotny

Marie Skłodowska-Curie Actions: Drei Jahrzehnte Forschungskarrieren im Wandel Glocalist Press © glocalist.press
Marie Skłodowska-Curie Actions: Drei Jahrzehnte Forschungskarrieren im Wandel © glocalist.press

Seit 30 Jahren prägen die Marie Skłodowska-Curie Actions die Entwicklung von Forschungskarrieren in Europa. Wie das Programm Wissenschaft, Innovation und neue Berufsbilder beeinflusst, bleibt auch 2026 eine offene Frage

Die Marie Skłodowska-Curie Actions (MSCA) gelten seit ihrer Einführung vor 30 Jahren als eines der zentralen Förderinstrumente der Europäischen Union für internationale Forschungskooperation und wissenschaftliche Mobilität. Das Programm wurde ursprünglich mit dem Ziel gestartet, exzellente Forschende durch grenzüberschreitende Stipendien zu unterstützen und so den Austausch von Wissen und Kompetenzen innerhalb Europas zu stärken.

Entwicklung und Reichweite des Programms

Im Laufe der vergangenen drei Jahrzehnte hat sich das MSCA-Programm deutlich weiterentwickelt. Während zu Beginn vor allem die Förderung individueller Forschungsprojekte im Vordergrund stand, umfasst das Netzwerk heute eine Vielzahl von Formaten, darunter strukturierte Doktorandenprogramme, Kooperationsprojekte mit Unternehmen und gezielte Maßnahmen zur Förderung von Innovationstransfer. Nach Angaben der Europäischen Kommission wurden seit 1996 mehrere zehntausend Forschende aus über 100 Ländern gefördert. Die genaue Zahl der jährlich vergebenen Stipendien variiert je nach Budget und Ausschreibungsrunde.

Die MSCA-Förderung ist nicht auf klassische Wissenschaftskarrieren beschränkt. Viele Alumni sind heute in leitenden Positionen in Unternehmen, Start-ups, öffentlichen Institutionen oder internationalen Organisationen tätig. Die Bandbreite der geförderten Disziplinen reicht von den Natur- und Ingenieurwissenschaften über Medizin und Gesundheitsforschung bis zu Sozial- und Geisteswissenschaften.

Neue Karrierewege und gesellschaftliche Wirkung

Die zunehmende Bedeutung von interdisziplinären Kompetenzen und unternehmerischem Denken spiegelt sich auch in den Karrierewegen der MSCA-Alumni wider. Neben klassischen Forschungspositionen übernehmen ehemalige Stipendiatinnen und Stipendiaten heute Aufgaben in der Politikberatung, im Innovationsmanagement oder in der Entwicklung von KI-Anwendungen. Ein Beispiel ist Dr Ornela Bardhi, die als Head of Data Science bei Success Clinic Oy tätig ist und zudem im Vorstand der Marie Curie Alumni Association (MCAA) mitwirkt. Ihr Werdegang umfasst Stationen in der künstlichen Intelligenz, im Gesundheitswesen, in der Gründung von Start-ups und in der Beratung von Regierungsstellen.

Die Vielfalt der Karrierewege verdeutlicht, dass wissenschaftliche Qualifikation zunehmend als Grundlage für unternehmerische, gesellschaftliche und technologische Innovationen dient. Die MSCA-Programme tragen dazu bei, dass Forschende Kompetenzen erwerben, die über die klassische Laborarbeit hinausgehen und in unterschiedlichen Sektoren gefragt sind.

Herausforderungen und offene Fragen

Trotz der Erfolge des Programms bleiben zentrale Herausforderungen bestehen. Dazu zählen die nachhaltige Integration von Forschenden in den europäischen Arbeitsmarkt, die Anerkennung von im Ausland erworbenen Qualifikationen und die langfristige Finanzierung von Forschungsnetzwerken. Auch die Frage, wie die Programme auf neue Anforderungen wie Digitalisierung, KI und gesellschaftliche Transformation reagieren, ist weiterhin Gegenstand von Diskussionen.

Im Vergleich zu anderen europäischen Förderprogrammen zeichnet sich MSCA durch einen hohen Grad an Internationalität und Flexibilität aus. Die Auswirkungen auf Innovationsdynamik und Wettbewerbsfähigkeit werden von Expertinnen und Experten unterschiedlich bewertet. In verwandten Sektoren, etwa der Telekommunikation, zeigen aktuelle Analysen wie die Entwicklung der Deutschen Telekom AG im zweiten Quartal 2026, dass nachhaltige Investitionen und internationale Vernetzung auch in anderen Branchen zentrale Erfolgsfaktoren sind.

Europäische Perspektive und Ausblick

Die Bedeutung der Marie Skłodowska-Curie Actions für den europäischen Forschungsraum wird von der Europäischen Kommission regelmäßig betont. Die Programme sind Teil der übergeordneten Strategie, Europa als attraktiven Standort für Wissenschaft und Innovation zu positionieren. Mit Blick auf die kommenden Jahre bleibt offen, wie sich die Förderbedingungen, die Anforderungen an wissenschaftliche Mobilität und die Rolle von KI und Digitalisierung weiterentwickeln werden.

Für Forschende in Deutschland und im europäischen Kontext bieten die MSCA-Stipendien weiterhin die Möglichkeit, internationale Erfahrung zu sammeln und neue Karrierewege zu erschließen. Die langfristigen Effekte auf Innovationskraft, Wettbewerbsfähigkeit und gesellschaftliche Entwicklung werden jedoch maßgeblich davon abhängen, wie flexibel das Programm auf neue Herausforderungen reagiert und wie nachhaltig die Integration der Alumni gelingt.

Die Marie Skłodowska-Curie Actions sind ein Förderprogramm der Europäischen Union, das gezielt internationale Mobilität und wissenschaftlichen Austausch unterstützt. Im Unterschied zu klassischen nationalen Stipendienprogrammen steht bei MSCA die grenzüberschreitende Zusammenarbeit im Mittelpunkt. Die Auswahl erfolgt in wettbewerblichen Verfahren, wobei wissenschaftliche Exzellenz und Innovationspotenzial zentrale Kriterien sind. Die Programme sind Teil des EU-Rahmenprogramms für Forschung und Innovation und werden regelmäßig an neue wissenschaftliche und gesellschaftliche Anforderungen angepasst.

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