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Ore Energy erhält 43 Millionen US-Dollar für Ausbau von Langzeitspeichern

Helga Nowotny Autorin für Wissenschaftspolitik und KI Glocalist Press

Verfasst von Helga Nowotny

Ore Energy erhält 43 Millionen US-Dollar für Ausbau von Langzeitspeichern Glocalist Press © glocalist.press
Ore Energy erhält 43 Millionen US-Dollar für Ausbau von Langzeitspeichern © glocalist.press

Das niederländische Unternehmen Ore Energy sammelt 43 Millionen US-Dollar ein, um seine Eisen-Luft-Batterien für Langzeitspeicherung zu industrialisieren. Was das für Europas Energiemärkte und Lieferketten bedeutet, bleibt offen

Das niederländische Unternehmen Ore Energy hat eine neue Finanzierungsrunde in Höhe von 43 Millionen US-Dollar abgeschlossen. Ziel ist es, die Entwicklung und den industriellen Aufbau von Langzeitspeichern auf Basis von Eisen-Luft-Batterien voranzutreiben. Die Runde wurde von den Investoren Plural und HV Capital angeführt, beteiligt war zudem Positron Ventures aus Amsterdam. Nach Unternehmensangaben erhöht sich das insgesamt eingeworbene Kapital damit auf 61 Millionen US-Dollar.

Finanzierung und Investorenstruktur

Die aktuelle Series-A-Runde markiert einen wichtigen Schritt für Ore Energy, das sich auf die Entwicklung von Batterietechnologien für die Speicherung erneuerbarer Energien spezialisiert hat. Die Investoren Plural und HV Capital sind in Europa für ihre Beteiligungen an technologieorientierten Wachstumsunternehmen bekannt. Die Mittel sollen laut Ore Energy in den Aufbau der ersten eigenen Fertigungsstätte fließen. Angaben zu einer Bewertung des Unternehmens wurden nicht veröffentlicht.

Technologie und Lieferkette

Ore Energy setzt auf Eisen-Luft-Batterien, die nach Unternehmensangaben Strom bis zu 100 Stunden speichern können. Im Unterschied zu gängigen Lithium-Ionen-Batterien, die meist nur wenige Stunden überbrücken, adressiert diese Technologie das Problem der saisonalen und mehrtägigen Speicherung. Die Batterien bestehen aus Eisen, Wasser und Luft und sollen vollständig aus europäischen Rohstoffen gefertigt werden können. Damit will Ore Energy die Abhängigkeit von importierten kritischen Rohstoffen wie Lithium oder Kobalt reduzieren.

Marktperspektiven und offene Fragen

Das Unternehmen hat nach eigenen Angaben einen Vertrag mit dem niederländischen Energieversorger Budget Thuis über die Lieferung eines großvolumigen Langzeitspeichersystems abgeschlossen. Details zu Umfang, Zeitplan und technischer Umsetzung wurden bislang nicht veröffentlicht. Die tatsächliche Skalierbarkeit und Wirtschaftlichkeit der Eisen-Luft-Technologie im industriellen Maßstab bleibt abzuwarten. Auch unabhängige technische Daten oder externe Praxistests liegen derzeit nicht vor. Im europäischen Kontext wächst das Interesse an alternativen Speicherlösungen, wie auch die Finanzierung von Solarprojekten etwa durch jüngste Investitionen in erneuerbare Energieinfrastruktur zeigen.

Langzeitspeicher gelten als Schlüsseltechnologie für die Integration erneuerbarer Energien in das Stromsystem. Sie ermöglichen es, Strom aus Wind- und Solaranlagen über mehrere Tage oder Wochen zu speichern und bedarfsgerecht bereitzustellen. Im Unterschied zu Kurzzeitspeichern, die vor allem Lastspitzen abfedern, adressieren Langzeitspeicher die Versorgungssicherheit bei längeren Dunkelflauten. Die wirtschaftliche Tragfähigkeit hängt jedoch von Faktoren wie Wirkungsgrad, Lebensdauer, Rohstoffverfügbarkeit und regulatorischen Rahmenbedingungen ab.

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