• 4 Minuten Lesezeit
  • Veröffentlicht

Pathward setzt auf Vault Core von Thought Machine für Kernbankeninfrastruktur

Nils Bedke Autor für Kapitalmärkte und Banking Glocalist Press

Verfasst von Nils Bedke

Pathward setzt auf Vault Core von Thought Machine für Kernbankeninfrastruktur Glocalist Press © glocalist.press
Pathward setzt auf Vault Core von Thought Machine für Kernbankeninfrastruktur © glocalist.press

Pathward, eine US-Bank mit Fokus auf Zahlungs- und Finanzierungslösungen, plant die Migration ihrer Kernbankeninfrastruktur auf Vault Core von Thought Machine. Welche Ziele und Unsicherheiten mit dem Wechsel verbunden sind

Pathward, eine in den USA tätige Bank mit Schwerpunkt auf Zahlungsabwicklung und Finanzierungslösungen, hat angekündigt, künftig die Kernbankensoftware Vault Core von Thought Machine als technologische Basis einzusetzen. Die Entscheidung wurde von beiden Unternehmen offiziell bestätigt. Pathward agiert im US-Markt als Sponsorbank und ermöglicht es Fintechs und Zahlungsdienstleistern, regulierte Bankdienstleistungen anzubieten. Die Bank verarbeitet nach eigenen Angaben täglich eine hohe Zahl von Transaktionen und bietet Unternehmen sowie Partnerorganisationen verschiedene Finanzierungsmodelle an, darunter assetbasierte Kredite und flexible Finanzierungslösungen.

Technologiewechsel und Ziele

Mit der geplanten Migration auf Vault Core verfolgt Pathward das Ziel, die bestehende Cloud-Architektur weiterzuentwickeln und die Kontrolle über die eigene technische Infrastruktur zu stärken. Nach Angaben der Bank soll die neue Plattform die Entwicklung und Einführung von Bankprodukten für Fintech-, Zahlungs- und Geschäftspartner erleichtern. Die Umstellung ist Teil eines längerfristigen Technologieprogramms, das auf Skalierbarkeit und betriebliche Effizienz abzielt. Laut Pathward soll Vault Core insbesondere die Fähigkeit verbessern, auf sich wandelnde Anforderungen von Partnern und Kunden flexibel zu reagieren. Thought Machine hebt hervor, dass Vault Core für Echtzeitverarbeitung und hohe Skalierbarkeit konzipiert ist, was insbesondere bei Banken mit großem Transaktionsvolumen relevant ist.

Marktentwicklung und Zahlen

Die Zusammenarbeit mit Pathward erfolgt vor dem Hintergrund einer verstärkten Expansion von Thought Machine in Nord- und Südamerika. Nach Unternehmensangaben arbeitet Thought Machine inzwischen mit 20 Banken und Fintechs in der Region zusammen, darunter sechs Institute der höchsten Kategorie. Das Unternehmen meldet für das vergangene Jahr ein Umsatzwachstum von 57 Prozent und gibt an, erstmals einen Jahresumsatz von über 100 Millionen US-Dollar erzielt zu haben. Thought Machine betont, mehr Großaufträge im Bereich Kernbankensoftware bei Tier-1-Instituten gewonnen zu haben als andere Anbieter neuer Generation. Zu den weiteren Kunden im amerikanischen Markt zählen unter anderem Mascoma, M1, General Bank of Canada und US Senate Federal Credit Union. Unabhängige Bestätigungen dieser Angaben liegen bislang nicht vor.

Hintergrund: Modernisierung der Kernbankensysteme

Die Modernisierung von Kernbankensystemen bleibt ein zentrales Investitionsthema für US-Banken. Viele Institute streben an, veraltete IT-Strukturen durch cloudbasierte Plattformen zu ersetzen, um die Entwicklung neuer Produkte zu beschleunigen und die Integration mit externen Fintech- und Zahlungsdienstleistern zu erleichtern. Pathward nimmt als Sponsorbank eine Schnittstellenfunktion zwischen reguliertem Bankwesen und der Fintech-Branche ein. In diesem Segment sind Flexibilität der Infrastruktur und hohe Verarbeitungskapazitäten entscheidend, insbesondere im Hinblick auf regulatorische Anforderungen und die Anbindung von Partnern. Finanzielle Details zur Vereinbarung zwischen Pathward und Thought Machine wurden nicht veröffentlicht.

Der Begriff Kernbankensystem bezeichnet die zentrale IT-Plattform, auf der Banken ihre wichtigsten Geschäftsprozesse wie Kontoführung, Zahlungsverkehr, Kreditvergabe und Produktverwaltung abwickeln. Moderne Kernbankensysteme sind zunehmend cloudbasiert und ermöglichen eine schnellere Entwicklung neuer Produkte sowie eine bessere Integration mit Drittanbietern. Die Umstellung auf eine neue Kernbankensoftware ist für Banken mit erheblichen technischen, regulatorischen und betrieblichen Herausforderungen verbunden und erfordert eine sorgfältige Planung, insbesondere bei laufendem Geschäftsbetrieb.

Ähnliche Artikel