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SMA Solar erhält Zertifizierung für Batterie-Wechselrichter im Momentanreserve-Markt

Helga Nowotny Autorin für Wissenschaftspolitik und KI Glocalist Press

Verfasst von Helga Nowotny

SMA Solar erhält Zertifizierung für Batterie-Wechselrichter im Momentanreserve-Markt Glocalist Press © glocalist.press
SMA Solar erhält Zertifizierung für Batterie-Wechselrichter im Momentanreserve-Markt © glocalist.press

SMA Solar hat als erster Hersteller in Deutschland eine Zertifizierung für seine Batterie-Wechselrichterplattform im Momentanreserve-Markt erhalten. Das bringt neue Chancen für das Unternehmen und die Netzstabilität.

Am 29. September 2026 meldete SMA Solar Technology einen Durchbruch. Die Batterie-Wechselrichterplattform Sunny Central Storage UP-S ist jetzt offiziell für den Momentanreserve-Markt zertifiziert. Das ist ein Novum in Deutschland. Die Zertifizierung erfolgte nach dem VDE-FNN-Regelwerk. Damit kann SMA Solar Batteriesysteme gezielt zur Stabilisierung der Stromversorgung einsetzen.

Zertifizierung und technischer Hintergrund

Im Fokus steht die Version Sunny Central Storage UP-S 4600 mit der Option Full Boost. Für die Zertifizierung wurden Messungen, Modellierungen und eine Validierung der Modelle durchgeführt. Ziel war es, die technischen Anforderungen zu erfüllen. Grundlage ist die Version 2.1 des VDE FNN "Technische Anforderungen an netzbildende Eigenschaften inklusive der Bereitstellung von Momentanreserve". Dieses Regelwerk ist Pflicht für alle, die am deutschen Momentanreserve-Markt teilnehmen wollen.

Der neue Markt für Momentanreserve startete im Januar 2026. Die erste Ausschreibungsphase läuft laut Branchenberichten vom 22. Januar 2026 bis 21. Januar 2028. Nur netzbildende Anlagen mit erfolgreicher Zertifizierung dürfen teilnehmen. Die Bundesnetzagentur kontrolliert die Umsetzung und Einhaltung der Vorgaben.

SMA Solar ist laut unabhängigen Branchenpublikationen der erste Hersteller mit einer solchen Bestätigung für ein Batteriesystem in Deutschland. Das verschafft dem Unternehmen einen Vorsprung. Die Energiewende und die Netzstabilität rücken weiter in den Mittelpunkt.

Die Zertifizierung nach VDE FNN Note 2.1 ist Voraussetzung für die Teilnahme am neuen deutschen Momentanreserve-Markt. Nur netzbildende Anlagen mit bestätigter Eignung dürfen ab 2026 Momentanreserve bereitstellen.

pv magazine Deutschland

Finanzkennzahlen und Marktentwicklung

Im ersten Halbjahr 2026 erzielte SMA Solar einen Umsatz von 687 Millionen Euro. Das sind 0,29 Prozent mehr als im Vorjahr. Die Prognose für das Gesamtjahr liegt laut Yahoo Finance bei 1,625 bis 1,725 Milliarden Euro Umsatz. Das EBITDA wird zwischen 180 und 230 Millionen Euro erwartet. Diese Zahlen gelten, wenn sich das Geschäft in der zweiten Jahreshälfte verbessert. Besonders im Bereich Large Scale and Project Solutions rechnet SMA Solar mit mehr Erlösen als im Vorjahr. Auch Home and Business Solutions sollen wachsen.

Der nächste Quartalsbericht für die ersten neun Monate ist für den 12. November 2026 angekündigt. Am 5. Oktober 2026 lag die Marktkapitalisierung bei 2,1 Milliarden Euro. Die SMA-Solar-Aktie stand bei 60,10 Euro. Das sind 1,72 Prozent weniger als der Xetra-Schlusskurs vom 2. Oktober 2026. Im Vergleich zum 52-Wochen-Hoch von 70,70 Euro liegt die Aktie rund 15 Prozent niedriger. Sie bleibt aber deutlich über dem 52-Wochen-Tief von 21,68 Euro. Das ist ein klares Zeichen.

Marktposition und regulatorischer Kontext

Die Anerkennung nach VDE FNN ist für SMA Solar ein wichtiger Schritt. Nur zertifizierte, netzbildende Systeme dürfen am deutschen Momentanreserve-Markt teilnehmen. Das ist im Regelwerk der Bundesnetzagentur festgelegt. Wer die Anforderungen erfüllt, kann seine Systeme in kritischen Netzsituationen einsetzen. Das bringt neue Einnahmequellen.

International bleibt offen, wie schnell andere Anbieter nachziehen. Es ist unklar, ob ähnliche Standards in anderen Märkten kommen. Klar ist: Technische und regulatorische Zertifizierungen werden zum Wettbewerbsfaktor. Ein Blick auf andere Unternehmen zeigt die Herausforderungen. Bei T1 Energy etwa drücken Liquiditätsprobleme und Rechtsrisiken auf die Marktdynamik.

Perspektiven für Speichertechnik und Netzstabilität

Batteriespeicher im Momentanreserve-Markt sind mehr als klassische Speicher. Für SMA Solar eröffnet die Zertifizierung neue Geschäftsmodelle. Die echten Auswirkungen auf Umsatz und Marktanteil zeigen sich erst, wenn die Systeme im Netzbetrieb laufen. Die regulatorischen Rahmenbedingungen entwickeln sich weiter. Es bleibt spannend.

Momentanreserve ist nötig, um das Stromnetz bei hoher Einspeisung erneuerbarer Energien stabil zu halten. Batteriespeicher können kurzfristige Frequenzschwankungen ausgleichen. Das hilft der Versorgungssicherheit. Die Zertifizierung nach VDE-FNN ist der technische Nachweis für den Marktzugang in Deutschland. Ob sich diese Anforderungen international durchsetzen, ist offen.

Momentanreserve heißt, dass das Stromnetz schnell auf plötzliche Schwankungen bei Erzeugung oder Verbrauch reagieren kann. Früher übernahmen das rotierende Massen in Kraftwerken. Mit mehr erneuerbaren Energien und weniger klassischen Kraftwerken werden Batteriespeicher wichtiger. Die technische Zertifizierung nach VDE-FNN ist in Deutschland Pflicht, um Batteriesysteme für diese Aufgabe einzusetzen und am Markt teilzunehmen.

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