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SoftBank investiert 200 Millionen US-Dollar in Gravis Robotics aus Zürich

Helga Nowotny Autorin für Wissenschaftspolitik und KI Glocalist Press

Verfasst von Helga Nowotny

SoftBank investiert 200 Millionen US-Dollar in Gravis Robotics aus Zürich Glocalist Press © glocalist.press
SoftBank investiert 200 Millionen US-Dollar in Gravis Robotics aus Zürich © glocalist.press

Gravis Robotics erhält von SoftBank eine Rekordfinanzierung in Höhe von 200 Millionen US-Dollar. Die Mittel sollen die internationale Expansion autonomer Baumaschinen beschleunigen und werfen Fragen zur Skalierbarkeit auf

Das Schweizer Unternehmen Gravis Robotics hat eine Series-A-Finanzierung in Höhe von 200 Millionen US-Dollar von SoftBank erhalten. Die Investition wurde am 3. Juni 2026 bekannt gegeben und gilt nach Angaben des Start-ups als bislang größte Series-A-Runde im Bereich Baurobotik. SoftBank tritt dabei als alleiniger Investor auf. Gravis Robotics wurde 2021 als Ausgründung der ETH Zürich gegründet und entwickelt Software, die bestehende Baumaschinen wie Bagger und Radlader in autonome Systeme verwandelt.

Technologie für autonome Baumaschinen

Im Zentrum der Entwicklung von Gravis Robotics steht eine Softwareplattform, die es ermöglicht, schwere Baumaschinen ohne menschliche Fahrer auf Baustellen einzusetzen. Die Systeme nutzen Sensorik und maschinelles Lernen, um Erdarbeiten und andere Aufgaben selbstständig auszuführen. Nach Unternehmensangaben verarbeitet die Software physische Rückmeldungen wie Vibrationen, Widerstände und Motorengeräusche in Echtzeit, um auf wechselnde Bodenverhältnisse zu reagieren. Die technische Leistungsfähigkeit im praktischen Baustellenbetrieb lässt sich bislang jedoch nur anhand interner Tests beurteilen; unabhängige Vergleichsdaten liegen nicht vor.

Finanzierungsvolumen und Markteinordnung

Mit der aktuellen Runde steigt das gesamte bislang öffentlich bekannte Finanzierungsvolumen von Gravis Robotics auf mindestens 223 Millionen US-Dollar. Bereits im November 2025 hatte das Unternehmen eine Vorfinanzierung in Höhe von 23 Millionen US-Dollar abgeschlossen. Die Bewertung des Start-ups wurde im Rahmen der aktuellen Runde nicht veröffentlicht. SoftBank sieht die Investition als Teil einer Strategie, sich im wachsenden Markt für Robotik und Automatisierung zu positionieren. In der Vergangenheit hat der japanische Investor unter anderem in OpenAI, Alibaba und Yahoo! investiert. Die Mittel sollen laut Gravis Robotics vor allem für die internationale Skalierung der Technologie und den Ausbau von Partnerschaften mit Maschinenherstellern verwendet werden.

Relevanz für Europa und offene Fragen

Die Entwicklung autonomer Baumaschinen gilt als potenzieller Hebel für Produktivitätssteigerungen und die Bewältigung des Fachkräftemangels im Baugewerbe. Für den europäischen Markt ist relevant, dass Gravis Robotics als Ausgründung einer Schweizer Hochschule Zugang zu Forschung und industriellen Netzwerken in der DACH-Region hat. Die tatsächliche Marktdurchdringung autonomer Systeme bleibt jedoch begrenzt, da regulatorische Anforderungen, Sicherheitsstandards und die Integration in bestehende Bauprozesse erhebliche Hürden darstellen. Im internationalen Vergleich zeigt sich, dass auch andere Sektoren wie die Medienbranche mit Unsicherheiten bei der Skalierung neuer Technologien konfrontiert sind, wie etwa die Entwicklung von Roku im Werbegeschäft (siehe Analyse zur Umsatzentwicklung bei Roku).

Unklar bleibt, wie schnell und in welchem Umfang die Technologie von Gravis Robotics in den regulären Baustellenbetrieb überführt werden kann. Weder Angaben zu Pilotprojekten noch zu konkreten Kunden oder Umsätzen wurden veröffentlicht. Auch die Frage, wie sich die Systeme im internationalen Wettbewerb gegen etablierte Anbieter behaupten, ist offen. Die weitere Entwicklung dürfte davon abhängen, wie schnell regulatorische und technische Hürden überwunden werden und ob die angekündigte Skalierung tatsächlich gelingt.

Venture Capital bezeichnet Eigenkapitalinvestitionen in junge, wachstumsorientierte Unternehmen, die noch keinen etablierten Zugang zu klassischen Kapitalmärkten haben. Series-A-Runden sind typischerweise die erste größere Finanzierungsrunde nach einer Startphase und dienen dazu, Produktentwicklung und Markteintritt zu beschleunigen. Die Bewertung eines Start-ups in dieser Phase ist oft mit hoher Unsicherheit verbunden, da Umsätze und Marktakzeptanz noch nicht belastbar nachgewiesen sind. Investoren wie SoftBank setzen auf das Potenzial, dass einzelne Portfoliounternehmen in Zukunft eine marktprägende Rolle einnehmen könnten.Schlagwörter: Industrielle KI & Robotik, Wagniskapital & Investoren, Robotik

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