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UBS erwartet steigende Waferpreise bei Siltronic wegen Kapazitätsengpässen

Helga Nowotny Autorin für Wissenschaftspolitik und KI Glocalist Press

Verfasst von Helga Nowotny

UBS erwartet steigende Waferpreise bei Siltronic wegen Kapazitätsengpässen Glocalist Press © glocalist.press
UBS erwartet steigende Waferpreise bei Siltronic wegen Kapazitätsengpässen © glocalist.press

UBS rechnet mit höheren Preisen für Halbleiterwafer von Siltronic. Grund sind knappe Produktionskapazitäten und eine anhaltend starke Nachfrage.

Die Preise für Halbleiterwafer geraten zunehmend unter Druck. Die Schweizer Großbank UBS geht davon aus, dass Siltronic, ein Waferhersteller aus München, von Engpässen bei den Produktionskapazitäten profitieren könnte. Laut UBS übersteigt die Nachfrage nach Wafern das aktuelle Angebot. Am 18. September 2026 hob die Bank ihr Kursziel für Siltronic von 105 auf 120 Euro an und bestätigte die Kaufempfehlung. Im Mittelpunkt stehen dabei die Erwartungen an höhere durchschnittliche Verkaufspreise und ein mögliches weltweites Angebotsdefizit bis 2028.

UBS-Analyse und aktuelle Geschäftszahlen

Im aktuellen Research-Bericht hält UBS am "Buy"-Rating für Siltronic fest. Grundlage sind die jüngsten Zahlen: Im zweiten Quartal 2026 erzielte Siltronic einen Umsatz von rund 322 Millionen Euro. Die EBITDA-Marge stieg auf 21,6 %, der Nettoverlust lag jedoch weiterhin bei 63 Millionen Euro. Das Unternehmen verweist auf anhaltenden Preisdruck im Markt. Gleichzeitig steigen die Abschreibungen durch den Ausbau der Kapazitäten: Für 2026 rechnet Siltronic mit 490 bis 520 Millionen Euro, nach 343,3 Millionen Euro im Jahr 2024.

Die Zahlen zeigen, dass Siltronic zwar weiter mit rückläufigen Ergebnissen zu kämpfen hat, sich das negative Wachstum aber abgeschwächt hat. Die Bewertung von UBS basiert auf der Annahme, dass sich die Lage für Waferhersteller mittelfristig verbessern könnte, wenn die Nachfrage das Angebot weiter übersteigt. Nach Veröffentlichung der neuen UBS-Einschätzung stieg die Siltronic-Aktie am Morgen des 18. September 2026 um etwa 7 % auf 74,5 Euro.

Marktdynamik und Kapazitätsengpässe

Die Entwicklung im Segment der 300-mm-Wafer prägt die Marktdynamik. Analysten sehen die Nachfrage vor allem durch Anwendungen in Künstlicher Intelligenz und Speichertechnologien getrieben, während der Markt für 200-mm-Wafer schwächer bleibt. Unabhängige Branchenschätzungen gehen davon aus, dass die weltweite Produktionskapazität für 300-mm-Siliziumwafer 2026 bei etwa 10,69 Millionen Stück pro Monat liegt, 2027 auf rund 11 Millionen steigt und 2028 maximal 11,76 Millionen erreicht. Das Angebot wächst damit langsamer als die Nachfrage.

  • Branchenprognosen zufolge könnte der globale Siliziumwafer-Engpass von 8 % im Jahr 2026 auf bis zu 24 % im Jahr 2028 ansteigen. Dies erhöht das Risiko struktureller Knappheit und steigender Preise entlang der gesamten Wertschöpfungskette. (Marktanalysten, Halbleiterindustrie)

    Wafer sind das Grundmaterial für die Chipfertigung. Engpässe bei der Waferproduktion können sich direkt auf die Lieferfähigkeit von Chipherstellern auswirken. Ähnliche Entwicklungen wurden bereits in anderen Branchen beobachtet, wie ein früherer Bericht zu Palantir zeigt.

    Folgen für Siltronic und den Markt

    Für Siltronic bietet die erwartete Preisentwicklung die Chance, trotz rückläufiger Ergebnisse von einer besseren Marktlage zu profitieren. Ob das gelingt, hängt davon ab, wie sich die Nachfrage nach Wafern entwickelt. Die Prognose von UBS gilt unter der Voraussetzung, dass es keine kurzfristigen Kapazitätsausweitungen gibt und die Nachfrage hoch bleibt. Die Bundesnetzagentur hebt in ihren Marktanalysen die Bedeutung stabiler Lieferketten und vorausschauender Kapazitätsplanung hervor. Weitere Informationen zu regulatorischen Rahmenbedingungen und aktuellen Marktdaten finden sich im Versorgungssicherheitsbericht der Bundesnetzagentur.

    Für andere Unternehmen im Markt könnten die Kosten für Halbleiterprodukte steigen. Firmen, die auf eine stabile Wafer-Versorgung angewiesen sind, müssen sich auf mögliche Preisanpassungen einstellen. Die weitere Entwicklung bleibt unsicher, da sowohl die Weltwirtschaft als auch technologische Veränderungen die Nachfrage beeinflussen können.

    Die Einschätzung von UBS zeigt, wie stark die Halbleiterindustrie von Kapazitätsplanung und Investitionszyklen abhängt. Kurzfristige Preisschwankungen sind möglich, aber die strukturelle Knappheit bleibt ein zentrales Risiko für die gesamte Lieferkette. Für Siltronic ergibt sich daraus eine potenzielle Chance, die jedoch von externen Faktoren und der Anpassungsfähigkeit des Unternehmens abhängt.

    Produktionskapazität bezeichnet die maximale Menge an Gütern, die ein Unternehmen in einem bestimmten Zeitraum herstellen kann. In der Halbleiterindustrie ist der Ausbau dieser Kapazitäten mit hohen Investitionen und langen Vorlaufzeiten verbunden. Engpässe entstehen, wenn die Nachfrage das Angebot übersteigt und kurzfristig keine zusätzlichen Produktionslinien geschaffen werden können. Solche Situationen führen oft zu Preisanstiegen und können die gesamte Lieferkette beeinflussen.

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