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BlackBerry legt im zweiten Quartal kräftig zu und übertrifft eigene Ziele

Helga Nowotny Autorin für Wissenschaftspolitik und KI Glocalist Press

Verfasst von Helga Nowotny

BlackBerry legt im zweiten Quartal kräftig zu und übertrifft eigene Ziele Glocalist Press © glocalist.press
BlackBerry legt im zweiten Quartal kräftig zu und übertrifft eigene Ziele © glocalist.press

BlackBerry Limited wächst im zweiten Quartal 2026/2027 um 26 Prozent beim Umsatz und übertrifft die eigenen Vorgaben. Was steckt hinter dem Aufschwung - und wie wichtig ist das Geschäft mit der Autoindustrie?

BlackBerry Limited hat im zweiten Quartal des Geschäftsjahres 2026/2027 die eigenen Erwartungen klar übertroffen. Das Softwareunternehmen aus Kanada steigerte den Umsatz um 26 Prozent auf 163,3 Millionen US-Dollar im Vergleich zum Vorjahr. Auch bei Rentabilität und Cashflow lag BlackBerry über den eigenen Zielen. Nach einer längeren Umbauphase zeigt sich das Unternehmen wieder auf Wachstumskurs.

Umsatz und operative Entwicklung

Im Berichtsquartal kletterte der Umsatz auf 163,3 Millionen US-Dollar. Im Vorquartal waren es noch 152,9 Millionen US-Dollar. Die Bruttomarge lag bei 77,8 Prozent. Das ist mehr als im Vorjahr (74,5 Prozent), aber etwas weniger als im Vorquartal (78,3 Prozent). Das operative Ergebnis stieg auf 33,6 Millionen US-Dollar. Im Vorquartal waren es 15,3 Millionen US-Dollar, im Vorjahr 11,5 Millionen US-Dollar. Das Nettoergebnis lag bei 33,9 Millionen US-Dollar beziehungsweise 0,05 US-Dollar je verwässerter Aktie. Der operative Cashflow betrug 29,3 Millionen US-Dollar, der Free-Cashflow 28,1 Millionen US-Dollar. Am Quartalsende verfügte BlackBerry über liquide Mittel von 280,3 Millionen US-Dollar.

Damit hebt sich BlackBerry von anderen Technologiekonzernen ab, die zuletzt mit sinkenden Margen oder gesenkten Prognosen zu kämpfen hatten. Das zeigen auch Berichte aus dem Automobil- und Technologiesektor.

Das Automobilgeschäft als Wachstumsmotor

Ein wichtiger Treiber war das Geschäft mit QNX, dem Embedded-Betriebssystem von BlackBerry. QNX kommt vor allem in der Autoindustrie zum Einsatz. Nach Angaben des Unternehmens erzielte QNX im zweiten Quartal Rekordwerte. Besonders hebt BlackBerry den ersten Design-Win für Alloy Kore hervor. Das ist laut Unternehmen der größte in der Geschichte von QNX. Alloy Kore ist eine Plattform für Embedded-Anwendungen, die auf moderne Fahrzeuge zugeschnitten ist. Das Automobilsegment gewinnt für BlackBerry weiter an Bedeutung.

QNX verzeichnete im zweiten Quartal 2026 ein Umsatzwachstum von 27 Prozent auf 80,3 Millionen US-Dollar und bleibt damit ein zentraler Anbieter für sicherheitskritische Systeme in Fahrzeugen, Robotik und Medizintechnik.

ReutersWirtschaftsredaktion

BlackBerry meldet auch Fortschritte bei der Ausweitung seiner Aktivitäten über die Autoindustrie hinaus, etwa in allgemeinen Embedded-Märkten und im Bereich Physical AI. Konkrete Zahlen oder unabhängige Bestätigungen zu diesen neuen Feldern gibt es bisher aber nicht.

Wie BlackBerry die Prognosen übertraf

Im zweiten Quartal lag BlackBerry nicht nur beim Umsatz, sondern auch bei bereinigtem EBITDA, Ergebnis je Aktie und operativem Cashflow über den eigenen Vorgaben. Die Zahlen zeigen, dass das Unternehmen von einer besseren Kostenstruktur und einer stärkeren Nachfrage im Kerngeschäft profitiert. Bruttomarge und operative Marge stiegen im Jahresvergleich, was für mehr Effizienz spricht. Die Barmittel wurden weiter ausgebaut und stärken die finanzielle Basis. Nach aktuellen Marktanalysen erreichte das bereinigte EBITDA 47,0 Millionen US-Dollar, die bereinigte Bruttomarge lag bei 78,2 Prozent.

Ob das Wachstum anhält und wie lange die Dynamik im Automobilgeschäft bestehen bleibt, ist offen. Es gibt keine Angaben zu Marktanteilen, neuen Großkunden oder geplanten Investitionen. Auch unabhängige Analysen zur internationalen Wettbewerbsposition von QNX fehlen bislang.

Einordnung und Ausblick

Die aktuellen Quartalszahlen zeigen: Nach Jahren des Umbaus kann BlackBerry wieder Überschüsse erwirtschaften und die eigenen Ziele übertreffen. Das starke Automobilgeschäft zeigt, wie wichtig Embedded-Software für die nächste Generation vernetzter Fahrzeuge ist. Noch ist aber unklar, wie sich die Expansion in neue Märkte und Technologien mittelfristig auswirkt. Für den deutschen und europäischen Markt bleibt entscheidend, wie sich Anbieter von Embedded- und Sicherheitssoftware im internationalen Wettbewerb behaupten und welche Rolle Plattformen wie QNX künftig in der Autoindustrie spielen. Die Bundesnetzagentur hebt in ihren aktuellen Veröffentlichungen die Bedeutung zertifizierter Software für die Sicherheit und Widerstandsfähigkeit digitaler Infrastrukturen hervor, besonders im Zusammenhang mit Industrie 4.0 und vernetzten Fahrzeugen. Mehr dazu bei der Bundesnetzagentur.

Der Begriff "Free-Cashflow" beschreibt den nach Abzug aller operativen Ausgaben und Investitionen verbleibenden Zahlungsmittelüberschuss eines Unternehmens. Er gilt als wichtige Kennzahl für die finanzielle Flexibilität, weil er zeigt, wie viel Kapital für Schuldentilgung, Dividenden oder Investitionen zur Verfügung steht. Im Technologiesektor wird der Free-Cashflow oft als Indikator dafür gesehen, wie unabhängig ein Unternehmen von kurzfristigen Umsatzschwankungen investieren und auf Marktveränderungen reagieren kann.

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