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BNP Paribas stuft Nebius nach KI-Infrastruktur-Boom höher ein

Helga Nowotny Autorin für Wissenschaftspolitik und KI Glocalist Press

Verfasst von Helga Nowotny

BNP Paribas stuft Nebius nach KI-Infrastruktur-Boom höher ein Glocalist Press © glocalist.press
BNP Paribas stuft Nebius nach KI-Infrastruktur-Boom höher ein © glocalist.press

BNP Paribas hebt die Bewertung für Nebius auf Outperform. Grund ist die starke Nachfrage nach KI-Infrastruktur. Welche Zahlen und Prognosen die Neubewertung stützen und was das für den Markt bedeutet.

BNP Paribas ändert ihren Kurs: Die französische Großbank stuft den Cloud-Anbieter Nebius von "Neutral" auf "Outperform" hoch. Der Grund ist die starke Nachfrage nach KI-Infrastruktur, die Nebius in den letzten Quartalen zeigen konnte. Die Analysten sprechen seit Juni 2026 von "deutlich besseren" Perspektiven für das Unternehmen.

Starkes Wachstum im zweiten Quartal

Im aktuellen Research-Bericht vom 24. September 2026 verweist BNP Paribas auf die neuesten Zahlen der Nebius Group NV (Nasdaq: NBIS, ISIN: NL0009805522). Im zweiten Quartal 2026 stieg der Umsatz im Vergleich zum Vorjahr um 454 Prozent auf 582,3 Millionen US-Dollar. Das KI-Cloud-Geschäft legte sogar um 514 Prozent auf 574,9 Millionen US-Dollar zu und macht damit fast den gesamten Umsatz aus. Die annualisierte Run-Rate lag zum Quartalsende bei rund drei Milliarden US-Dollar. Das bereinigte EBITDA drehte von minus 21 Millionen US-Dollar im Vorjahr auf plus 236,2 Millionen US-Dollar. Der operative Cashflow lag bei 2,246 Milliarden US-Dollar. Die liquiden Mittel betrugen zum Quartalsende acht Milliarden US-Dollar.

Prognosen und Markterwartungen

BNP Paribas sieht die Chance, dass Nebius bis Ende 2027 einen jährlichen wiederkehrenden Umsatz von fast 22 Milliarden US-Dollar erreichen kann. Die Bank stellt fest, dass die Konsenserwartungen nach dem aktuellen Quartalsbericht bereits gestiegen sind. Unabhängige Marktberichte nennen einen Auftragsbestand von rund 37,5 Milliarden US-Dollar und Investitionen von etwa 5,7 Milliarden US-Dollar allein im zweiten Quartal 2026. Das zeigt, wie stark die Infrastruktur ausgebaut wird. Nebius schloss im Berichtszeitraum vier Großverträge ab, jeweils mit einem Volumen von über einer Milliarde US-Dollar. Darunter waren die KI-Unternehmen Reflection und Cohere.

Preise, Konkurrenz und Risiken

Die Neubewertung durch BNP Paribas kommt in einer Zeit, in der die Nachfrage nach KI-Infrastruktur weltweit weiter steigt. Nach aktuellen Marktanalysen hat Nebius zum 1. Oktober 2026 erneut die flexiblen On-Demand-Tarife für ausgewählte Nvidia-GPUs erhöht. Schon im Quartal davor gab es Preisanpassungen. Das zeigt, dass Nebius im Bereich KI-Infrastruktur die Preise durchsetzen kann. Für europäische Anbieter wie Nebius bleibt aber offen, wie lange das Wachstum angesichts hoher Investitionen und starker Konkurrenz aus den USA und Asien anhält. Die Zahlen zeigen eine starke Dynamik. Trotzdem gibt es ein negatives Nettoergebnis und Unsicherheit, wie gut sich das Geschäftsmodell wirklich skalieren lässt. Die Bewertung von BNP Paribas geht davon aus, dass Nebius von der aktuellen Marktlage profitieren kann, solange die Nachfrage nach KI-Infrastruktur hoch bleibt.

Die Bundesnetzagentur beobachtet die Entwicklung von Cloud-Infrastrukturen und KI-Rechenzentren im Hinblick auf Versorgungssicherheit, Energieeffizienz und Einhaltung der EN 50600-Standards. Die Skalierung von KI-Cloud-Diensten erfordert eine kontinuierliche Anpassung an regulatorische Vorgaben und technische Mindestanforderungen.

BundesnetzagenturFachreferat IT-Infrastruktur

EBITDA (Earnings Before Interest, Taxes, Depreciation and Amortization) ist das Ergebnis eines Unternehmens vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen. Diese Kennzahl wird oft genutzt, um die operative Ertragskraft unabhängig von Finanzierung und Bilanzierung zu bewerten. Gerade bei schnell wachsenden Tech-Unternehmen wie Nebius ist das EBITDA wichtig, weil hohe Investitionen und Abschreibungen das Nettoergebnis stark beeinflussen können. Ein positives EBITDA zeigt, dass das Kerngeschäft profitabel läuft, auch wenn das Unternehmen insgesamt noch Verluste macht.

Die Analysten sind sich nicht einig: BNP Paribas Exane hob das Kursziel für Nebius auf 399 US-Dollar an. Rothschild & Co Redburn bewertete die Aktie im gleichen Zeitraum mit "Sell" und einem Ziel von nur 84 US-Dollar. Diese Unterschiede zeigen, wie unsicher die künftige Bewertung und die Risiken bei der Umsetzung der Wachstumspläne sind. Für Investoren bleibt entscheidend, wie effizient Nebius die hohen Investitionen in neue Rechenzentren und KI-Infrastruktur nach DIN EN 50600 und ISO/IEC 27001 in nachhaltiges Wachstum umsetzen kann. Mehr zu den regulatorischen Rahmenbedingungen für IT-Infrastrukturen steht in der Bundesnetzagentur-Dokumentation.

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