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JP Morgan sieht Milliardenpotenzial für Chinas KI bis 2030

Helga Nowotny Autorin für Wissenschaftspolitik und KI Glocalist Press

Verfasst von Helga Nowotny

JP Morgan sieht Milliardenpotenzial für Chinas KI bis 2030 Glocalist Press © glocalist.press
JP Morgan sieht Milliardenpotenzial für Chinas KI bis 2030 © glocalist.press

JP Morgan rechnet damit, dass Chinas KI-Sektor bis 2030 einen operativen Gewinn von 544 Milliarden US-Dollar erzielt. Die Bank erwartet, dass Software und Modelle die Hardware als Haupttreiber ablösen.

Chinas KI-Markt steht vor einem gewaltigen Sprung. JP Morgan schätzt, dass die gesamte KI-Wertschöpfungskette im Land zwischen 2026 und 2030 einen operativen Gewinn von 544 Milliarden US-Dollar erreichen kann. Das geht aus dem aktuellen Research-Bericht der US-Investmentbank hervor. China könnte damit im globalen KI-Wettlauf eine Schlüsselrolle einnehmen.

Gewichte verschieben sich in der KI-Branche

Die Analysten von JP Morgan erwarten, dass sich die Gewinnverteilung im chinesischen KI-Sektor in den nächsten Jahren stark verändert. 2026 soll Hardware noch 93 Prozent der operativen Gewinne bringen. Doch bis 2030 fällt dieser Anteil laut Prognose auf 30 Prozent. KI-Modelle und Anwendungen holen auf. Sie könnten dann ein Drittel der Gewinne und fast zwei Drittel des Wachstums ausmachen.

Damit rückt Software in den Mittelpunkt. Firmen, die auf KI-Modelle und Anwendungen setzen, könnten besonders profitieren. Internationale Banken und Investoren wie JP Morgan passen ihre Strategien an. Sie wollen sowohl am US- als auch am chinesischen KI-Markt verdienen. Im Fokus stehen vor allem Aktivitäten in Hongkong und der Volksrepublik China. Das zeigen aktuelle Marktanalysen.

Favoriten und Kursziele

JP Morgan nennt in der Bewertung drei Unternehmen: Alibaba Group Holding Ltd., Tencent Holdings Ltd. und das KI-Labor Z.ai (auch bekannt als Knowledge Atlas oder Zhipu). Alle drei erhalten das Rating "Overweight". Für Alibaba liegt das Kursziel bei 205 Hongkong-Dollar, für Tencent bei 690 Hongkong-Dollar. Z.ai wird mit 2.000 Hongkong-Dollar bewertet.

Die Cybersicherheit von KI-Anwendungen und die Kontrolle über Datenflüsse sind zentrale Herausforderungen für die digitale Souveränität Europas. Die Bundesnetzagentur empfiehlt, bei der Integration von KI-Systemen in kritische Infrastrukturen die aktuellen BSI-Standards (z.B. BSI TR-03161) konsequent umzusetzen.

BundesnetzagenturFachreferat Digitalisierung

Die Auswahl dieser Firmen hängt mit ihrer Position in der KI-Wertschöpfungskette zusammen. Sie wachsen sowohl im Hardware- als auch im Softwarebereich. Die Bewertung stützt sich auf Annahmen der JP-Morgan-Analyse. Sie ist keine unabhängige Bestätigung für die künftige Entwicklung. Zuletzt musste Z.ai nach Nutzerbeschwerden wegen unautorisierter Übertragung lokaler Code-Repositorien auf ausländische Cloud-Server bestimmte Funktionen seines AI Coding Assistant abschalten. Datenschutz und Compliance werden wichtiger. Das gilt besonders im internationalen KI-Geschäft.

Marktdynamik und globale Vergleiche

Die Prognose von JP Morgan kommt inmitten eines weltweiten Wettlaufs um Marktanteile und technologische Führung bei KI. Chinesische Unternehmen investieren weiter in Infrastruktur und Anwendungen. Wie sich Regulierungen und Handelsbeziehungen auf das Wachstum auswirken, bleibt offen. Gleichzeitig sprechen die USA und China auf höchster Ebene über KI-Sicherheit. Dazu gehören nationale Meldepflichten für sicherheitsrelevante Vorfälle. Die letzten Gespräche dazu fanden in der New Yorker Zentrale von JP Morgan statt. Technologie, Handel und Sicherheitspolitik greifen ineinander.

Im Vergleich zu anderen asiatischen Technologiemärkten, etwa dem Speicherchip-Sektor in Südkorea, setzt Chinas KI-Branche stärker auf Software und Modelle. Laut einer aktuellen Analyse von Nomura kämpft Südkorea mit Engpässen und hoher Nachfrage im Chipmarkt. Chinesische KI-Firmen investieren dagegen gezielt in Software. Die Aktien von Tencent und Alibaba sind zuletzt gestiegen. Das zeigt das anhaltende Interesse der Investoren an chinesischen KI-Werten, wie Marktberichte von Reuters belegen.

Wie sich das alles langfristig auf den globalen Technologiewettbewerb auswirkt, ist schwer vorherzusagen. Sicher ist: Der Fokus auf Anwendungen und Modelle könnte die Wertschöpfung im KI-Sektor grundlegend verändern. Für europäische und deutsche Unternehmen heißt das: Sie müssen eigene Kompetenzen bei KI-Anwendungen ausbauen, um international nicht zurückzufallen. Die Einhaltung von Datenschutz- und IT-Sicherheitsstandards, wie sie das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) vorgibt, bleibt ein entscheidender Wettbewerbsfaktor.

Die "KI-Wertschöpfungskette" umfasst alle Stufen von Entwicklung, Produktion und Vermarktung künstlicher Intelligenz. Dazu gehören Hardware wie Chips und Server, Softwareplattformen, Trainingsdaten, Modelle, Anwendungen und Dienstleistungen. Die Verschiebung hin zu Anwendungen und Modellen bedeutet: Der wirtschaftliche Wert entsteht immer mehr durch innovative Software und deren Nutzung. Infrastruktur verliert an Gewicht. Wer den Markt versteht, kann gezielter investieren und planen.

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