BYD Company bringt eine neue Generation des Seagull. Das Modell wächst, bekommt einen neuen Antrieb und technische Updates. Was die offiziellen Daten zeigen - und was noch fehlt.
Am 10. Juli 2026 hat das chinesische Ministerium für Industrie und Informationstechnik (MIIT) die technischen Daten zur zweiten Generation des BYD Seagull veröffentlicht. Das Modell, auch "Great Seagull" genannt, fällt sofort durch seine neuen Maße auf. BYD setzt damit auf mehr Platz und ein anderes technisches Konzept. Die MIIT-Freigabe ist für spätere Zulassungen und Vergleiche auf internationalen Märkten wichtig.
Technik und Antrieb: Was ist neu?
Der neue Seagull misst 4.205 mm in der Länge. Das sind 425 mm mehr als beim Vorgänger. Die Breite liegt bei 1.810 mm, die Höhe bei 1.570 mm. Der Radstand wächst auf 2.650 mm, ein Plus von 150 mm. Jetzt gibt es fünf Sitzplätze. Damit rückt das Auto in die Klasse europäischer Kompaktwagen.
BYD stellt auf Hinterradantrieb um. Der Permanentmagnet-Synchronmotor leistet maximal 95 kW (127 PS) und sitzt an der Hinterachse. Die Höchstgeschwindigkeit liegt laut Hersteller bei 150 km/h. Unter der Fronthaube entsteht durch das neue Layout zusätzlicher Stauraum. Ein vorderer Kofferraum ist jetzt möglich. Das dürfte vor allem für Stadtbewohner interessant sein.
Auch die Reifen sind neu: Statt 165-mm- oder 175-mm-Breite kommen jetzt 205/60 R16-Reifen auf 16-Zoll-Doppel-Vierspeichen-Leichtmetallfelgen zum Einsatz. Das könnte das Fahrverhalten und den Komfort verändern. Unabhängige Tests dazu gibt es aber noch nicht. Die Umstellung auf Hinterradantrieb folgt aktuellen Trends bei kompakten Elektroautos. Sie könnte die Fahrdynamik verbessern.
Batterie, Reichweite und Ladefragen
Die Reichweitenangaben für Elektrofahrzeuge werden in verschiedenen Testzyklen ermittelt. Während der CLTC-Zyklus in China als Standard gilt, ist in Europa der WLTP-Zyklus maßgeblich. Die Werte unterscheiden sich, da die Testbedingungen variieren. Für Verbraucherinnen und Verbraucher in Europa sind daher die WLTP-Angaben der bessere Vergleichsmaßstab. Die tatsächliche Reichweite im Alltag kann jedoch je nach Fahrprofil, Wetter und Nutzung deutlich abweichen.
Die technischen Daten stammen direkt aus den MIIT-Unterlagen. Unabhängige Prüfungen oder Praxistests gibt es noch nicht. Auch zur Verfügbarkeit außerhalb Chinas fehlen Bestätigungen. BYD plant den Marktstart in China für Ende 2026. Ein genaues Datum steht nicht fest.
Markt und Einordnung
Mit der zweiten Generation bleibt BYD im Segment günstiger Kompaktwagen. Das größere Platzangebot und die technische Aufwertung sprechen aber neue Zielgruppen an. Hinterradantrieb und vorderer Kofferraum setzen das neue Modell klar vom Vorgänger ab. Die Reichweiten liegen im Bereich vergleichbarer Fahrzeuge. Wie alltagstauglich der Seagull wirklich ist, müssen unabhängige Tests zeigen. Im europäischen Kontext spielt das Thema günstige Elektroautos eine wichtige Rolle. Das BMWK-Dossier Elektromobilität hebt das hervor.
BYD setzt auf Lithium-Eisenphosphat-Akkus. Diese gelten als weniger brandanfällig und kommen ohne seltene Rohstoffe wie Kobalt aus. Das senkt Kosten und erhöht die Sicherheit. Ob der Seagull nach Europa kommt, ist offen. BYD ist in China einer der wichtigsten E-Auto-Anbieter. Der Zugang zu internationalen Märkten hängt aber von Regeln und lokalen Vorgaben ab. Für die EU-Zulassung sind die EU-Batterieverordnung (EU) 2023/1542 und die Cybersecurity-Anforderungen nach BSI-KritisV relevant.
Was bleibt offen?
Die MIIT-Daten schaffen Klarheit bei den wichtigsten Eckpunkten. Trotzdem bleiben viele Fragen: Es gibt keine Angaben zu Preis, Marktstart außerhalb Chinas, Ladeinfrastruktur, Software oder Assistenzsystemen. Für Europa ist entscheidend, ob die Reichweiten im Alltag stimmen und wie sich das Auto im Vergleich zu etablierten Modellen schlägt.
BYD entwickelt das Segment günstiger Elektroautos weiter. Technische Verbesserungen sollen neue Kunden ansprechen. Wie wichtig der neue Seagull wirklich wird, zeigen erst unabhängige Tests und ein möglicher Marktstart in Europa. Für deutsche und europäische Hersteller bleibt das Thema relevant. Der Druck im unteren Preissegment steigt. Die Vielfalt wächst.