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Chinas Autobauer kämpfen mit schwankender Nachfrage und Exporten

Helga Nowotny Autorin für Wissenschaftspolitik und KI Glocalist Press

Verfasst von Helga Nowotny

Chinas Autobauer kämpfen mit schwankender Nachfrage und Exporten Glocalist Press © glocalist.press
Chinas Autobauer kämpfen mit schwankender Nachfrage und Exporten © glocalist.press

Eine neue CLSA-Studie zeigt: Chinas große Automarken legen im September zu, doch die Hochsaison bleibt schwach. Exporte stabilisieren sich, Unsicherheiten nehmen zu.

Im September 2026 blieb der große Schub für Chinas führende Autobauer aus. Die neue Analyse der Investmentbank CLSA zeigt: Die wichtigsten Marken konnten ihre Verkäufe zwar steigern, aber das Plus fiel mit fünf Prozent im Monatsvergleich deutlich kleiner aus als in früheren Hochphasen. Die Branche spürt die Unsicherheit. Nach einer langen Wachstumswelle bei den Exporten flacht die Dynamik ab, während die Nachfrage im Inland schwächelt.

Absatzentwicklung und Exportzahlen im Fokus

CLSA meldet für September einen Anstieg der Auslieferungen der großen chinesischen Marken um fünf Prozent gegenüber August und acht Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Elektroautos treiben das Geschäft weiter an, sowohl in China als auch im Ausland. Trotzdem blieb der erhoffte Saison-Effekt aus. Bei den Exporten gab es erstmals in diesem Jahr einen Rückgang gegenüber dem Vormonat - betroffen waren BYD Company, Geely Auto und Great Wall Motor (GWM). Im September machten die Auslandsverkäufe von BYD 40 Prozent, von Geely Auto 37 Prozent und von GWM 52 Prozent der jeweiligen Pkw-Verkäufe aus.

Geely Auto verkaufte im September 292.168 Fahrzeuge. Davon gingen 106.685 ins Ausland - ein Plus von 162 % gegenüber dem Vorjahr. Damit knackte Geely zum vierten Mal in Folge die Marke von 100.000 exportierten Autos pro Monat. Besonders stark legte der Export von Elektrofahrzeugen zu: 73.664 Stück gingen im September ins Ausland, das sind 403 % mehr als im Vorjahr und 69 % aller Geely-Exporte. Von Januar bis September 2026 exportierte Geely insgesamt 797.670 Fahrzeuge, ein Rekordwert und ein Zuwachs von 169 %. Auch BYD steigerte seine Auslandsverkäufe im September auf 180.700 Fahrzeuge, das entspricht einem Plus von 154 % im Jahresvergleich. Die Hersteller setzen verstärkt auf den Export, weil die Nachfrage im Inland schwach bleibt. Nach Zahlen der CPCA lag der Einzelhandelsabsatz von Pkw in China im September bei rund 1,69 Millionen - 24,6 % weniger als im Vorjahr. Besonders hart traf es Verbrenner: Hier brach der Absatz um etwa 40 % ein. New Energy Vehicles (NEV) kamen auf rund 1,11 Millionen verkaufte Einheiten. Das zeigt, wie wichtig dieses Segment für die Branche geworden ist.

In den ersten acht Monaten 2026 exportierte China rund 7,15 Millionen Fahrzeuge, wobei der Jahreswert laut Branchenschätzungen auf etwa 10 Millionen zusteuerte. Dies signalisiert eine strukturelle Verlagerung des Wachstums chinesischer Automobilhersteller vom Binnenmarkt auf internationale Märkte.

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Marktkonzentration und Unsicherheiten

Im Heimatmarkt konzentriert sich die Nachfrage weiter auf die großen Marken. Laut CLSA zählen BYD Company, Geely Auto und Leapmotor zu den Favoriten. Die Analysten rechnen damit, dass diese Konzentration anhält, auch wenn die Inlandsnachfrage insgesamt schwach bleibt. Die normalisierten Exporte und die Unsicherheit im Inland könnten die Schwankungen im Automarkt sogar noch verstärken.

Ein weiterer Unsicherheitsfaktor ist die künftige Entwicklung bei Exportsteuerrückvergütungen und der Zollpolitik der EU. CLSA sieht Chancen auf mehr Klarheit im vierten Quartal 2026. Das könnte die Exportstrategie der chinesischen Hersteller deutlich beeinflussen. Die Branche muss sich auf neue Spielregeln im internationalen Handel einstellen. Die Bundesnetzagentur hebt in aktuellen Veröffentlichungen hervor, wie wichtig stabile Lieferketten und die Einhaltung von EU-Standards für Fahrzeugexporte sind - gerade mit Blick auf die Energie- und Mobilitätswende. Details zu den regulatorischen Anforderungen finden sich in der Bundesnetzagentur-Rubrik E-Mobilität.

Vergleich zu anderen Marktsegmenten

Die Entwicklung im chinesischen Automarkt erinnert an Unsicherheiten in anderen Branchen. Bei der Auto1 Group etwa stiegen die Verkaufszahlen deutlich, doch Analysten zweifeln an der Nachhaltigkeit des Wachstums, wie frühere Analysen zeigen. Auch im Automobilsektor bleibt offen, wie dauerhaft die aktuellen Wachstumsimpulse sind und wie stark externe Faktoren wie Exportbedingungen und Regulierung die Entwicklung prägen.

Perspektiven für 2027 und Branchenausblick

CLSA-Analysten halten an ihrer Export-These für Chinas Autobauer fest. Sobald steuerliche und regulatorische Fragen geklärt sind, könnte der Export wieder Fahrt aufnehmen. Kurzfristig bleibt die Lage aber volatil, weil sowohl die Nachfrage im Inland als auch die internationalen Märkte von Unsicherheit geprägt sind.

Für die Branche heißt das: Flexibilität und schnelle Anpassung an neue Marktbedingungen sind gefragt. Wer auf starke Marken und Elektroautos setzt, könnte sich behaupten - vorausgesetzt, die politischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen bleiben stabil. In den nächsten Monaten wird sich zeigen, ob die Normalisierung der Exporte und die schwache Inlandsnachfrage zu einer echten Marktanpassung führen oder nur eine Zwischenetappe im laufenden Wandel der chinesischen Autoindustrie sind.

Der Begriff "Exportsteuerrückvergütung" steht für eine staatliche Regelung, bei der Unternehmen einen Teil der im Inland gezahlten Steuern für exportierte Waren zurückbekommen. Das soll die internationale Wettbewerbsfähigkeit stärken, weil es die Kosten für Exporteure senkt. Für Chinas Autobauer sind solche Rückvergütungen besonders wichtig, da sie direkt auf die Margen und die Preisgestaltung im Ausland wirken. Änderungen bei den Rückvergütungen oder bei den EU-Zöllen können die Exportstrategie und die Gewinne der Hersteller spürbar beeinflussen.

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