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Coinkite-Sicherheitslücke: Hacker entwenden 1367 Bitcoin aus Cold Wallets

Nils Bedke Autor für Kapitalmärkte und Banking Glocalist Press

Verfasst von Nils Bedke

Coinkite-Sicherheitslücke: Hacker entwenden 1367 Bitcoin aus Cold Wallets Glocalist Press © glocalist.press
Coinkite-Sicherheitslücke: Hacker entwenden 1367 Bitcoin aus Cold Wallets © glocalist.press

Eine Schwachstelle in der Firmware von Coinkite ermöglichte Angreifern den Zugriff auf tausende Cold Wallets. Der Vorfall wirft Fragen zur Sicherheit von Hardware-Wallets auf und betrifft auch europäische Nutzer

Eine gravierende Sicherheitslücke bei Cold Wallets des kanadischen Anbieters Coinkite hat zu einem der größten bekannten Diebstähle von Kryptowährungen der vergangenen Jahre geführt. Nach übereinstimmenden Berichten von Analysefirmen und Sicherheitsexperten nutzten Angreifer eine Schwachstelle in der Firmware der Coldcard-Geräte aus, um auf die privaten Schlüssel von mehr als 4500 Wallets zuzugreifen. Die Attacke führte zum Diebstahl von rund 1367 Bitcoin, was zum Zeitpunkt der Entdeckung einem Wert von etwa 86 Millionen US-Dollar entsprach.

Technische Details der Schwachstelle

Die betroffene Schwachstelle bestand nach Angaben von Galaxy Research und Block Inc. bereits seit einer Firmware-Umstellung im Jahr 2021. Durch einen Fehler im Zufallszahlengenerator wurden die sogenannten Seed-Phrases, die als Zugangsschlüssel für die Wallets dienen, nicht ausreichend zufällig erzeugt. Stattdessen konnten sie teilweise aus deterministischen Faktoren wie der Seriennummer des Geräts abgeleitet werden. Dies ermöglichte es Angreifern, die Seed-Phrases systematisch zu rekonstruieren und so die Kontrolle über die betroffenen Wallets zu übernehmen.

Cold Wallets gelten grundsätzlich als besonders sichere Methode zur Aufbewahrung von Kryptowährungen, da die privaten Schlüssel offline gespeichert werden. Im Unterschied zu Hot Wallets, die permanent mit dem Internet verbunden sind, bieten sie normalerweise einen deutlich höheren Schutz vor externen Angriffen. Der aktuelle Vorfall zeigt jedoch, dass auch Hardware-Lösungen nicht vor Softwarefehlern gefeit sind.

Reaktion von Coinkite und Folgen für Nutzer

Coinkite hat die Schwachstelle nach eigenen Angaben inzwischen behoben und ein Firmware-Update bereitgestellt. Nutzerinnen und Nutzer, die ihre Wallets mit einer betroffenen Softwareversion eingerichtet haben, sind jedoch weiterhin gefährdet. Das Unternehmen empfiehlt, nicht nur die Firmware zu aktualisieren, sondern auch eine neue Seed-Phrase zu generieren und die Bestände auf eine neue Wallet zu übertragen. Wallets, die mit der fehlerhaften Software erstellt wurden, bleiben dauerhaft unsicher.

Die Analyse der Attacke wurde durch Beschwerden einzelner Nutzerinnen und Nutzer ausgelöst, die ungewöhnliche Transaktionen auf ihren Wallets bemerkten. Erst nach eingehender Untersuchung durch externe Sicherheitsexperten wurde das Ausmaß des Problems deutlich. Die betroffenen Bitcoin sind nach aktuellem Stand nicht wiederherstellbar. Der Vorfall betrifft auch europäische Nutzer, da Coldcard-Geräte international verbreitet sind.

Einordnung im Kontext der Cybersicherheit

Der Diebstahl bei Coinkite verdeutlicht, dass die Sicherheit von Hardware-Wallets maßgeblich von der Qualität der zugrunde liegenden Software abhängt. Selbst bei physisch isolierten Geräten können Fehler in der Firmware dazu führen, dass zentrale Sicherheitsversprechen nicht eingehalten werden. Die Ereignisse erinnern an andere Vorfälle im Bereich der Cybersicherheit, bei denen Schwachstellen in eigentlich als sicher geltenden Systemen zu erheblichen Verlusten führten. Auch im Bereich der Biotechnologie und Diagnostik können Softwarefehler weitreichende Folgen haben, wie etwa die Übernahme von Noscendo durch Bruker nach finanziellen Schwierigkeiten im Diagnostikmarkt zeigt (Hintergrund zur Marktdynamik im Diagnostik- und KI-Sektor).

Für den Kryptomarkt stellt der Vorfall eine Mahnung dar, Sicherheitsmechanismen regelmäßig zu überprüfen und nicht allein auf die physische Trennung vom Internet zu vertrauen. Die tatsächliche Sicherheit hängt von der gesamten Kette aus Hardware, Software und Nutzerverhalten ab. Regulatorische Vorgaben für Hardware-Wallets existieren bislang nur in Ansätzen, sodass die Verantwortung für Updates und Migrationen weitgehend bei den Nutzenden verbleibt.

Seed-Phrases sind zentrale Sicherheitsmerkmale von Kryptowallets. Sie bestehen aus einer festgelegten Abfolge von Wörtern, die den Zugang zu den gespeicherten Token ermöglichen. Die Sicherheit dieser Phrasen basiert auf ihrer zufälligen Generierung. Wird dieser Prozess durch Softwarefehler beeinträchtigt, können Angreifer die Phrasen rekonstruieren und so auf die Wallets zugreifen. Für Nutzerinnen und Nutzer bedeutet dies, dass regelmäßige Updates und die Überprüfung der eigenen Sicherheitspraktiken unerlässlich sind, um das Risiko von Verlusten zu minimieren.

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