• 3 Minuten Lesezeit
  • Veröffentlicht

Defacto integriert Mambu Payments für KMU-Finanzierung in Frankreich

Nils Bedke Autor für Kapitalmärkte und Banking Glocalist Press

Verfasst von Nils Bedke

Defacto integriert Mambu Payments für KMU-Finanzierung in Frankreich Glocalist Press © glocalist.press
Defacto integriert Mambu Payments für KMU-Finanzierung in Frankreich © glocalist.press

Defacto nutzt Mambu Payments mit SEPA-Anbindung, um Zahlungsprozesse für sein Forderungsfinanzierungsprodukt bei einer französischen Bank zu automatisieren. Welche technischen und regulatorischen Fragen bleiben offen

Defacto hat die Integration von Mambu Payments mit SEPA-Konnektivität für die Zahlungsabwicklung seines Forderungsfinanzierungsprodukts in Frankreich bekannt gegeben. Die Anbindung erfolgt im Rahmen einer Zusammenarbeit mit einer nicht namentlich genannten französischen Finanzinstitution und soll sowohl operative als auch regulatorische Anforderungen erfüllen. Die Einführung wurde von den beteiligten Unternehmen offiziell bestätigt.

Technische Umsetzung und Architektur

Statt eigene Bankenschnittstellen zu entwickeln, nutzt Defacto die SEPA-Zahlungsinfrastruktur von Mambu Payments über eine REST-API. Nach Unternehmensangaben ermöglicht dies eine Echtzeit-Überwachung der Zahlungsströme und eine modulare Architektur, die bereits für einen weiteren institutionellen Partner vorbereitet wird. Ein zentrales Merkmal der Lösung ist, dass Defacto weiterhin auf bestehenden Konten bei der Partnerbank arbeitet und keine neuen Konten bei Drittanbietern eröffnen muss. Damit unterscheidet sich das Modell von klassischen Banking-as-a-Service-Ansätzen, bei denen häufig zusätzliche Konten bei Verwahrstellen erforderlich sind.

Markthintergrund und Zahlen

Defacto wurde 2021 gegründet und gibt an, bislang mehr als 1,5 Milliarden Euro an über 25.000 kleine und mittlere Unternehmen (KMU) in fünf europäischen Märkten finanziert zu haben. Die Zusammenarbeit mit Mambu begann laut Unternehmensangaben im Juli 2025 mit einer Konzeptionsphase, gefolgt von einem Beta-Test im November 2025 und dem vollständigen Produktivstart im Januar 2026. Die aktuelle Implementierung richtet sich zunächst an einen institutionellen Bankpartner in Frankreich, soll aber auf weitere Partner ausgeweitet werden.

Regulatorische Einordnung und europäischer Kontext

Die Integration von Zahlungsinfrastruktur über standardisierte APIs gewinnt im Zuge der Ausweitung von Embedded Finance auf regulierte Finanzdienstleistungen an Bedeutung. Für Anbieter wie Defacto bietet die Nutzung bestehender Bankbeziehungen über API-Schnittstellen eine Alternative zu traditionellen BaaS-Modellen, die oft mit zusätzlichen regulatorischen Anforderungen und komplexen Integrationsprojekten verbunden sind. Die Entwicklung steht im Kontext einer wachsenden Zahl von Infrastrukturprojekten im europäischen Zahlungsverkehr, wie sie auch bei anderen Initiativen zu beobachten sind - etwa bei der Erprobung gemeinsamer Standards für Stablecoins im grenzüberschreitenden Zahlungsverkehr, wie sie Borderless.xyz und Mastercard verfolgen.

Nach Angaben der beteiligten Unternehmen soll die neue Infrastruktur nicht nur aktuelle Programme unterstützen, sondern auch die Skalierung auf weitere institutionelle Partner erleichtern. Unabhängige technische Bewertungen oder regulatorische Prüfungen der Lösung liegen bislang nicht vor. Es bleibt offen, wie sich die Architektur im breiteren europäischen Marktumfeld bewährt und welche Anforderungen bei einer Ausweitung auf andere Länder oder Banken zu berücksichtigen sind.

Eine API (Application Programming Interface) ist eine standardisierte Schnittstelle, die es Softwareanwendungen ermöglicht, miteinander zu kommunizieren und Daten auszutauschen. Im Finanzsektor werden APIs zunehmend genutzt, um Zahlungsprozesse, Kontoinformationen oder regulatorische Anforderungen effizient und flexibel zu integrieren. Die Nutzung von APIs kann die Entwicklungsgeschwindigkeit erhöhen und die Anbindung an bestehende Bankinfrastrukturen erleichtern, bringt aber auch neue Anforderungen an Sicherheit, Compliance und Interoperabilität mit sich.Schlagwörter: Mambu, Fintech, API-Ökosysteme

Ähnliche Artikel