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Deutsche Unternehmen prüfen Wechsel bei Cybersecurity-Anbietern

Nils Bedke Autor für Kapitalmärkte und Banking Glocalist Press

Verfasst von Nils Bedke

Deutsche Unternehmen prüfen Wechsel bei Cybersecurity-Anbietern Glocalist Press
Deutsche Unternehmen prüfen Wechsel bei Cybersecurity-Anbietern

Laut einer aktuellen Studie planen viele deutsche Unternehmen, ihre Ausgaben für Cybersecurity zu erhöhen und Anbieter zu wechseln, um auf neue Bedrohungen und KI-Risiken zu reagieren

Eine neue Studie der Hoffmann Agency mit dem Titel "Fast Decisions, High Stakes" zeigt, dass ein erheblicher Teil der deutschen Unternehmen ihre Investitionen in Cybersecurity im Jahr 2026 ausweiten will. Demnach beabsichtigen 64 Prozent der befragten Unternehmen, ihre Ausgaben für IT-Sicherheit zu erhöhen. Besonders auffällig ist, dass viele Unternehmen einen Wechsel ihres bisherigen Cybersecurity-Anbieters in Erwägung ziehen oder die Einführung neuer Komplettlösungen planen. Die Studie untersucht, wie sich die Zunahme KI-gestützter Cyberangriffe auf das Kaufverhalten und die Auswahlkriterien im Bereich IT-Sicherheit auswirkt.

Fokus auf KI-Sicherheit und Anbieterwechsel

Die Ergebnisse der Untersuchung deuten darauf hin, dass die Absicherung von KI-Systemen für viele Unternehmen an Bedeutung gewinnt. Während weltweit neue Investitionen vor allem in KI-Sicherheit, Security Operations sowie Identity and Access Management fließen, bleibt auch die klassische Netzwerksicherheit relevant. In Deutschland planen Unternehmen insbesondere bei Network Security, Endpoint Security und Security Analytics häufiger einen Anbieterwechsel. Kostensenkung und der anhaltende Fachkräftemangel gelten als wichtige Treiber für die Suche nach neuen Lösungen. Der Hauptgrund für Investitionen bleibt jedoch die Reaktion auf aktuelle Bedrohungen wie Phishing, Malware, Ransomware und Social Engineering.

Entscheidungsprozesse und Informationsquellen

Die Studie zeigt, dass Cybersecurity-Einkäufer in Deutschland und international vergleichsweise schnell entscheiden: Im Durchschnitt vergehen sieben Monate vom Erkennen des Bedarfs bis zur Auswahl eines Anbieters, wobei 55 Prozent der Befragten weniger als sechs Monate benötigen. Anbieter werden häufig bereits vor der Shortlist-Phase kontaktiert - 65 Prozent der potenziellen Käufer nehmen frühzeitig Kontakt auf, nur 9 Prozent erst in der finalen Entscheidungsphase. Für die Informationsbeschaffung spielen direkte Peers, Analysten, Branchen-Events und Fachmedien eine zentrale Rolle. Bei der endgültigen Auswahl sind Branchenanalysten, Branchen-Events, direkte Peers und Unternehmensberater besonders einflussreich. Zudem nutzen 20 Prozent der Befragten Large Language Models (LLMs) sowohl zur Recherche als auch zur Auswahl, wobei dieser Anteil in den USA mit 24 Prozent noch höher liegt.

Kriterien für die Anbieterwahl

Bei der Auswahl neuer Cybersecurity-Lösungen legen Unternehmen besonderen Wert auf eine einfache Integration und ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis. 89 Prozent der Befragten nennen diese beiden Faktoren als entscheidend, gefolgt vom Nachweis erfolgreicher Implementierungen bei vergleichbaren Unternehmen (87 Prozent). Analystenberichte mit Vendor-Erwähnung, Konferenzpanels, Fallstudien und LLMs beeinflussen die Entscheidung maßgeblich. Das Preis-Leistungs-Verhältnis wird dabei als wichtiger eingestuft als reine Kosteneffizienz.

Die aktuelle Entwicklung verdeutlicht, dass der Markt für Cybersecurity-Lösungen in Deutschland und international in Bewegung ist. Unternehmen reagieren auf die wachsende Bedrohungslage und die zunehmende Komplexität durch KI-gestützte Angriffe mit einer Anpassung ihrer Investitions- und Beschaffungsstrategien. Auch andere Sektoren, etwa im Bereich Diagnostik und KI, stehen vor vergleichbaren Herausforderungen, wie etwa die jüngst gemeldeten Veränderungen bei Beteiligungen und Übernahmen im deutschen Markt zeigen - ein Beispiel dafür ist die Übernahme eines MedTech-Unternehmens durch einen US-Konzern, die in diesem Beitrag zu aktuellen Entwicklungen im KI- und Diagnostikmarkt analysiert wird.

Der Begriff "Identity and Access Management" (IAM) bezeichnet Systeme und Prozesse, mit denen Unternehmen digitale Identitäten verwalten und Zugriffsrechte steuern. IAM-Lösungen sind ein zentraler Bestandteil moderner IT-Sicherheitsarchitekturen, da sie sicherstellen, dass nur autorisierte Personen und Systeme Zugriff auf sensible Daten und Anwendungen erhalten. Im Kontext wachsender Cyberbedrohungen und zunehmender Regulierung gewinnen IAM-Systeme weiter an Bedeutung, insbesondere wenn Unternehmen ihre IT-Landschaften modernisieren oder auf Cloud-Dienste umstellen.

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