Drax Group plc rechnet 2026 mit einem bereinigten EBITDA am oberen Ende der Analystenspanne. Die Übernahme des Bluefield Solar Income Fund und neue Verträge treiben das Geschäft.
Drax Group plc hebt die Prognose für das bereinigte EBITDA im Jahr 2026 an. Das Unternehmen erwartet jetzt ein Ergebnis am oberen Rand der Analystenschätzungen. Grund dafür sind Fortschritte im laufenden Geschäft und die Übernahme des Bluefield Solar Income Fund. Die Prognose wird angepasst, während der Aktienkurs deutlich unter dem 52-Wochen-Hoch liegt.
EBITDA-Ziel am oberen Rand der Spanne
Im Trading-Update vom 17. September 2026 nennt Drax für das Jahr 2026 ein bereinigtes EBITDA am oberen Ende der Analystenspanne von 680 bis 711 Millionen britischen Pfund. Der letzte Konsens lag bei 698 Millionen Pfund. Die neue Prognose stützt sich auf die Ergebnisse aus Juli und August und auf den Beitrag der Übernahme des Bluefield Solar Income Fund. Analysten rechnen außerdem mit einem Ergebnis je Aktie von 79,1 Pence und einer Dividende je Aktie von 32,1 Pence. Das neue Solarportfolio wird seit dem 1. August 2026 in den Zahlen von Drax geführt.
Solarübernahme und neue Verträge
Drax hat den Bluefield Solar Income Fund am 31. Juli 2026 für 561 Millionen Pfund übernommen. Der Unternehmenswert des Fonds lag bei 1,082 Milliarden Pfund. Mit dem Kauf wächst das Portfolio an erneuerbaren Energien und die Position im britischen Markt wird gestärkt. Zusätzlich meldet Drax mehr als eine Milliarde Pfund an vertraglich gesicherten Stromverkäufen für die Jahre 2026 bis 2028. Dazu kommen über 800 Millionen Pfund an zugehörigen Renewable Obligation Certificates. Diese langfristigen Verträge gelten als wichtiger Baustein für die künftige Umsatzsicherung. Sie erfüllen die Anforderungen an Transparenz und Planungssicherheit, wie sie auch von der Bundesnetzagentur für den deutschen Markt gefordert werden.
Wiederkehrende Erlöse durch O&M-Verträge
Am 24. September 2026 meldet Drax einen neuen Fünfjahresvertrag für Betrieb und Wartung von 94 Windturbinen in Großbritannien und Nordirland. Dieser Vertrag läuft bis 2031 und sichert wiederkehrende Erlöse. Damit setzt Drax weiter auf nachhaltige, planbare Einnahmen. Solche O&M-Verträge (Operation & Maintenance) gewinnen im Zuge der europäischen Energiewende und der Umsetzung von EU-Richtlinien zur Versorgungssicherheit an Bedeutung.
Die Sicherung langfristiger Stromlieferverträge und die Integration erneuerbarer Erzeugungskapazitäten sind zentrale Bausteine für die Stabilität der Energieversorgung im Rahmen der Energiewende.
Aktienkurs und Marktdaten
Am 24. September 2026 lag die Drax-Aktie an der London Stock Exchange bei 807,50 Pence. Das sind 13,87 Prozent weniger als das 52-Wochen-Hoch von 937,50 Pence. Die Marktkapitalisierung lag zu diesem Zeitpunkt bei rund 2,72 Milliarden Pfund. Die 52-Wochen-Spanne reichte von 665,50 bis 937,50 Pence. Trotz der angehobenen Prognose fiel der Kurs am Tag der Ankündigung um 1,64 Prozent gegenüber dem Vortag. Im Unterschied zu Unternehmen wie Volkswagen, die ihre Prognosen zuletzt senken mussten, setzt Drax auf Wachstum mit erneuerbaren Energien und langfristigen Verträgen.
Einordnung und regulatorischer Kontext
Die aktuelle Prognoseanhebung von Drax basiert auf eigenen Angaben und veröffentlichten Konsensdaten. Unabhängige Bestätigungen zur operativen Entwicklung gibt es bisher nicht. Die Integration des Bluefield Solar Income Fund und neue Verträge stärken die Position im britischen Markt für erneuerbare Energien. Offen bleibt, wie dauerhaft die Ertragssteigerungen angesichts schwankender Strompreise und regulatorischer Unsicherheiten sind. Für den deutschen und europäischen Markt zeigt die Entwicklung, wie wichtig Portfolioerweiterungen und langfristige Stromverträge im Wandel der Energieversorger sind. Die Bundesnetzagentur fordert in aktuellen Veröffentlichungen Investitionen in erneuerbare Kapazitäten und die Einhaltung von DIN EN 50549 für die Netzsicherheit.
EBITDA (Earnings Before Interest, Taxes, Depreciation and Amortization) steht für das Ergebnis eines Unternehmens vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen. Diese Kennzahl wird genutzt, um die operative Ertragskraft unabhängig von Finanzierung und Bilanzierung zu bewerten. Im Energiesektor ist das bereinigte EBITDA ein wichtiger Indikator für die wirtschaftliche Entwicklung, weil es die Effekte von Investitionen, Übernahmen und langfristigen Verträgen im laufenden Geschäft sichtbar macht.