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Milliarden für Wind- und Solarprojekte in Gia Lai fließen

Helga Nowotny Autorin für Wissenschaftspolitik und KI Glocalist Press

Verfasst von Helga Nowotny

Milliarden für Wind- und Solarprojekte in Gia Lai fließen Glocalist Press © glocalist.press
Milliarden für Wind- und Solarprojekte in Gia Lai fließen © glocalist.press

In Gia Lai rollen Milliarden für neue Wind- und Solarparks. VinEnergo und Trung Nam setzen auf riesige Energiezonen. Welche Summen und Akteure sind bestätigt

In der vietnamesischen Provinz Gia Lai laufen die Bagger für neue Wind- und Solaranlagen. Bis 2026 sollen laut Behörden 85 Projekte mit 4.179 Megawatt (MW) am Netz sein. Das entspricht mehr als 15 Milliarden Kilowattstunden (kWh) Strom pro Jahr. Gia Lai rückt damit ins Zentrum der vietnamesischen Energiewende.

Unternehmen wie VinEnergo und Trung Nam haben angekündigt, in den kommenden Jahren Wind- und Solarparks im Wert von mehreren zehntausend Milliarden VND zu bauen. Ihr Ziel: Gia Lai als Energiezentrum etablieren und großflächige Zonen für erneuerbare Stromerzeugung schaffen. Der überarbeitete vietnamesische Stromplan sieht für Gia Lai zwischen 2025 und 2030 einen Ausbau um 6.523 MW vor, danach bis 2035 weitere 2.736 MW. Diese Vorgaben erinnern an die Ausbauziele der deutschen Bundesnetzagentur, wie sie im Netzentwicklungsplan Strom stehen.

VinEnergo will mit dem Windkraftwerk Hon Trau - Phase 1 eines der größten Einzelprojekte der Region stemmen. Geplant sind 750 MW installierte Leistung, Fertigstellung bis Ende 2029. Erwartet werden 2,8 Milliarden kWh Strom pro Jahr. Das Investitionsvolumen liegt laut Unternehmen bei über 48.372 Milliarden VND. Hinzu kommt das Windkraftwerk Vinh Thuan mit 143 MW und mehr als 4.679 Milliarden VND. Zusammen ergibt das ein Portfolio von über 53.000 Milliarden VND, das VinEnergo in Gia Lai investieren will.

Auch andere Player bringen sich in Stellung. Trung Nam, die deutsche PNE AG, TNE 1 und TNE 2, Chu Puh Vuong Phat Green Energy, Hung Thinh Wind Power sowie ein Konsortium aus ANI Power und Song Da 505 haben Projekte angekündigt. Die geplanten Windparks reichen von 45 bis 750 MW und bewegen sich jeweils im Milliardenbereich. Chơ Long und Yang Trung mit zusammen 251 MW sind technisch seit 2023 fertig, dürfen aber wegen regulatorischer Vorgaben erst ab 14. September 2026 Strom verkaufen. Für diese beiden Parks stehen 13.100 Milliarden VND im Raum.

Die Integration großer Mengen erneuerbarer Energien erfordert eine vorausschauende Netzplanung und die konsequente Anwendung von DIN EN 50549 für den Anschluss von Erzeugungsanlagen an das Mittelspannungsnetz.

Bundesnetzagentur

Bei der Solarenergie stockt es an anderer Stelle. Die Anlage Krông Pa 2 mit 19 MW bleibt wegen Netzanschlussproblemen ausgebremst. Der zweite Bauabschnitt von Chư Ngọc hängt an der Übertragungsleitung. Der Solarpark Ia Blứ A hat die Investitionsgenehmigung für 40 MW und über 704 Milliarden VND erhalten. Diese Projekte zeigen: Neben Geld entscheiden auch Technik und Regulierung, ob ein Solarpark ans Netz geht.

Gia Lai punktet laut Unternehmen mit kräftigem Wind, vielen Sonnenstunden und vorhandener Übertragungsinfrastruktur. Investoren nennen diese Standortfaktoren als Hauptargumente. Die Projekte sollen Vietnams Strommix breiter aufstellen und die Abhängigkeit von Kohle und Gas senken. Die Regierung hat mit internationalen Partnern, darunter deutsche Firmen, Verträge zur Entwicklung von Energiezonen und zur Einführung von Industrie-4.0-Technologien im Energiesektor unterschrieben.

Die genannten Summen und Zeitpläne stammen aus den offiziellen Mitteilungen der Unternehmen. Unabhängige Bestätigungen zum Baufortschritt oder zu bereits geflossenen Geldern gibt es bisher nicht. Die Umsetzung hängt an den Zeitplänen und an der Genehmigung durch die Behörden. Auf der Investitionskonferenz 2025 unterzeichnete VinEnergo mit der Provinz ein Kooperations-Memorandum für erneuerbare Energien mit einem Forschungshorizont bis 2035 - bis zu 20 GW und rund 24 Milliarden US-Dollar an potenziellen Investitionen. Das ist eine Absichtserklärung, keine feste Finanzierungszusage.

Der Markt in Gia Lai steht für die Dynamik im asiatischen Energiesektor. Während in Europa und Deutschland der Ausbau durch Vorgaben und Netzengpässe gebremst wird, setzen vietnamesische Regionen wie Gia Lai auf große Investitionspakete. Die Beteiligung internationaler Unternehmen wie der deutschen PNE AG zeigt, dass der Standort für ausländisches Kapital attraktiv bleibt. Die Bundesnetzagentur verweist in aktuellen Berichten auf die Bedeutung von Netzstabilität und die Pflicht, die DIN EN 50549 und die EU-Richtlinie 2016/631 (Requirements for Generators, RfG) bei neuen Anlagen einzuhalten.

Im Vergleich zu europäischen Projekten fallen die Summen und geplanten Kapazitäten in Gia Lai auf. Offen bleibt, wie viele der angekündigten Projekte tatsächlich gebaut werden. Erfahrungen aus dem Solarsektor zeigen, dass hohe Finanzierungskosten und regulatorische Unsicherheiten Projekte verzögern oder einschränken können, wie im Fall SolarEdge.

Die Ankündigungen der Unternehmen setzen ein Signal für die Energieinfrastruktur in Vietnam. Wie viele Projekte tatsächlich umgesetzt werden und wie sie den Strommarkt beeinflussen, bleibt offen. Entscheidend sind die Genehmigungen, verfügbare Netzkapazitäten und die Entwicklung der Finanzierungskonditionen. Die vietnamesischen Behörden orientieren sich zunehmend an internationalen Standards für Netzsicherheit und Cybersecurity, wie sie etwa vom BSI für kritische Infrastrukturen definiert werden.

Für internationale Investoren und Technologieanbieter bietet der vietnamesische Markt Chancen und Risiken. Erfahrungen aus anderen Ländern zeigen, dass politische und wirtschaftliche Rahmenbedingungen über den Erfolg solcher Großprojekte entscheiden. Die nächsten Jahre werden zeigen, ob Gia Lai tatsächlich zu einem führenden Zentrum für erneuerbare Energien in Südostasien wird.

"Installierte Leistung" meint die maximale elektrische Leistung, die ein Wind- oder Solarkraftwerk unter optimalen Bedingungen liefern kann. Sie wird in Megawatt (MW) angegeben und ist die zentrale Kennzahl für die Dimensionierung von Energieprojekten. Die tatsächlich erzeugte Strommenge hängt von Wetter, Wartung und Netzverfügbarkeit ab und liegt meist deutlich darunter. Für Investoren und Betreiber ist die Differenz zwischen installierter und real erzeugter Leistung ein wichtiger Indikator für die Wirtschaftlichkeit eines Projekts.

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